
Siegen, 22.08.2010 01:30 Uhr
Für Andrzej Rudy steht der Erfolg über Allem? und demnach musste der Trainer der Sportfreunde Siegen sich auch bei der heimischen Presse ein kleines bisschen für seine "Störmanöver" vor dem ersten Spieltag in der NRW-Liga entschuldigen. Die putzmunteren Emrah Uzun und Volkan Okumak hatte er lange Zeit als Ausfälle für den Saisonstart deklariert, nur um sie dann Minuten vor dem Anpfiff doch aus dem Hut zu zaubern.
Der 1:0-Erfolg gab dem Coach Recht. "Wer etwas bewegen will, der muss auch verrückte Wege gehen", sagte Rudy rückblickend. Und gab damit gleichermaßen die Marschrichtung für den Rest der Spielzeit vor. Denn eines ist klar: Bei ihm weiß man nie so genau, was als nächstes kommt.
Auch nicht seine eigenen Spieler. Die schickte er am Montag zum Auslaufen quer durch Siegen, später gab es noch einen gemeinsamen Kino-Abend. Allerdings: Ein Sieg alleine berechtigt nicht zu einem Kuschelkurs mit dem Trainer. "Ich war Mitte der Woche auch etwas gereizt. Im Training ging es mir zu locker zu. Da hab ich den Jungs deutlich gemacht, dass sie noch nichts erreicht haben."
Zumal am heutigen Sonntag mit ETB SW Essen (15 Uhr) im Ruhrgebiet ein starker Gegner auf Siegen wartet. "Die gelten als Mitfavoriten auf den Aufstieg", sagt Rudy. Bis tief in die Nacht hat er die Essener per TV-Analyse studiert. Zusätzliche Tipps holte er sich von Thomas Zdebel. Sein ehemaliger Mannschaftskollege aus gemeinsamen Zeiten beim 1. FC Köln steht in Diensten von Alemannia Aachen. Dessen Team schlug die Schwarz-Weißen im DFB-Pokal mit 2:1. Vor allem Stürmer Dirk Heinzmann (kam von RW Essen) gilt als brandgefährlich. Der Kader ist seit Jahren eingespielt.
Rudy erwartet, dass der Gastgeber das Spiel gestalten wird. Die Frage ist nur, wie er darauf reagiert. Möglich sind zwei Varianten: Tief stehen und wenig zulassen oder etwas offener aber dafür mit schnellen Konterspielern. Variante eins würde für einen Einsatz von Daniel Cartus sprechen, der wieder den Spagat als Mitglied des Kaders der ersten Mannschaft und Trainer der Zweiten (ebenfalls heute um 15 Uhr im Einsatz) hinlegen müsste. Aber auch Johannes Burk käme für eine Rolle im defensiven Mittelfeld in Frage. Er hat dem Siegener Trainer beim Auftaktspiel imponiert. Entscheidet sich Andrzej Rudy für Variante zwei, dann würde wohl Matthew Dallman einmal mehr hinter den Spitzen für ein schnelles Umschalten zwischen Abwehr und Angriff sorgen. Fakt ist: Der Coach kann aus dem Vollen schöpfen. Verletzte Spieler gab es (Stand: Freitag) keine ? diesmal wirklich nicht.
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