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Illegale Aufbaupräparate nicht nur im Spitzensport

Sundern, 11.07.2007 00:00 Uhr (wbr )

Apotheker: Dopingmittel auch bei Freizeitsportlern verbreitet

Sundern. (wbr)
"Nicht nur im Leistungssport tauchen immer wieder Dopingfälle auf. Auch Freizeitsportler missbrauchen Arzneimittel, um Muskelmasse aufzubauen oder ihre Leistung zu steigern", behaupten die Apotheker im HSK zum brisanten Thema Doping. Was ist dran: Der KURIER fragt nach.Nach Schätzungen nehmen in Deutschland rund 200.000 Hobbyathleten Dopingmittel ein, die Dunkelziffer ist hoch, so heißt es in einer Mitteilung der Apothekenkammer Westfalen-Lippe. Etwa jeder fünfte Besucher eines Fitnessstudios habe Erfahrungen mit Dopingmitteln, so die Ergebnisse einer Studie in 58 Studios.
"Das glaub ich gerne", sagt Thorsten Just vom Gesundheits- und Fitnessstudio "life" in Sundern. Gleichzeitig ist er froh darüber, dass in seinem Studio seit über einem Jahr kein Sportler mehr trainiert, der verdächtig sein könnte. "Ich erkenne Leute, die solche Mittel einnehmen", ist sich Just sicher, der aus der Medizin-Branche kommt und daher schon einige Fälle erlebt hat. Der Fitnesscoach geht offen mit dem Thema um, und sprach "verdächtige" Athleten in der Vergangenheit direkt an. "So etwas mache ich nicht" oder "das ist nicht so", sind die ablehnenden Antworten der vermeintlichen "Dopingsünder". Doch Just ließ nicht locker, erklärte den Sportlern, welche Gefahren die Aufbaumittel mit sich bringen.
Schlimme Folgen sind möglich
Krampfadern in der Speiseröhre, die platzen können und den Sportler verbluten lassen, gehören dazu. Auch schwerwiegende psychische Probleme können auftreten. Justs Rat an Sportler, die in einem "sauberen" Studio trainieren wollen: "Suchen Sie Qualitätsstudios, die einen seriösen Eindruck auf Sie machen." Oft erkenne man schon an der Klientel, ob Aufbaumittel im Studio ein Thema sind.
Die verbotenen Dopingmittel werden über den Schwarzmarkt oder das Internet vertrieben — fast immer illegal. "Wer Dopingmittel einnimmt, schadet seiner Gesundheit. Und wer über das Internet bei unseriösen Versandhändlern bestellt, muss zudem damit rechnen, gefälschte Präparate zu erhalten", sagt Apotheker Hans-Günter Friese, Präsident der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. "Unseriöse Händler sind zum Beispiel daran erkennbar, dass sie verschreibungspflichtige Arzneimittel ohne Rezept versenden."
Durch die hormonartigen Wirkungen können sich bei Männern schmerzhafte Brüste entwickeln, bei Frauen zeigt sich die Vermännlichung wie vermehrte Körperbehaarung. Hinzu kommt: Nicht alle Nebenwirkungen bilden sich zurück, wenn die Einnahme der Dopingmittel beendet wird.

 

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