Vor 10.000 Zuschauern - ausverkauft

Volbeat überzeugt mit solidem Handwerk in der Arena Oberhausen

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Volbeat-Frontmann Michael Poulsen überzeugte in Oberhausen mit starker Stimme.

Oberhausen - Der erste Akkord reichte schon, um nahezu jeden der 10.000 Besucher in ihren Bann zu ziehen. Mit dem Song „The Devil’s Bleeding Crown“ – auch das erste Lied des aktuellen Albums „Seal The Deal & Let’s Boogie“ – stieg die dänische Metal-Band Volbeat energiegeladen in ihr Gastspiel in Oberhausen ein.

Was am Sonntag folgte, waren 90 Minuten solider Sound, solides Metal-Handwerk und eine Bühnenshow, die nicht vom Wesentlichen ablenkte.

Volbeat kommt an, 15 Jahre nach ihrer Gründung vermag die Band um Sänger und Gitarrist Michael Schøn Poulsen große Arenen in Europa und Nordamerika zu füllen und sorgt mit einer Mischung aus Metal, Rock ‘n’ Roll, Punkrock, Country und Blues bei den Zuhörern für beste Laune. So bunt gemischt wie der Musikmix war auch das Publikum in der König-Pilsener-Arena. Da standen Metalheads neben Altrockern und jungen Konzertgängern, die„Seal The Deal & Let’s Boogie“ auswendig kennen.

Die Dänen sind Musik-Mainstream, nicht nur in ihrer Heimat. Ihnen wurden für ihre jüngsten Erfolge in Deutschland, Dänemark und Schweden Goldene Schallplatten verliehen – Platz eins in den Album-Charts in sieben Ländern.

Nichts Überraschendes, nichts Überragendes

Bei ihrem letzten Deutschland-Konzert auf ihrer Europa-Tournee stellten Michael Poulsen, Gitarrist Rob Caggiano, Bassist Kaspar Boye Larsen und Gründungs-Drummer Jon Larsen ihr Erfolgsrezept vor – solide Melodien und Texte, aber nichts Überraschendes, nichts Überragendes.

Die 19 Lieder umfassende Setlist, die sich am jüngsten Album orientierte, hielt dennoch einige Höhepunkte bereit. Bei „The Gates of Babylon“ hüllte sich das Bühnenbild in dunkle, rot-schwarze Töne, auf der Leinwand wurde Feuer entfacht, und aus den tanzenden Zuhörern wurde ein 10.000-stimmiger Chor, der den Refrain tadellos mitsingen konnte. Ein Gänsehauterlebnis, das die Faszination für Volbeat erklärbar macht. Der Coversong „Rebound“, eine Hommage an die Kollegen der Punkband Teenage Bottlerocket, ist ein weiteres Beispiel für einen solchen Moment.

Das Publikum zeigte sich begeisterungsfähig und ließ sich mit nur wenigen Worten und Akkorden mitreißen. Das war nach den mäßigen Vorbands Crobot und Airbourne, die pünktlich anfingen und aufhörten, keine Selbstverständlichkeit. Doch Michael Poulsen, seit Bandgründung Frontmann und Songwriter, ist Profi genug, um die Stimmung aufzunehmen und anzuheizen. Eine kurze Ansprache mit dem Stichwort „Circle Pit“ reichte, damit sich innerhalb weniger Sekunden ein großer Kreis auftat, wo aus der Vogelperspektive vorher überhaupt kein Platz war. Die Musik wurde schneller, die Menschen sprangen sich an, keiner wurde verletzt.

Dänen reißen Besucher mit

Die Band zeigte sich hingegen zuweilen recht statisch auf der Bühne, das höchste der Gefühle war, mal abwechselnd den Höhenweg rund um das Schlagzeug zu nutzen. Doch dann verschwanden Bassisten und Gitarristen hinter dem Meer von Boxentürmen und Equipment.

Mit „Goodbye Forever“ verließ die Band, passend zum Text, ein wenig abrupt die Bühne nach etwa 70 Minuten. Das konnte doch nicht alles sein – einige Pfiffe ertönten in der Arena –, war es auch nicht. Erst vier Songs später machten sich die Besucher auf den Heimweg.

Volbeat-Konzert in Oberhausen

Volbeat hat es geschafft, mit der Musik möglichst viele zu berühren und mitzureißen. Für das nächste Album ist den Musikern zu wünschen, auch mal wieder härtere Töne anzuschlagen und die Songs untereinander unterscheidbarer zu machen, ein bisschen weniger Mainstream eben.

Quelle: wa.de

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