Mehr als 150 Ermittler

Siebter Verdächtiger im Missbrauchsfall Bergisch Gladbach

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Das Ortsschild von Bergisch Gladbach steht am Ortseingang. Foto: Federico Gambarini/dpa

Der erschütternde Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach zieht immer weitere Kreise. Nahe Aachen hat die Polizei einen siebten Verdächtigen festgenommen. Mehrere Männer sollen ihre eigenen Kinder missbraucht haben.

Köln (dpa) - Der Missbrauchsfall von Bergisch Gladbach zieht weitere Kreise. In Alsdorf bei Aachen wurde im Zuge der Ermittlungen ein siebter Verdächtiger festgenommen.

Der 57-Jährige sei seit Samstag wegen Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in Untersuchungshaft, teilte die Polizei in Köln mit. Allein die Durchsuchung seines Hauses werde wohl mehrere Tage in Anspruch nehmen. Weitere Angaben wollten Staatsanwaltschaft und Polizei zunächst wegen der andauernden Ermittlungen nicht machen.

Vor mehreren Tagen waren vier Männer festgenommen worden, die ihre eigenen Kinder oder Stiefkinder sexuell missbraucht haben sollen. Kurz darauf wurden zwei weitere Verdächtige in Krefeld und Aachen gefasst. Ausgangspunkt für die umfangreichen Ermittlungen waren große Datenmengen, die Ende Oktober bei der Durchsuchung einer Wohnung in Bergisch Gladbach gefunden wurden.

Die Bilder auf dem Smartphone des Familienvaters - der 42-Jährige sitzt ebenfalls in U-Haft - zeigen laut Polizei schweren sexuellen Missbrauch. Durch Auswertung seines Handys kamen die Ermittler den fünf weiteren Verdächtigen auf die Spur. Mit der neuen Festnahme in Alsdorf vom Freitag steige die Zahl der Verdächtigen damit auf sieben, sagte ein Polizeisprecher.

Der mutmaßliche Täterkreis konzentriert sich bislang auf Nordrhein-Westfalen, nur einer der Festgenommenen stammt aus Hessen - dem Raum Wiesbaden. Den Ermittlern sind derzeit neun Opfer bekannt, im Alter von unter einem Jahr bis elf Jahre. Es seien weitere Opfer zu befürchten.

Die Dimension des Falls ist den Ermittlern zufolge noch nicht abzuschätzen. Die Polizei hatte mehrfach betont, dass unbekannte Täter nach wie vor aktiv sein könnten. Es sei zu erwarten, dass die Ermittlungen auf andere Bundesländer und möglicherweise bis ins Ausland ausgeweitet würden.

Mehr als 150 Ermittler arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Aufklärung. Die Federführung bei liegt bei der Kölner Staatsanwaltschaft. Zahlreiche sichergestellte Datenträger werden ausgewertet, die schwere sexualisierte Gewalt gegen Kinder zeigen. Die Verdächtigen haben laut Kölner Polizei in Chat-Gruppen mit bis zu 1800 Mitgliedern Fotos von dem Missbrauch ausgetauscht.

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