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"Aus" nach 113 Jahren?

Herdorf, 20.01.2010 01:30 Uhr

Der Vorstand trat zurück, ein neuer Vorstand konnte nicht gefunden werden, dennoch hat der Verein einen Vorstand. Diese bizarre Konstel­la­tion ergab sich bei der Jahres­haupt­ver­samm­lung des Männer­chor Herdorf (MCH) in der Gast­stätte Chris­tians.

Nachdem der Vorsitzende Jürgen Euteneuer und der stellv. Vorsitzende Peter Wagner aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidierten, blieb nur der Kassierer Andreas John übrig, der sein Weitermachen signalisierte. Einen Geschäftsführer konnte der Verein bereits im Vorjahr nicht finden. Versammlungsleiter Heinz Käppel gelang es trotz eindringlicher Ermahnungen nicht, Vereinsmitglieder zur Kandidatur für einen Vorstandsposten zu animieren — das Schicksal des 113 Jahre alten Vereins steht damit auf dem Spiel.

Dennoch hat der ehemalige Meisterchor weiter einen Vorstand, denn laut Satzung bleibt der alte trotz des Rücktritts so lange im Amt, bis sich ein neuer formiert hat. Und das muss laut Satzung innerhalb der nächsten sechs Wochen geschehen.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden ergab sich aus den Jahresberichten eine durchaus positive Bilanz des MCH. Der Verein hat 31 aktive Sänger in seinen Reihen, die insgesamt 1271 Probenstunden absolvierten bei einem Probenbesuch von rund 80 Prozent. Auch die Kasse ist in Ordnung. Nur der Altersdurchschnitt von 71,7 Jahren gibt zu denken. Für den Gesamtvorstand gab es jedenfalls Entlastung.

Amtsgericht kann auflösen

In der Rückschau lebten noch einmal zahlreiche Ständchen auf, dirigiert entweder von Andreas Risse oder dem Vizechorleiter Bernd Minker. Es gab Wanderungen, ein abendliches Singen vom Kreuz herab, man beteiligte sich am 130. Geburtstag des MGV Sassenroth, nahm teil am Treff der Chor-AG am Bergbaumuseum, gestaltete das Herbstkonzert im Knappensaal, beging das Stiftungsfest mit Vorabendmesse und unternahm eine Winterwanderung mit Besuch des Jugendherbergsmuseums und der Weihnachtskrippe bei Hans Ermert. Das Vermieten des vereinseigenen Zeltes ist ein wesentlicher Positivfaktor für die Vereinskasse.

Die erfreulichen Aspekte können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in den letzten Jahren immer schwieriger wurde, einen funktionierenden Vorstand zu finden. Das weitere Prozedere sieht nun so aus, dass innerhalb der nächsten Wochen ein zweiter Anlauf gestartet wird, einen Vorstand zu finden. Sollte auch dieser negativ verlaufen, wird das Amtsgericht Montabaur, da der MCH ein eingetragener Verein ist, einen weiteren Termin festsetzen.

Sollte sich auch hier nichts ergeben, kann das Amtsgericht einen Vorstand aus der Mitgliederliste bindend benennen, oder nach Prüfung der Sachlage den Verein auflösen. Dem könnte der MCH noch zuvorkommen, wenn er das Löschen als eingetragener Verein aus dem Vereinsregister beantragt.

Aus der Versammlung wurde auch der Vorschlag einer Fusion mit einem anderen Gesangverein laut. Mit welchem, war nicht zu erfahren. Mit Fusionen hat der MCH freilich Erfahrungen. 1971 setzte sich der Männerchor 1897 Herdorf aus dem ehemaligen MGV Herdorf und dem MGV "Cäcilia" zusammen. Die "Cäcilie" verband sich nach dem Kriege mit dem aufgelösten MGV "Einigkeit".

 

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1 Kommentar »
 
16.02.10 19:03 Uhr
Sanni
Ausnutzerei
Ich selber kenne schon genug Leute die Hartz4ausnutzen.Es muß viel mehr kontroliert werden.
Und bei Betrug Geld streichen.Bis diese Menschen ehrlich werden.Hartzerhöhung kommt nicht bei den Kindern an.Wird nur zum wohl der Eltern sein.Wann sieht das unser Staat endlich ein.


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