Amy Macdonald versprüht gute Laune beim Konzert in Köln

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Amy Macdonald

Köln - Der Besucher muss schon genau hinhören, wenn er verstehen will, was Sängerin Amy Macdonald bei ihrem Auftritt im Kölner E-Werk bei ihren vielen Ansagen erzählt. Die 29-Jährige hat einen ziemlich ausgeprägten schottischen Akzent. Wenn sie singt, ist davon nichts mehr übrig.

Natürlich gibt es in Köln bekannte Songs wie „Don‘t Tell Me That It‘s Over“ und „This Is the Life“ zu hören. Jedes Mal geht dann ein ehrfurchtsvolles Raunen durch das ehemalige Umspannwerk im Stadtteil Mühlheim. Aber auch Lieder vom neuen Album „Under Stars“ hat Amy Macdonald dabei, etwa die Single „Dream On“, die es in den deutschen Charts auf Platz zwei schaffte, oder etwa die nächste Auskopplung „Automatic“. „Dazu haben wir gerade ein Video abgedreht. Ihr werdet sicher begeistert sein, wenn Ihr es seht“, berichtet Amy Macdonald euphorisch.

Die Sängerin ist bestens aufgelegt, gibt sich äußerst humorvoll und hat viele lustige Geschichten parat, die sie zwischen den Songs erzählt – zum Beispiel die von einem Interview, von dem sie gehört habe und in dem Deutschlands Fußball-Bundestrainer Joachim Löw, dessen Namen sie nur mühevoll artikulieren kann, gefragt wurde, wie sich die Mannschaft auf ihre Erfolge vorbereite. Er habe geantwortet, sie höre Amy-Macdonald-Songs. „Das werde ich für immer in mir tragen“, lacht sie.

Sängerin Amy Macdonald tritt in Köln auf

Es ist eine – im positiven Sinn - unspektakuläre Show, die die Fans in Köln zu sehen bekommen. Nichts soll von den Songs, der Person Amy Macdonald und ihren Singer-Songwriter-Fähigkeiten ablenken. Sechs dicke Spotlights, die aus dem Hintergrund nach vorne strahlen, sind die einzige Deko auf der sonst kargen Bühne. Die fünfköpfige Männer-Band, die die Künstlerin instrumental unterstützt, hält sich zurück. Amy Macdonalds Bewegungsradius beschränkt sich auf die Stelle hinterm Mikrofonständer - immer mit den Beinen wippend.

Lachende Gesichter im Publikum

Die gute Laune der Sängerin färbt schnell aufs Publikum über. „All diese lachenden Gesichter!“ freut sich Macdonald. Ein Fan feiert das Konzert offensichtlich sehr ausgelassen. „Vielen Dank für Deinen verrückten Enthusiasmus“, sagt sie in seine Richtung. „Das ist toll mit anzusehen.“ Und verrät: „Wir sitzen immer backstage und reden über die Aktionen im Publikum und geben Kritiken ab.“ Wie eine sympathische Marktfrau preist sie auch das aktuelle Album an: „Habt Ihr schon meine neue Platte? Sind ein paar tolle Songs drauf. Es lohnt sich, sie zu kaufen. Ihr werdet nicht enttäuscht sein.“

Die meisten im E-Werk werden sicherlich schon alle Veröffentlichungen der Schottin besitzen. Zumindest deutet die Textsicherheit der mitsingenden Fans darauf hin. Mit großem Beifall wird die beschwingte Country-Poprock-Nummer „Mr. Rock & Roll“ bedacht, die im Refrain Anleihen an Johnny Cashs „Ring of Fire“ offenbart. Trotz seines Titels ist „Slow It Down“ eine Uptempo-Nummer mit eingängigem Refrain, für den Amy Macdonald die Zuhörer braucht: „Die Nummer klingt viel besser, wenn es im Chorus mehr Stimmen gibt“, fordert sie zum Mitsingen auf und probt die bevorstehende lautmalerische Aufgabe mit den Fans ausgiebig.

"Sachen, die in der Realität nie geschehen" - Oder doch?

Eine ebenfalls eingängige Nummer ist „The Rise & Fall“: „Man könnte meinen, in dem Song gehe es um die verrückten Sachen, die derzeit in der Politik ablaufen“, berichtet die 29-Jährige. Ist aber nicht so. Er sei inspiriert von der Politthriller-Serie „House of Cards“ mit Kevin Spacey, der darin einen bösen Charakter spiele. „Da passieren Sachen, von denen man glaubt, die könnten in der Realität nie geschehen.“

„4th of July“ sei eigentlich auch ein kraftvoller und spannender Popsong, sagt Amy Macdonald. In Köln bekommt das Publikum eine neu arrangierte und gedrosselte Version zu hören, zurückhaltend instrumentiert und von der Sängerin eindringlich vorgetragen. Wenn auf der Bühne ruhigere Töne angestimmt werden, erlebt das Konzert seine intensivsten Momente. So auch bei „Never Too Late“, einem nachdenklichen Stück, das nur vom Klavier begleitet wird, oder auch bei „Prepare to Fall“, das Amy Macdonald als Zugabe vorträgt – solo und nur an der Akustikgitarre.

Quelle: wa.de

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