
Mudersbach, 02.10.2011 02:30 Uhr
Viele zufriedene Gesichter sieht man derzeit in Mudersbach rund um die neu errichtete Mehrzweckhalle, die nun als "Giebelwaldhalle" fester Bestandteil des örtlichen Lebens sein wird. Seit Mitte August nutzen bereits die Vereine und die Kindertagesstätte "Sonnenschein" die modernen und hellen Räumlichkeiten an der Barbarastraße, inzwischen prangt auch das Logo mit dem Kunstwerk von W. Helfferich vor dem Haupteingang.
Rot/grau gestrichen und mit versetztem Pultdach macht die Mehrzweckhalle dezent auf sich aufmerksam.In und an der Halle gibt es vieles, das die Nutzer nicht bemerken oder noch nicht bemerken, was jedoch das neue Domizil der Mudersbacher Vereine in der Region einzigartig macht, wie Architekt Manfred Bender erklärt. "Wir haben ein modernes Gebäude im Passivhausstandard errichtet, das im Vergleich zum normalen Gebäude 80 Prozent weniger Energie verbraucht."
Als die Planer der Manfred Bender Architekten GmbH Ende 2009 den Vorschlag machten, die Halle als Passivhaus zu planen, wurde dieser von der Ortsgemeinde Mudersbach positiv bewertet.
Die Förderstelle des Landes Rheinland-Pfalz, welche die überwiegenden Mittel aus Töpfen des Konjunkturpakets II beisteuerte, hat die Mehrkosten hierfür gefördert. Das Gute daran: An den Mehrkosten beteiligt sich das Land, die drastisch geringeren Unterhaltungskosten kommen der Kommune zugute.
Das bedeutet nun für die Mudersbacher, dass sie ein modernes und auf die Bedürfnisse der Vereine maßgeschneidertes Gebäude bekommen haben, das sich auch auf Dauer nicht als "Klotz am Bein" für den Kämmerer erweisen wird, wie der Neunkirchener Architekt erklärt. "Wir konnten es dank der guten Zusammenarbeit mit den Genehmigungsbehörden und den örtlichen Entscheidungsträgern so gestalten, dass das gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Leben ein Zuhause bekommt, in dem sich jeder wohlfühlen kann - ob im Jugendtreff, im Kraftraum oder auf der Bühne. Die Zugänglichkeit ist barrierefrei, wie man dieses heute erwarten darf." In einem freundlichen Rot-Ton und Grau gestrichen und mit versetztem Pultdach macht die Mehrzweckhalle dezent auf sich aufmerksam. In der Halle freut sich das Auge über helle Hölzer an den Wänden und auf dem Boden.
Die Idee des Passivhauses ist nicht neu, aber in der Region gab es bislang keine Erfahrungen mit einer solchen Bauaufgabe. "Die Entscheidung für den Passivhausstandard ist damit richtungsweisend für die Region", so Architekt Bender.
Die Besonderheit am Passivhaus - so wie in Mudersbach gebaut - ist, dass die Luft im Gebäude ständig ausgetauscht wird, durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung jedoch die Wärme im Gebäude verbleibt. Die Frischluft erhält die Wärme der Abluft, ist aber dennoch sauerstoffreich und sogar pollenfrei. Bender erläutert: "Wir stellen dank der intelligenten Anlagen-Steuerung sogar sicher, dass die Menge an frischer Luft auf die Zahl der Benutzer und deren Tätigkeit selbststeuernd angepasst wird." Sensoren messen Temperatur und den CO2-Gehalt der Luft und regeln dann so die Leistung der Motoren. Jeder bekomme so seine Menge frische Luft und die gewünschte Raumtemperatur, ohne dass er beispielsweise im Winter die Fenster aufreißen müsse und Kälte und Zug abbekomme. Das erhöhe den Komfort und spare gleichzeitig Energie und damit Geld.
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