Nachrichtenarchiv, Februar 2012

Die Uni im Herzen der Stadt

VermischtesSiegen

Für Siegens Bürgermeister Steffen Mues ist es die "wichtigste Weichenstellung seit Gründung der Universität Siegen vor 40 Jahren". Angesichts der Dimensionen, die das Projekt "Campus Siegen Altstadt" mittlerweile angenommen hat, möchte man gar noch weiter greifen: Es ist eine historische Entscheidung, die das Bild der Stadt in den kommenden Jahrzehnten einschneidend ändern wird.

Die Uni im Herzen der Stadt
Siegens Bürgermeister Steffen Mues macht sich ein virtuelles Bild von der Umgebung. In die Räume des Unteren Schlosses sollen bis zum Wintersemester 2014 Studenten der Wirtschaftswissenschaften einziehen. Foto: Tim Plachner

Die Ansiedlung der Uni im Herzen der Stadt - die Protagonisten dieses ehrgeizigen Projektes, welches schon in gut zwei Jahren Wirklichkeit werden soll, stellten in dieser Woche Details vor.

Und die hatten es in sich: Denn die ursprüngliche Idee, Teile der Uni lediglich ins Untere Schloss zu holen, ist überholt. Stattdessen soll aus dem Schloss, der ehemaligen JVA Attendorn und dem "Haus Siegen" des Kreisklinikums in der Kohlbettstraße der "Campus Altstadt" werden. Möglich macht dies eine Projektgesellschaft der heimischen Bauindustrie: Die Unternehmen Quast, Runkel und Hundhausen kaufen vom Kreis das Krankenhaus in der Oberstadt, um dort im Auftrag der Uni Siegen rund 3000 Quadratmeter Büro- und Seminarräume zu errichten. Außerdem sollen 89 Studentenwohnungen entstehen sowie eine Caféteria. Auf den Freiflächen am Kreisklinikum soll zudem ein Hörsaal gebaut werden.

Jahrhundertprojekt für die Stadt

Schaut man sich nun die Zahlen an, die aufgrund der etlichen Baumaßnahmen aufgerufen werden, wird schnell klar, dass es sich um ein Jahrhundertprojekt für die Stadt Siegen handelt: Die Kosten für den Umbau des Unteren Schlosses belaufen sich auf 15,9 Millionen Euro. Bis auf den Eigenanteil der Uni von einer Million wird der Betrag komplett vom Land Nordrhein-Westfalen erstattet. Die Projektgesellschaft investiert ihrerseits zwischen 17 und 18 Millionen Euro in den Umbau des Kreisklinikums. Für zehn Jahre werden die Räume dann an die Uni Siegen vermietet, mit Option auf Verlängerung. Etwa zwei Millionen Euro gehen für den Bau des neuen Hörsaals drauf, der als Eigentum an die Uni geht und auch für öffentliche Foren sowie Fachtagungen verwendet werden soll. Geld, welches der Kreis gemeinsam mit der Stiftung Zukunft der Sparkasse Siegen aufwendet. Und dann ist da natürlich noch der Umzug von "Haus Siegen" nach Weidenau ins "Haus Hüttental". In den neuen zentralen Standort des Kreisklinikums investiert der Kreis Siegen-Wittgenstein rund 31,7 Millionen Euro.

Die Bauarbeiten sollen im dritten Quartal 2013 starten. "Die ersten Vorlesungen werden wir im Wintersemester 2014 abhalten", kündigte Prof. Dr. Holger Burckhart, Rektor der Uni Siegen an. Dann wird sich das Bild der Stadt wandeln: Rund 4000 Studenten und etwa 200 Lehrende der Fakultät III "Wirtschaftswissenschaften" werden die Oberstadt dauerhaft "bevölkern".

"Das war bei meinem Amtsantritt vor vier Jahren ein Traum, der nun Wirklichkeit wird. In der Altstadt wird dann eine studentische Dienstleistungs-, Geschäfts- und Kneipenszene entstehen", so Steffen Mues. Siegen werde so endlich als Universitätsstadt wahrgenommen. Landrat Paul Breuer betonte die Bedeutung des "Faktors Bildung" auch im wirtschaftlichen Zusammenhang: "In der Hinsicht wird die Uni Siegen unterschätzt. Aber sie bindet rund 20.000 Menschen in der Region." Jetzt, da sie sich "im Herzen der Stadt" ansiedeln werde, könne man auch mit dem Vorurteil aufräumen, "dass in Siegen nix los ist". Das Ziel, im Winter 2014 einziehen zu können, ist für Uni-Rektor Burckhart vor allem aus logistischen Gründen wichtig: Denn dann rechnet man mit weit gestiegenen Studentenzahlen aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs.

"Faktor Bildung" in der Wirtschaft

In den vergangenen zwei Jahren habe man die Zahl der Studierenden bereits von 12.000 auf rund 16.000 steigern können. Und bis zum Jahr 2014 sollen dann noch einmal etwa 2000 dazu kommen - vermehrt übrigens auch aus dem überregionalen Raum.

In den nächsten Wochen geht es nun um die rechtlichen Weichenstellungen. Ausschüsse von Stadt und Kreis tagen am 9. Februar gemeinsam, um über die Ansiedlung der Uni in der Altstadt zu beraten.

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Siegens Bürgermeister Steffen Mues macht sich ein virtuelles Bild von der Umgebung. In die Räume des Unteren Schlosses sollen bis zum Wintersemester 2014 Studenten der Wirtschaftswissenschaften einziehen. Foto: Tim Plachner
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Eine Architektenzeichnung: So könnte bald der neue Hörsaal am 'Campus Siegen Altstadt' aussehen.

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