
Oberdresselndorf, 15.08.2010 01:30 Uhr
Im Namen des Heimatvereins begrüßte Gerold Klein kürzlich eine muntere Schar Ferienkinder mit Begleitpersonen.
Beginnend beim Dorfgemeinschaftshaus in Oberdresselndorf führte Erich Otto die Gruppe durch die Oberdresselndorfer Landschaft und vermittelte unterwegs Interessantes und Wissenswertes über die Natur und ihre Besonderheiten. Zunächst galt es, die Steigung des Rabenscheider Wegs zu bewältigen, was für die Jüngeren allerdings kein Problem war. Schon bald tauchten die imposanten Felsen des Wildweiberhäuschens zwischen den Bäumen auf, wo Joachim Herzig die Sage von den wilden Weibern vortrug. Die ganze Wandergesellschaft ließ sich, vor den Steinhöhlen stehend, von dieser alten Geschichte gefangen nehmen. Dann ging's weiter zum Rabenscheider Holz. Beim Eintritt in den Hochwald hielt Erich Otto den Trupp an und machte auf den Grenzverlauf zu Hessen aufmerksam, der hier seit alters durch einen breiten Graben gekennzeichnet ist. "Seid ihr euch bewusst", wandte er sich an eine Jungengruppe, "dass ihr schon in Hessen seid"? Und zu den Übrigen: "Und ihr steht noch in Nordrhein-Westfalen!"
Überhaupt lassen sich immer wieder ortsfremde Wanderer von der Tatsache beeindrucken, dass sich hier in diesem naturgeschützten Landschaftswinkel drei Bundesländer berühren. Wenige Gehminuten weiter grenzt vom Westerwald her das Bundesland Rheinland Pfalz an. Nach kurzer Wegstrecke durch Hessen und nach Verlassen des Hochwaldes wurde die Brücke über den Winterbach passiert. Stumm genossen die Wanderer den schönen Anblick dieses Gewässers, mit seinen zahlreichen bemoosten Steinen im Bachbett.
Doch dann ging's noch mal richtig zur Sache, denn der Weg hinauf zum "Höpcheshain", dem Etappenziel, ist noch einmal sehr steil. Eine wackere Gruppe des Heimatvereins kümmerte sich um das Wohlergehen der Abendwanderer. Die Männer hatten Bänke und Erfrischungsgetränke organisiert und versorgten die Wanderer mit Grillwürstchen. Gerne verweilt man auf dieser Höhe, die unter Spaziergängern beliebt ist. Der Blick schweift weit über das Dresselndorfer Tal bis hinüber zur Kalteiche und ins Hessenland. Hier auf dem "Höpcheshain" stehen Ruhebänke und der ganze von Wald umrahmte Platz beeindruckt mit großen Basaltfindlingen und einer naturbelassenen Umgebung.
Es war der ideale Ort für die Kinder zum Rumtoben und Versteckspielen. Nach etwa einer Stunde "Höhenluft" ging's dann allerdings wieder in Richtung Dorf. Diesmal wurde der Weg durch den Buchenborn genommen, wo die dicken und knorrigen Straßenbäume rechts und links des Weges noch zusätzlich den abenteuerlichen Charakter dieser Abendwanderung unterstrichen.
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