Benedikt Stampa stellt sein letztes Programm am Konzerthaus Dortmund vor

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Verlässt das Konzerthaus: Benedikt Stampa.

DORTMUND - Viel war von Kontinuität die Rede bei der Vorstellung des Saisonprogramms 2017/18 im Konzerthaus Dortmund. Dabei handelt es sich um die letzte Spielzeit, die Benedikt Stampa als Intendant verantwortet. Er wechselt nach Baden-Baden, sein Nachfolger in Dortmund wird gesucht.

Stampa sprach deutlich zukunftsorientiert. So soll die junge bulgarische Sopranistin Sonya Yoncheva, die am Beginn einer großen Weltkarriere steht, in den kommenden Jahren häufiger in Dortmund zu hören sein, meinte er. Für den kommenden Februar ist erst einmal eine Verdi-Gala mit Yoncheva geplant.

Teodor Currentzis, stürmischer Dirigent aus Perm, kommt wieder. Er gestaltet eines der Dortmunder Markenzeichen: konzertante Oper. Auch dieses Profil solle in den kommenden Jahren beibehalten werden, merkte Stampa an. Currentzis dirigiert nach seinem da-Ponte-Zyklus wieder Mozart: „La clemenza di Tito“. Und er bewegt sich ins veristische Fach und bringt den Publikumshit „La bohème“ mit seinem Ensemble „MusicAeterna“ auf die Dortmunder Bühne. Die dritte konzertante Oper der Saison wird Rossinis „Barbier von Sevilla“ mit dem Ensemble „Le Cercle de l’Harmonie“ unter Jérémie Rhorer.

Zwei Zeitinseln sind geplant. Die politischen Dimensionen im Werk von Bernd Alois Zimmermann lotet im April 2018 der Dirigent Ingo Metzmacher aus. Der Experte für Neue Musik dirigiert zum ersten Mal in Dortmund. Er leitet das SWR-Sinfonieorchester.

Der Mandolinist und Weltmusiker Avi Avital erkundet im März 2018 Vivaldi unter anderem mit dem Venice Baroque Ensemble; für einen Kammermusikabend kommt der Countertenor Andreas Scholl dazu. Ein Programmschwerpunkt gilt dem Bratschisten Antoine Tamestit, der in mehreren Konzerten, Gesprächen und einem Meisterkurs über die Spielzeit hinweg Einblicke ermöglicht. Damit stehen in Dortmund zwei seltener beachtete Musikinstrumente im Fokus.

Das Thema Frauen mit Taktstock lebt und wird immer noch heiß debattiert, auch wenn inzwischen mehr Frauen am Pult Karriere machen. Das jüngst prominenteste Beispiel ist die 30-jährige Mirga Grazinyte-Tyla (Stampa: „Sagen Sie einfach Mirga!“). Sie ist seit dieser Saison Music Director des City of Birmingham Symphony Orchestra, als solche Nachfolgerin von Sir Simon Rattle und Andris Nelson. Sie dirigiert Mozart, Elgar und Beethoven. Auch dazu hat Stampa eine deutliche Meinung: „Ich würde jedem empfehlen, Mirga, wenn man sie denn kriegen kann, an Dortmund zu binden.“

Barbara Hannigan singt und leitet das „Ludwig Ensemble“, unter anderem mit Debussy und Gershwin. Alondra de la Parra und das WDR-Sinfonieorchester Köln bieten Piazzollas „Vier Jahreszeiten“.

Exklusivkünstler in Dortmund ist Andris Nelsons, der wieder mit den Wiener Philharmonikern kommt sowie mit „seinem“ Leipziger Gewandhausorchester. Sein Schwerpunkt liegt beides Mal bei Beethoven. Weniger häufig soll Yannick Nézet-Séguin, sein Vorgänger, demnächst in Europa dirigieren; er wird neuer Chef der New Yorker Met. Aber nach Dortmund kommt er mit dem Orchestre Métropolitain de Montréal, mit überwiegend französischen Werken. Ein weiterer bekannter Gast ist Fazil Say, der auch wieder Eigenes aufführt. Zum ersten Mal spielt der Pianist Krystian Zimerman in Dortmund. Dies wird einer der großen Abende der Saison, denn dazu kommen Sir Simon Rattle und sein „neues“ Orchester, das London Symphony.

In der Jazzreihe sind Pat Metheny und Jazz at Lincoln Center mit Wynton Marsalis zu hören.

Auch das Eröffnungskonzert bietet einen großen Star auf: Die amerikanische Sopranistin Renee Fleming singt Strauss und Barber, begleitet vom Royal Stockholm Philharmonic unter Sakari Oramo.

Tel. 0231/ 22 696 200

www.konzerthaus-dortmund.de

Quelle: wa.de

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