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"Beten für des anderen Seelenheil"

Brilon-Wald, 13.07.2008 01:16 Uhr

Ein Leben ganz in Hingabe für Gott — ausschließ­lich nach dem bibli­schen Grund­satz des ersten Gebotes leben die Ordens­schwes­tern hinter den Mauern des Karmels St. Josef in Brilon Wald. Was für Außen­ste­hende befremd­lich wirken könnte, ist für die zurzeit sechs Karme­li­tinnen Alltag. Sie führen ihr Leben in päpst­li­cher Klausur, das heißt in Abge­schie­den­heit vom Welt­li­chen im Gebet und Dienst Gottes.

Nicht einmal der für den Karmel zuständige Pater Klaus Wodsack hat den geschützten Bereich des Karmels bisher von innen gesehen. Bei Betreten der durch den Papst verhängten Klausur würde der Priester auch seine Exkommunikation riskieren. Bis auf die Außenschwester Maria Magdalena sieht auch er die komplett verhüllten Karmelitinnen bei den Gottesdiensten in der Klosterkapelle nur in einem durch ein Gitter abgetrennten Gebetsraum.

"Die Berufung der ,Unbeschuhten Karmelitinnen' — so heißt der im 16. Jahrhundert durch Teresa von Ávila gegründete Orden — ist eine ganz spezielle", erklärt Pater Wodsack. Der Karmel St. Josef in Brilon-Wald ist 1983 als Zweig eines Ende der 70er-Jahre im belgischen Quiévrain gegründeten Mutterhauses entstanden. Die zurzeit sechs Ordensschwestern leben dort streng nach der alten, noch in lateinischer Sprache verfassten Heiligen Schrift.

Tag beginnt um 5.30 Uhr

Der straff durchorganisierte tägliche Tagesablauf der Karmelschwestern beginnt bereits um 5.30 Uhr mit dem Aufstehen und dem anschließenden Beten der "Laudes" in der Klosterkapelle. Nach diesem ersten Morgengebet widmen sie sich der etwa einstündigen Betrachtung (dem Studium) von Themen aus der heiligen Schrift.

Es folgen zwei weitere Gebete — die "Prim" und die "Terz" — worauf um 8 Uhr die Heilige Messe gefeiert wird. Wenn sich der Orden dann um 9 Uhr zum gemeinsamen Frühstück trifft, sind die Schwestern bereits einige Stunden auf den Beinen. Pater Wodsack erklärt: "Die über den ganzen Tag immer wiederkehrenden Gesänge und Gebete in geistig sehr anspruchsvoller Spiritualität verlangen einer Karmelitin einiges ab. Hierfür müssen sie in einer guten geistigen und auch körperlichen Verfassung sein. Das schreckt dann auch immer wieder Anwärterinnen, die den Orden auf Probe besuchen, vom Eintritt in die Gemeinschaft ab."

Nach dem Frühstück verrichten die Nonnen verschiedene, im Karmel anfallende Arbeiten: Sie pflegen den Garten, ernten selbst angebautes Obst und Gemüse, kochen, erledigen die Hausarbeit oder erstellen verschiedene Handarbeiten und Stickereien, wie zum Beispiel Messgewänder für die Priester. Voller Bewunderung zeigt Pater Wodsack die prachtvoll gestalteten liturgischen Gewänder in der Sakristei der Klosterkapelle. "Gerade an diesen wunderbaren Arbeiten sieht man, mit welcher Hingebung sie sich Gott widmen." Die "Sext" (Gebet zur sechsten Stunde) läutet dann das gemeinsame Mittagessen und die anschließende Rekreation (Entspannungsphase) ein, bevor um etwa 13.30 Uhr die "Non" gebetet wird. Nach der anschließenden Prozession verrichten die Karmelitinnen von 14 bis 16.30 Uhr wieder ihre Arbeiten. Darauf folgt mit der Vesper ein weiteres Stundengebet.

