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Jede Maschine ein Highlight

Berghausen, 02.07.2008 01:15 Uhr (Marie Stock)

Sie schnurren wie ein Kätzchen und ihr Sound ist für die echten Fans einfach nur Musik in den Ohren. Egal ob dreckig oder sauber, im Retro-Look oder frisch lackiert in Flammen-Optik — der echte Indian-Fan weiß, wie er seine Maschine zu behandeln hat. In Berghausen traf sich jetzt der Indian Motocycle Club, um bei gemütlichem Beisammensein über ihr liebstes Hobby zu plaudern.

Zwei Tage lang "hausten" die Motorrad-Liebhaber in und um die Schützenhalle. Aus ganz Europa waren die Mitglieder angereist — denn ein solches Ereignis lässt man sich nicht entgehen. Mit dabei sind auch Heribert Schellmann aus Schmallenberg und Josef Gördes aus Westernbödefeld. Von 1901 bis 1953 wurden die Indian Motorräder in Springfield (USA) gebaut — "und jede Maschine ist ein Highlight", versichert Club-Präsident Rafael Rienks: "Sie funktionierten. Sie sind solide gebaut und etwas ganz Exklusives."

Während des Treffens pflegt man die sozialen Kontakte. Denn nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus der Schweiz und den Niederlanden sind die waschechten Indian-Liebhaber angereist — teilweise sogar auf ihren Maschinen. "Ja, Indian fährt man aus Leidenschaft", weiß der Club-Präsident und führt seine Maschine vor. "Diese Treffen fördern den Zusammenhalt. Man kann sich hier ja auch gegenseitig Tipps geben", erzählt er und gerät wieder ins Schwärmen. Die runtergezogenen Kotflügel, der flache Sattel, der Halbschalenhelm — die Indian-Fahrer lieben die typischen Merkmale an ihrem Hobby.

Insgesamt 150 Mitglieder kamen zum Erfahrungsaustausch nach Berghausen. Der Älteste unter ihnen ist Hans Mack aus Berlin. Der 79-Jährige hat eine ganz Besondere Beziehung zur Indian: Von 1947 bis 1955 ist er nämlich auf einer solchen Maschine "Steilwand" gefahren. "Ja, die steile Wand, das kann man sich vorstellen wie einen senkrechten Kessel — ein Kochtopf eben — mit zehn Metern Durchmesser und sechs Metern Höhe", erklärt Mack mit leuchtenden Augen. "Ich bin in ganz Westdeutschland aufgetreten — auf der Kirmes und auf dem Rummel. Ich war auch in Reiste, Meschede und Neheim-Hüsten", schwelgt der Berliner in seinen Erinnerungen. 1936 probierte er die Steilwand das erste Mal aus — Angst hatte der Motorrad-Fahrer dabei nicht: "Entweder man macht es einfach oder man macht es nie." Das Gefühl, senkrecht eine Wand entlang zu sausen, kann er aber nur schwer beschreiben: "Das ist wie in einem Rausch, ich kann es nicht erklären." Hans Mack liebt den Nervenkitzel. Noch vor fünf Jahren wagte er einen Tandemsprung mit dem Fallschirm. Unter den Motorrad-Begeisterten fühlt er sich seit 1992 bestens aufgehoben. Viele können von seinem Wissen profitieren: "Mittlerweile kenne ich jede Schraube an der Indian", lächelt der charmante Berliner. In knapp einem Monat geht es für die eingefleischten Fans aber schon wieder weiter mit der Indian-Leidenschaft. In Finnland findet nämlich Anfang August eine internationale Indian Rallye statt.


 

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