"20 Kilometer nordöstlich der Wüstenstadt Quarzazate geht ohne Beheizung nichts“

Heizung für die Wüste: Firma Eltherm beliefert marokkanisches Solarkraftwerk

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Damit rund um die Uhr Energie da ist, hat die Burbacher Firma Eltherm eine Heizung in das Solarkraftwerk eingebaut.

Burbach/Quarzazate. Was soll eine Heizung in der Wüste, wo es dort doch ohnehin Sonne satt gibt. „Auch in der Wüste Marokkos, 20 Kilometer nordöstlich der Wüstenstadt Quarzazate, geht ohne Beheizung nichts“, stellt Rafael Delgado fest.

„Eine zuverlässige elektrische Begleitheizung ist sogar essenziell für den unterbrechungsfreien und reibungslosen Betrieb eines solchen Solarthermischen Kraftwerkes. Auch wenn das Gewerk an sich nur einen Bruchteil des Investitionsvolumens einer solchen Anlage ausmacht, so ist es dennoch eine der sensibelsten Komponenten“, so der Leiter der Projektabteilung der eltherm GmbH weiter.

Bei NOOR I war die Aufgabe für eltherm, das thermische Speichersystem zu beheizen. Ein besonders kritische Punkt, da der Ausfall des Systems den Stillstand des gesamten Kraftwerks zur Folge hätte. Ein solches Kraftwerk besteht im Prinzip aus drei Teilen: dem Parabolrinnenfeld, den Energiespeichertanks und dem Dampfturbinen-Kraftwerk. Riesige Parabolspiegel fangen die thermische Energie der Sonne ein und konzentrieren diese. In diesem Brennpunkt wird ein geeigneter Wärmeträger (HTF = Heat Transfer Fluid) auf nahezu 400 °C erhitzt. Das Thermoöl wird dann zum Wärmetauscher transportiert, dessen heißer Wasserdampf die Dampfturbinen zur Stromerzeugung antreibt. Am Abend und in der Nacht, wenn die Sonne nicht scheint, aber der Energieverbrauch hoch ist, muss die Energie aus einem Speicher zum Betrieb der Turbinen herangezogen werden. Diese thermischen Speicher (Thermal Energy Storage Systems) bestehen aus geschmolzenem Salz (Molten Salt). Dieses Molten Salt System besteht aus zwei Tanks, ein Tank für das kalte Salz und ein Tank für das heiße Salz. Darüber hinaus aus Pumpen für das heiße und kalte Salz und die HTF- und Salz-Wärmetauscher. Die Sonnenenergie des Tages wird im heißen Salztank gespeichert. Am Abend wird über Wärmetauscher das heiße Salz in den Tank mit kaltem Salz gepumpt. Die daraus resultierende Wärme sorgt dafür, dass das HTF System weiter die Dampfturbinen zur Stromerzeugung betreibt.

Die besondere Herausforderung für die elektrische Begleitheizung bei diesen Kraftwerken und somit für eltherm liegt darin, dass der Gefrierpunkt von geschmolzenem Salz sehr hoch ist, bei etwa 240 Grad. Das heißt, kühlt das Salz und somit das gesamte System unter diese Temperatur ab, wird das Salz fest und der Fluss im System kann nicht gewährleistet werden. Die Beheizung muss sicherstellen, dass die Tanks, die Rohrleitungen, die Pumpen, Ventile und sonstige Teile im System über 265 Grad gehalten und Wärmeverluste vermieden werden. „Wir haben über kilometerweise Heizleitungen installiert. Mit unserem selbstentwickeltem Kontroll- und Überwachungssystem stellen wir den störungsfreien Betrieb sicher. Mit einer Installationszeit inklusive Inbetriebnahme von nur sechs Monaten hat eltherm den Zeitplan des Kunden voll erfüllt“, berichtet Delgado stolz.

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