
Verletzung zwingt Spies zur Aufgabe
Winterberg, 04.11.2007 00:00 Uhr (SK
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René Spies erleidet erneut Muskelfaserriss — Offizielle Verabschiedung folgt im Februar
Winterberg. (SK)
Vorstand und Mitglieder des BSC Winterberg haben den Rücktritt von Bobfahrer René Spies mit großer Betroffenheit zur Kenntnis genommen. Andererseits können sie die Entscheidung nachvollziehen. Mit seinem in der letzten Woche erlittenen Muskelfaserriss hätte René jetzt wieder eine mehrwöchige Trainings- und Wettkampfpause einlegen müssen. René Spies fiel die Entscheidung sehr schwer: "Besonders leid tut es mir für meine Mannschaft. Ich hatte ein Spitzenteam, wir haben charakterlich ideal zusammen gepasst und hatten ein sehr gutes Klima. Ich wünsche den Jungs jetzt alles Gute und dass es für sie sportlich erfolgreich weiter geht. Bedanken möchte ich mich recht herzlich bei allen, die mich während meiner sportlichen Karriere unterstützt haben." Immer wieder musste der heute 34-jährige Familienvater herbe Tiefschläge durch schwere Verletzungen hinnehmen.
Doch er kämpfte sich stets an die Weltspitze heran. Obwohl er in der vergangenen Wintersaison wegen eines Brustmuskelabrisses komplett pausieren musste, hatte er sich in den Sommermonaten optimal von seiner Verletzung erholt, wieder hervorragende athletische Werte und nach Ausfall seines bisherigen Hauptsponsors neue Partner gefunden.
Heimatverein immer treu geblieben
Eine nicht unwesentliche finanzielle Unterstützung durch den BSC Winterberg war Teil des neuen Sponsoring-Konzepts des Spies-Teams.
René Spies ist seit 1990 Mitglied im BSC Winterberg und kam damals zum Vereinstraining, um als "Bobschüler" die rasante Schlittensportdisziplin kennen zu lernen. Seitdem startet er als Bobpilot für den Sauerländer Traditionsverein. Eine Riesen-Überraschung und der bis dahin größte Erfolg seiner noch jungen Sportlerlaufbahn war 1995 der zweite Platz bei der Europameisterschaft im Zweierbob im sächsischen Altenberg, als er sich als jüngster Pilot des Feldes nur dem späteren Olympiasieger Christoph Langen geschlagen geben musste. Die Bahn von Altenberg blieb seitdem seine Lieblingsbahn und auf ihr galt er als heißer Anwärter auf einen WM-Titel im Februar 2008.
Herauszuheben ist sicher der Europameister-Titel 2003 im Zweierbob auf der Heimbahn in Winterberg zusammen mit Marco Jakobs, der Gewinn des Gesamt-Weltcups 2001 im Zweierbob, die drei Deutschen Meister Titel (2 x Zweier, 1 x Vierer), der dritte Platz bei der Zweierbob-Weltmeisterschaft 2003 in Lake Placid zusammen mit seinem Anschieber Franz Sagmeister und nicht zu vergessen die beiden Olympiateilnahmen in Salt Lake City 2002 (6. Platz Zweier) und 2006 in Turin/Cesana (5. Platz Vierer).
Trotz lukrativer Angebote war es für René nie ein Thema, seinen Heimatverein zu verlassen.
"Wir sind René dankbar für seinen über 17-jährigen sportlichen Einsatz, wir sind dankbar für die vielen Erfolge, die er nicht nur sich, sondern auch seinem Verein und der gesamten Region geschenkt hat und wir sind dankbar, dass er mit seinem Charakter und seiner Einstellung Vorbild für viele junge Sportler gewesen ist. Sein aktives Eintreten für Fairness und dopingfreien Sport runden das positive Gesamtbild des Sportlers René Spies ab".
Selbstverständlich wird der BSC Winterberg seinen erfolgreichen Sportler zu einem späteren Zeitpunkt offiziell verabschieden, voraussichtlich anlässlich des Bob & Skeleton Weltcups (24. Int. VELTINS-Cup) vom 8. bis 10. Februar in Winterberg.
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