
Freudenberg, 08.08.2010 01:30 Uhr
Über weit reichende Fortschritte in schulischer Ausbildung und Förderung mehrfachbehinderter Kinder konnte Bischof Jeevan Roy Komanapalli (Bild Mitte), Einrichtungsleiter des sozial-missionarischen Werks "Emmanuel Ministries" im süd-indischen Tamaram, bei seinem Besuch im Friedenshort berichten.
Zusammen mit seiner Frau Nalini, die das Krankenhaus der Einrichtung leitet, war er jetzt für einige Tage im Friedenshort zu Gast. Seit rund sechs Jahren unterhält der Friedenshort eine Projektpartnerschaft mit "Emmanuel Ministries" in Indien und leistet fachliche und finanzielle Hilfe. So entstanden unter anderem Internatsgebäude für 80 Jungen und Mädchen, die vor Ort leben und unterrichtet werden. Ausstattung für Therapieeinrichtungen, ambulante Hilfen für Familien in den umliegenden Dörfern, BerufsAusbildung für junge Erwachsene und die Finanzierung von notwendigen Operationen aufgrund der weit verbreiteten Polio-Erkrankungen gehören ebenfalls zur ausschließlich durch Spenden finanzierten Unterstützung.
"Im Juni haben wir in 19 umliegenden Bezirken Umfragen durchgeführt, um den Hilfebedarf in Familien konkreter zu ermitteln", berichtet Bischof Jeevan. Die Daten zu rund 1400 Kindern wurden ausgewertet. Ein Ergebnis: Die Angebote für gehörlose Kinder sollen ausgebaut werden. "In vielen Dörfern leben überproportional viele gehörlose Kinder, warum das so ist, muss noch weiter erforscht werden", so Bischof Jeevan. Derzeit werden schon 33 gehörlose Kinder in provisorischen Räumen des Internats unterrichtet. Zudem wurde eine ausgebildete Hör- und Sprachtherapeutin eingestellt, die mit einem mobilen Labor gute Diagnostik zum Sprach- und Hörvermögen leisten kann. Im Herbst 2010 soll der Bau einer speziellen Förderschule abgeschlossen sein. Hier gibt es dann nicht nur Klassen für Gehörlose, sondern auch für Kinder mit geistiger oder Mehrfachbehinderung, für die der integrative Unterricht nicht optimal ist. Bischof Jeevan: "Wir schaffen aber den integrativen Unterricht nicht ab, je nach Fortschritt können die Kinder auch wieder in diese Schulform zurück wechseln". Für ältere Jugendliche und junge Erwachsene wird es Unterricht für handwerkliche Fertigkeiten geben, die auch dazu dienen, später den Lebensunterhalt einmal selbst bestreiten zu können.
Der Friedenshort sicherte Bischof Jeevan seine weitere Unterstützung zu. "Die guten Erfolge vor Ort bestätigen uns in unserem Handeln", betont Pfarrer Leonhard Gronbach, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort. Der von Anfang an gewählte Ansatz, die fachliche Hilfe gleichberechtigt neben die finanzielle Unterstützung zu stellen, trage Früchte.
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