Weltmeister Benny Höwedes im Publikum

Beatsteaks begeistern beim Clubkonzert in Düsseldorf

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Die Beatsteaks bei ihrem Konzert im Düsseldorfer Zakk.

Düsseldorf - Beim schnnökellosen Clubkonzert der Beatsteaks in Düsseldorf befinden sich unter den begeisterten Fans auch ein Fußball-Weltmeister und der Schlagzeuger der bekanntesten deutschen Punkband. 

Eigentlich füllen sie problemlos die größten Hallen der Republik und stehen als Headliner bei Festivals wie Hurricane oder Rock am Ring auf der Hauptbühne. Doch es scheint auch bei den Beatsteaks wie etwa vor ein paar Jahren auch bei Kraftklub und den Toten Hosen eine Sehnsucht danach zu geben, in einem kleinen und intimen Rahmen eines Klubkonzertes aufzutreten wie am Donnerstagabend im kleinen und natürlich ausverkauften Düsseldorfer Zakk.

Der Grund dafür ist das am kommenden Freitag, 1. September, erscheinende neue Album „Yours“. Das fällt mit 21 Songs äußerst üppig aus und bietet Kollaborationen mit Farin Urlaub von den Ärzten, Deichkind, Jamie T., Stereo Total und Chad Price. 

Dem Anlass entsprechend sind gleich die ersten drei des Sets mit „Break Down“, „You in Your Memories“ und dem programmatischen „40 Degrees“ neu – denn die sechsköpfige Berliner Band um Sänger Arnim Teutoburg-Weiß und die etwa 800 Fans in der kleinen Halle treiben die Temperatur und Luftfeutigkeit im Rekordtempo in schweißtreibenden Höhen und den Sänger zu mehrfachen Kleider- und Hutwechseln zwingt. Der Sänger hüpft wild umher, tanzt wie ein Roboter, verzerrt seine Stimme und ist die gesamte Band in bester Laune. Sein „Danke Düsseldorf für diesen schönen Abend“ klingt extrem glaubhaft. 

Unter den Gästen finden sich auch prominente Verehrer. So ist Fußball-Weltmeister Benedikt Höwedes vom FC Schalke 04 unter den Zuschauern. Er ist mit der Band befreundet und hat diese schon einmal für ein Fußball-Magazin interviewt. Ein Heimspiel als Fan hat Vom Ritchie, der als Schlagzeuger der Düsseldorfer Punkrockband Toten Hosen begeistert beim dem knapp zweistündigen Konzert mitgeht. Schon vom ersten Song an bildet sich vor der Bühne ein großer Pogo-Kreis, in dem besonders intensiv gehüpft wird, später gibt es noch mehrfach die „Wall Of Death“. Die Ordner müssen Schwerstarbeit leisten, denn es gibt vor der Bühne keine Absperrung. Aber auf die Bühne drängen nur vereinzelt weibliche Fans zum Stage Diving. 

Viele der langjährigen Wegbegleiter der 1995 gegründeten Band haben eingefunden und zelebrieren ihre Rituale wie etwa die von rhythmischem Klatschen begleiteten „Beatsteaks!“-Anfeuerungsrufe – um immer wieder weitere Zugaben einzufordern. Sie grölen zudem textsicher mit und drehen zu den neuen Liedern wie etwa „Policoro“, „Hate To Love“, „Attack And Decay“ oder „Fever“ mit diesem typischen unverschämt-eingängigen Beatsteaks-Riff zwischen Hardrock und Ska genauso zuverlässig durch wie zu den alten. 

Neues Album "Yours" erscheint am 1. September mit 21 Songs

Aber noch massiver abgefeiert als der neue Stoff werden Band-Klassiker wie „Boombox“, „Cut Off The Top“, der Punk-Brecher „Frieda und die Bomben“, „I Don't Care As Long As You Sing“. Zudem finden sich erstaunlichen Coverversionen von Queen („I Want To Break Free“) oder „A New England“ von der einstigen Einen-Personen-Punkband Billy Bragg. 

Die Lieder vom neuen Album fügen sich perfekt ein in die Setlist. Zwei Jahre nach der Greatest Hits-Compilation „23 Singles“ zum 20-jährigen Bandbestehen folgt nun mit „Yours“ eine Art Mixtape, an dem die Band ein Jahr lang gearbeitet hat. Es ist ein bunter Stilmix mit harten und langsameren Nummern, in dem etwa bei der aktuelle Single „L auf der Stirn“ die Rapper von Deichkind den gesanglichen Hauptpart übernehmen und die Beatsteaks für die musikalische Untermalung zuständig sind. Auch „Velosolex“ ist mit seinem französischen Gesang eher experimentell. Die Beatsteaks bezeichnen das Album als einen Herzensbrief an ihre Fans – und das werden sie wohl im Sturm erobern.

Quelle: wa.de

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