
Wilnsdorf, 29.08.2010 01:16 Uhr
Dr. Gerhard Zoubeks Worte klingen selbstverständlich, sind es aber nicht. Man habe ja auch einen Unterhaltungs-und Wohlfühlauftrag, sagte der Haigerer Bürgermeister bei der Präsentation des Kulturprogramms seiner Stadt, welches gemeinsam mit der Gemeinde Wilnsdorf auf die Bühnen gebracht wird. Dem wird man länderübergreifend gerecht? und zeigt damit auch den vermeintlich "Großen" im Kulturzirkus, wie es geht.
Denn die Kulturmacher der Region sehen sich gerne unterwegs im Auftrag der Bildung. Doch das ist nicht unbedingt immer das, was das Publikum sehen will. Aller Orten wird also geklagt über mangelndes Zuschauerinteresse und sinkende Abo-Zahlen. In Wilnsdorf sind es auch in diesem Jahr wieder 280 Personen, die sich ein Abo kaufen. Ein Beleg dafür, welch gutes Gespür die Programmplaner haben.
So wurde auch für die Spielzeit 2010/2011 wieder die Balance zwischen "hoher Kunst", vermeintlichen "Schenkelklopfern" und gewagten Experimenten gehalten. Kompliment: Was den Gästen des Siegener "NRW-Tags" als "Top-Act" auf der großen Bühne verkauft wird, holen die Verantwortlichen kurze Zeit später in die Wilnsdorfer Festhalle: Die Pop-Band "Luxuslärm" tritt dort am 26. März auf.
Qualitativ hochwertig ist der Auftakt zur neuen Saison: Ron Williams ist der Hauptdarsteller der "Nelson-Mandela-Story" (24. September, Stadthalle Haiger). In Wilnsdorf kommt mit "Keinohrhasen" ein Kino-Hit auf die Bühne der Aula (25. September, 20 Uhr).
"Das Geld anderer Leute", eine Komödie mit Martin Semmelrogge, wird am 12. November in Haiger gezeigt. Kurz drauf (17. November) spielen "The Cavern Beatles" aus Liverpool die Chart-Erfolge der "Fab Four" in der Stadthalle nach. Auch Heino kommt nach Haiger ? am 10. Dezember ist der Schlager-Barde in der Stadtkirche zu Gast.
Ellen Schwiers lädt ein zum "Gin Rommé" in die Aula Wilnsdorf (28. Januar), das "Duo Parthenon" zu einem Kammerkonzert ins Museum (20. Februar). Mit dem Stephen-King-Stück "Misery" wird es in der Haigerer Stadthalle gruselig (25. Februar), bei "Nie wieder arbeiten" am 3. April in Wilnsdorf darf dafür wieder gelacht werden (Komödie, unter anderem mit Tanja Schumann).
Gute Kultur hat seinen Preis. "Wir mussten etwa zwei Euro pro Eintrittskarte drauf schlagen", erläuterte Peter Neuser, Kulturamtsleiter in Wilnsdorf. Neun Euro teurer geworden ist das Abo der Wielandgemeinde, das insgesamt sechs Veranstaltungen umfasst. Auch ein "Weihnachtsabo" soll es bald wieder geben. Übrigens: Inhaber der "Ehrenamtskarte NRW" erhalten 50 Prozent auf Tickets.
Die Broschüre mit allen insgesamt 22 Veranstaltungen der Stadt Haiger und der Gemeinde Wilnsdorf ist ab sofort in den beiden Rathäusern erhältlich. Auch "online" kann man dort reinschauen: www.wilnsdorf.de. Karten gibt es im Kulturamt. Sie können telefonisch bestellt werden: Tel.: 02739 / 802 174.
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