Von 17 bis 18 Uhr widmen sich die Schwestern wieder der Betrachtung der Heiligen Schrift und essen dann zu Abend. Nach einer weiteren Entspannungsphase folgt um 19.30 Uhr das Abendgebet, bevor gegen 20 Uhr die kirchliche Nacht beginnt. Nach einer Stunde strengstem Stillschweigens folgt das Nachtgebet (Noctum), nach dem die die Nonnen gegen 22 Uhr zu Bett gehen.

Eine Ausnahme bildet hier die Außenschwester Maria Magdalena, die für den Orden die "weltlichen" Dinge wie Einkaufen, Behördengänge und Weiteres erledigt. Sie hat ebenfalls jahrelang in Klausur gelebt. An den Gottesdiensten nimmt sie, wie Pater Wodsack, in den öffentlichen Räumen der Klosterkapelle teil. Zu den Beweggründen, warum sie vor 22 Jahren dem Orden beigetreten ist, sagt sie: "Aus der Liebe zu Gott und zum Heil der eigenen Seele und der Seele der anderen."

 

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4 Kommentare »
 
02.01.09 13:24 Uhr
Gudrun Schmidt
Karmel St. Josef
Liebe Leut´,
die Karmelitinnen fertigen wundervolle Grußkarten z.B. zum Geburtstag, Weihnachten, Trauer.
Aus diesen ist ihre wunderbare hingabe zu erkennen, die Texte und Bilder unvergleichlich, die Karten sind auch preiswert. Diese verschicken sie gerne. Bestellung tel. zwischen 10:30 und 11:30 außer am Wochenende: 02961/ 6445.
Allen ein gnadenvolles 2009
Gudrun Schmidt
29.09.08 10:29 Uhr
Astrid
Anschrift Karmel St. Josef
Karmel St. Josef
Korbacher Str. 89
59929 Brilon Wald
30.07.08 19:21 Uhr
hp.gross@t-online.de
Karmel St.Josef , Brilon Wald
über die e-mail-Adresse Ihres Redakteurs Oliver Heimann(o.heimann@sauerlandkurier.de) haben wir versucht, die Anschrift des Klosterxs in Brilon-Wald zu erfahren. Unsere e-mail ist nicht angekommen. Daher nochmals unsere Bitte um Bekanntgabe der Anschrift an unsere e-mail-Adresse wie vor. Danke
18.07.08 20:21 Uhr
Gisela Baumann GT
Karmel in Brilon-Wald
Danke - sehr informativ! Zufällig stiess ich im Internet auf den "Sauerlandkurier" und las den interessanten Bericht. Der Name Karmel leitet sich bekanntlich von dem gleichnamigen Berg in Israel ab. Dorthin zogen sich schon in alten Zeiten immer wieder Einsiedler zurück, um, wie der Prophet Elija, in der Einsamkeit und Stille mit Gott tiefer ins Gespräch zu kommen. Im 12. Jahrhundert erfolgte dort auch die Ordensgründung. Der Karmel ist ein kontemplativer Orden in "Gebet, Einsamkeit und Gemeinschaft".

Daher ist st es auch verständlich, dass das Kloster der Karmelitinnen in Brilon-Wald nur wenigen bekannt ist. Soviel ich weiss, betreiben Karmelitinnen weniger tätiges Apostolat, sondern in erster Linie wollen sie den Willen Gottes annnehmen, Gott loben und danken und im Gebet auch für andere da sein. Wie dankbar müssen wir sein, dass es in unserem im Wohlstand befindlichen, aber gottlos gewordenen Land diese 0rdensschwestern gibt, die in Maria ihr Vorbild sehen, den Willen Gottes annehmen und ununterbrochen ein Leben des Opfers und des Gebetes führen für das Heil der Seelen (auch stellvertretend für uns Weltmenschen), und so teilnehmen am Erlösungswerk Christi.

Die grosse Karmelitin "Therese von Lisieux", die den kleinen Weg in Liebe, Demut, Vertrauen und kompromissloser Nachfolge ging, schrieb in ihrer Selbstbiographie:

"Wir werden vollendet, wenn wir Gottes Willen tun, wenn wir das sind, was wir sein sollen."

Gelobt sei Jesus Christus!


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