86.000 Fans bei Rock am Ring: Veranstalter ziehen positive Bilanz

+

Nürburgring/Eifel - In der Eifel geht „ein sehr, sehr friedliches Festival“ zu Ende. Drei Tage lang feierten mehr als 86.000 begeisterte Fans wieder am Nürburgring – das T-Shirt mit der Aufschrift „Home Again“ findet reißenden Absatz – und die Veranstalter ziehen eine überaus positive Bilanz.

Bei der Pressekonferenz am Sonntag gab es erneut dickes Lob für die Besucher, die der Aufforderung zum Verlassen des Geländes aufgrund einer terroristischen Gefahrenlage am Freitag ruhig, besonnen und zügig Folge leisteten. Polizeidirektor Bertram: „Für unsere Begriffe lief das sehr diszipliniert ab. Die Leute sind singend auf die Campingplätze gezogen und haben dort ihre Party gefeiert.“ Das Evakuierungskonzept habe gegriffen, die Menschen hätten sich zivilisiert und rücksichtsvoll verhalten. DRK-Leiter Thomas Hocke-Falke: „Trotz aller Vorkommnisse ist das ein sehr ruhiges Fest gewesen. Wir sind sehr, sehr zufrieden und auch ein bisschen stolz darauf.“ Bei rund 100.000 Personen rund ums Festival seien die gerade mal zwölf Fälle von Körperverletzung, 24 Unfälle mit leicht Verletzten und 14 Taschendiebstähle fast zu vernachlässigen, so Bertram. Das Rote Kreuz musste 5.500 Mal Hilfe leisten. „Wir hatten Jahre, da waren es wesentlich mehr“, so Hocke-Falke.

Rock am Ring - Eindrücke vom Nürburgring

Mal abgesehen von dem Regen, der während der Auftritts der Toten Hosen am Samstagabend begann, lief dann alles glatt. André Lieberberg, der Rock am Ring gemeinsam mit seinem Vater Marek Lieberberg veranstaltet: „Es ist ein außergewöhnlich friedliches und unglaublich lebensfrohes Festival. Die Besucher haben sich in ihrer Freude überhaupt nicht irritieren lassen. Wir haben ein tolles Programm an den Start gebracht, auch aus der Not heraus.“

Lieberberg betonte den enormen Kraftakt, das Festival nach zwei Jahren in Mendig binnen weniger Monate zurück an den Ring zu holen. Er sieht aber auch den positiven Effekt des Intermezzos: „Die Dinge, die wir uns früher am Ring nicht getraut haben“, seien durch die Erfahrung von Mendig nun auch hier möglich. So gab es auf der Rennstrecke erstmals einen Erlebnispark mit Riesenrad und Karussells sowie einen Food-Court. Vater Marek Lieberberg zeigte sich begeistert von einer anderen Neuerung, die sehr gut ankam: der Übertragung des Festivals im 360°-HD-Stream, die den Zuschauer noch intensiver am Festivalgeschehen teilhaben lässt.

Das neue Sicherheitskonzept sieht vor, dass die Besucher keine großen Taschen, Rucksäcke und Getränke mehr aufs Festivalgelände mitnehmen dürfen. Auch hier gab es Lob: „Die Ein- und Ausgangskontrolle ist sehr gut verlaufen“, so Marek Lieberberg, das Publikum habe sich sehr professionell verhalten. Man werde aber versuchen das Verfahren im Vorfeld zu verbessern - immerhin seien es rund 4000 Menschen, die hier arbeiten und gecheckt werden müssen. Unstimmigkeiten zwischen gemeldeten und tatsächlich anwesenden Helfern beim Aufbau des Festivals hatten am Freitag zu Terrorwarnung und Unterbrechung geführt.

Den Ausfall von Konzerten durch die Unterbrechung am ersten Festivaltag wird, so gut es geht, ausgeglichen: Am Samstag haben die Beatsteaks einen Teil ihres abgebrochenen Konzertes nachgeholt. Marteria kommt am heutigen Sonntag für eine Stunde an den Ring und spielt einen Teil des für Freitag vorgesehenen Konzertes, bevor er wieder in den Flieger steigt, um pünktlich um halb zwölf zu seinem Auftritt beim Nürnberger Zwillingsfestival Rock im Park auf der Bühne zu stehen. Für das ausgefallene Rammstein-Konzert aber gab es keine Chance: „Wir haben alles versucht“, betonte Marek Lieberberg am Sonntagnachmittag noch einmal. Aufgrund ihrer technischen Komplexität aber sei die Rammstein-Show – „eine der größten, die es in diesem Geschäft gibt“ – nicht so spontan nachzuholen gewesen.

Die nächste Auflage von Rock am Ring ist für den 1. bis 3. Juni 2018 geplant. Dann vielleicht mit Rammstein? Wenn es nach den Veranstaltern geht, auf jeden Fall, so Lieberberg, „aber ich kann ja nicht für die Band sprechen".

Lesen Sie auch:

Gemütliche Unruhe, friedlicher Abzug - und ein wenig Frust

Weiter geht's am Ring: Auch die Wetterlage hat sich entspannt

"Terroristische Gefährdungslage": Rock am Ring für heute abgebrochen

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare