
Kreuztal, 22.08.2010 01:45 Uhr
Die DRK-Rettungshundestaffel Kreuztal im DRK-Kreisverband Siegen-Wittgenstein verfügt ab sofort über ein geprüftes Mantrailerteam. Rüdiger Grodzycki aus Siegen hat mit seiner Cockerspaniel-Hündin Mary die erste DRK-Mantrailerprüfung nach der DRK-Prüfungsordnung in Büchen/Lauenburg (Schleswig Holstein) bestanden.
Was ist das? Ein Mantrailer hilft bei der Suche nach vermissten Personen. Ein Trail ist die amerikanische Bezeichnung für den Verlauf einer Route. Das Vorhandensein eines mit dem Individualgeruch der gesuchten Person behafteten Gegenstandes oder Kleidungsstückes ist unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Suche. Die Entnahme eines Geruchsträgers ist daher stets vom Hundeführer selbst vorzunehmen. Der Geruchsträger ist immer der Schlüssel zum erfolgreichen Trail. Dabei wird dem Hund eine Geruchsprobe des Vermissten gegeben und wird dann an dem Ort angesetzt, wo die Person zuletzt gesehen wurde. Selbstständig muss der Hund dann die Fährte aufnehmen und verfolgen. Die Ausbildung dauert oft mehrere Jahre und nur nach bestandener Prüfung darf der Rettungshundeführer in den Einsatz.
Die Mantrailer-Prüfung beim DRK Büchen begann mit Fachfragen aus den Bereichen, Sanitätsdienst, Erste Hilfe am Hund, Kynologie (Lehre von Rassen, Zucht, Pflege), Orientierung und Kartenarbeit, Sprechfunk, Sicherheit im Einsatz, Transport von Hunden und Einsatztaktik. "Nach dem Mittagsessen wurde es für Mary ernst. Die Temperatur war schon bei 30 Celsius und es war sehr trocken, was für den Hund Schwerstarbeit bedeutet. Gestartet wurde an einem großen Parkplatz, wo die gesuchte Person vor etwa 24 Stunden das letzte Mal gesehen wurde. Mary fand sofort die richtige Richtung. Die Spur führte durch eine Siedlung mit mehreren Kreuzungen, in einen Wald, vorbei an einem Tennisplatz, einem Campingplatz und einem Freibad", berichtet Rüdiger Grodzycki.
Mary fand die gesuchte Person auf einem großen Parkplatz, wo die Badegäste ihre Autos parkten. Mary hat während der Prüfung rund 2,5 Kilometer Geruchsspur ausgearbeitet und dabei wegen der großen Hitze zwei Liter Wasser verbraucht. Die Suche dauerte 55 Minuten. Seit über 10 Jahren wird in beim DRK-Landesverband Westfalen Lippe aktiv mit sog. Flächensuchhunden nach vermissten Personen gesucht und somit die Polizeiarbeit effektiv unterstützt.
"Mit dem Anstieg des Altersdurchschnitts der Bevölkerung ist davon auszugehen, dass insbesondere die Suche nach verwirrten bzw. demenzkranken Personen in der Zukunft weiter zunehmen wird. Daher war es aus Sicht des DRK verlockend, nunmehr auch so genannte Mantrailer, also Personenspürhunde, die einer individuellen Geruchsspur folgen, auszubilden", erklärt Volker Koch, Fachberater für Rettungshundearbeit im DRK-Landesverband Westfalen-Lippe.
Der Einsatzbereich des Siegerländer DRK-Mantrailerteams erstreckt sich bis Bielefeld, Münster und ins Ruhrgebiet. Weitere Infos zur DRK-Rettungshundearbeit auf www.drk-kreuztal.de.
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