Heavy-Metal-Party mit Avenged Sevenfold in Düsseldorf

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[Update 15.32 Uhr] Düsseldorf - Nahezu ohne jeglichen Hinweis hat die Heavy-Metal-Band Avenged Sevenfold im Oktober mit „The Stage“ eine neue Platte veröffentlicht. Weniger überraschend war, dass das Quintett dem Release eine Tour folgen ließ, um das Album zu promoten. Die Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf ist schon seit Wochen ausverkauft. Rund 7000 Kuttenträger, Headbanger und eingefleischte Fans sind in die Landeshauptstadt gepilgert.

Es wird ein langer Abend: Bevor Sänger M. Shadows und seine Bandkollegen auf die Bühne kommen, dürfen zunächst das Rock-Trio Chevelle, dann die Metal-Band Disturbed das Publikum auf den Hauptact des Abends einstimmen. 

Vor allem letztere sind aber viel mehr als ein Einheizer, und sehen sich auch selbst nicht als Teil des Aufwärmprogramms. Die Band um Frontmann David Draiman bekommt rund eine Stunde Zeit, ihre durchaus massentauglichen Songs, inklusive des orchestral inszenierten Simon-&-Garfunkel-Covers „Sound of Silence“, unters Publikum zu bringen. Da ist es nicht verwunderlich, dass ein recht großer Teil der zahlenden Kundschaft sehr textsicher auftritt.

Draiman röhrt sich im schwarzen Mantel die Seele aus dem Leib, während hinter ihm Feuerfontänen aufwärts schießen. Feuer ist auch bei Avenged Sevenfold häufiger Show-Bestandteil. In Düsseldorf wird darauf verzichtet. Wäre auch zu gefährlich für die zehn rechteckigen, versetzt aufgestellten Leinwände, die von weit hinten den Eindruck entstehen lassen, es handele sich um eine riesige mit stimmungsvollen Inszenierungen bespielte Wand im Rücken der Band. 

Avenged Sevenfold rocken Düsseldorf

Vor den Musikern ragt ein kleiner Steg ins Publikum hinein und endet an einer Plattform. Bis auf Drummer Brooks Wackerman nutzen die Musiker schon fast inflationär die Möglichkeit, ganz nah an ihre Fans heranzukommen. Vor allem Sänger M. Shadows, im Reisepass als Matthew Charles Sanders geführt, fühlt sich dort offensichtlich pudelwohl.

Der 35-Jährige kommt mit Baseballcap und Sonnenbrille nicht gerade wie ein urtypischer Heavy-Metal-Sänger daher. Und auch die anderen Bandmitglieder mit den illustren Künstlernamen Zacky Vengeance und Synyster Gates an den Gitarren sowie Johnny Christ am Bass sind optisch weit entfernt vom Langhaar-Lederhosen-Stereotyp der 80er-Jahre-Hardrock-Zeiten. 

Sie stellen als volltätowierte Posterboys eine neue Generation von Heavy-Metal-Musikern dar, was bei der reichlich vertretenen Damenwelt in Düsseldorf durchaus Anklang findet. Aber auch die harten Kerle können der Band, die mittlerweile Dauergast in den Charts rund um den Globus ist, viel abgewinnen: In Sachen Attitüde und beim Posen macht M. Shadows so schnell niemand etwas vor. 

Im Publikum kommt die Luftgitarre zum Einsatz, Teufelshörner werden gen Hallendecke gereckt. Überall tun sich kleine und größere Moshpits auf, und natürlich bildet sich auch ein Circle Pit, eine Fan-Königsdisziplin auf jedem Metal-Konzert.

„God Damn“ ist ein Duett aus Melodie und Geknüppel, „Almost Easy eine Hymne mit reichlich Gitarrengegniedel. „Little Peace of Heaven“ entführt auf einen morbiden Jahrmarkt. „Habt Ihr etwas dagegen, wenn wir jetzt ein Liebeslied spielen? Eines, das in mörderischer Wut und Nekrophilie endet?“ fragt M. Shadows zu Beginn. Die Meute jubelt. „Macht Ihr das eigentlich immer und bei allem?“ lacht der Sänger.

„Nightmare“ ist neben „Hail to the King“ und „Buried Alive“ an diesem Abend wohl die Nummer, die sowohl bei den Fans als auch bei Avenged Sevenfold einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Der Song startet mit einer Schlafliedmelodie und entpuppt sich dann als hochmelodiöse Metal-Hymne, deren Refrain von allen Kehlen mitgegrölt wird. „Wunderschön“, gesteht M. Shadows grinsend. 

Er liebt den Enthusiasmus seiner Anhänger und äußert dies mehrfach. Schon recht früh erklärt er Düsseldorf zur besten deutschen Stadt für Konzerte. „Wir kommen jetzt immer hierher!“ ruft er. Später dann erklärt er den Gig als „die beste Show, die wir jemals in Deutschland gespielt haben“.

Quelle: wa.de

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