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"Muggeln" bekämpft die Armut

Olpe, 03.09.2008 09:45 Uhr (SK)

Bald ist es wieder so weit, dann darf im Schatten der Olper St.-Martinus-Kirche — zum mittlerweile 35. Mal — "gemuggelt" werden. Der Erlös ist wieder für die Arbeit kirchlicher Entwicklungsprojekte in Brasilien, Indien und Afrika bestimmt.

Am Sonntag, 21. September, beginnt die ungewöhnliche Kirmes um 14 Uhr auf dem Olper Marktplatz. Im brasilianischen Vitoria ist Pater Hugo Scheer von den Steyler Missionaren tätig. Er kümmert sich zusammen mit der Caritas seiner Diözese um Straßenkinder. Ein besonderes Augenmerk richtet er dabei auf HIV-infizierte Kinder, die in eigenen Häusern besonders liebevoll betreut werden. Straßenkindern und ihren Müttern gehört die besondere Aufmerksamkeit der Caritas Vitoria und des Ordensmanns aus Olpe. Als Rektor der kirchlichen Universität in Vitoria kennt Pater Hugo den Stellenwert einer guten Ausbildung. Deshalb sollen auch die ehrenamtlichen Mitarbeiter sowie Priester und hauptberufliche Laien eine bestmögliche Ausbildung erhalten. Die Muggelkirmes fördert dies mit zwei Stipendien für Studierende. Die Jugendarbeit in der Erzdiözese Vitoria erhält ebenso eine Förderung wie größere Anschaffungen im "40-Betten-Krankenhaus" des kleinen Ortes Rubim. Das war Pater Scheers erstes großes Projekt — und dieser ersten Liebe sei er auch weiterhin stark verbunden, so der Olper in Südamerika. Im Jahr 2007 wurden aus Muggelkirmesgeldern 10.500 Euro und 11.136 Euro von den Sternsingern an Pater Hugo Scheer übergeben. In diesem Jahr waren es bereits 11.200 Euro aus Erlösen der Muggelkirmes und 8893 Euro von den Sternsingern. Die Zusammenarbeit soll weiterhin aktiv gestaltet werden. So ist unter anderem eine Studienreise für Teilnehmende aus dem Pastoralverbund Olpe-Biggesee nach Brasilien für den Herbst geplant. Das wäre ein symbolischer Gegenbesuch zum einjährigen Einsatz von Herberth Gomes Ferreira aus Vitoria in Olpe. Der junge Mann hat in diesen Tagen seinen einjährigen Dienst als "Missionar auf Zeit" in Olpe beendet. Besonders die Familien Frank Bergerhoff und Ludger Zeppenfeld sowie Martha Löser-Kattwinkel und ihr Mann Jochen haben sich um den Gast aus dem fernen Lateinamerika gekümmert. In Brasilien läuft nun das Auswahlverfahren für einen weiteren Jahrespraktikanten, der im Sauerland zu Gast sein soll. Fast ein ganzes Menschenleben war Pater Willi Hoff von den Steyler Missionaren in Afrika als Priester tätig. Hoff, gebürtig aus der Olper Winterbergstraße, kümmerte sich um Viehzucht und Transportwesen, baute Autowerkstätten und Stromturbinen. Heute lebt Pater Hoff hochbetagt im rheinischen St. Augustin. Aber er ist immer noch aktiv und seinen Einsatzstationen im zentralen Afrika verbunden. Insbesondere stehen schulische und praktische Ausbildung der Kinder im ehemaligen Zaire auf der Prioritätenliste ganz oben.


 

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