Neue Platte, neue Tour

Michael Bublé verzaubert Köln mit kecker Art und großem Gesang

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[Update] Köln - Eine englische Zeitung verbreitete im vergangenen Jahr die Nachricht, Michael Bublé werde seine Karriere beenden. Der Künstler und sein Management stellten schnell klar: falsch zitiert, aus dem Zusammenhang gerissen. Tatsächlich gab's eine neue Platte und eine Tour. In deren Rahmen legt der Kanadier nun Stopps in Köln und Oberhausen ein.

„Schön, dass Ihr Euch durch den beschissenen Verkehr gekämpft habt. Das ist ja grausam da draußen“, begrüßt der 44-Jährige die Zuhörer in der Domstadt. 13.000 Fans sind in die Lanxess-Arena gekommen und erleben ein rund zweistündiges Konzert mit Klassikern des Swing und Jazz, aber auch Popsongs, mit denen der Sänger in die Charts stieg, zum Beispiel „Everything“ und „Home“.

Michael Bublé ist auch ein waschechter Entertainer und sorgt für allerlei Späße. Statt eines Museumsbesuchs hätten er und seine Familie drei Stunden bei Primark verbracht. „Köln hat eine rund 2000 Jahre alte Geschichte. Das ist römisches Zeug hier. Und die einzige Kultur, die ich mitbekomme, ist heute Abend mit Euch“, meint er mit gespielt verzweifeltem Gesichtsausdruck.

Bublé tritt im Anzug mit Ansteckblume auf. Aber nicht nur äußerlich ist er der Frank Sinatra der Gegenwart: Am stärksten ist der Sänger bei den Songs aus der Ära des Rat Packs. Im Rücken hat er ein 35-köpfiges Orchester plus Backgroundsänger. Ein Thema hat es ihm besonders angetan: die Liebe. Albumtitel wie „Crazy Love“, „To Be Loved“ und aktuell „Love“ zeugen davon. Den Song „When I Fall in Love“ trägt Bublé besonders eindringlich vor. „Love You Anymore“ hat Songwriter Charlie Puth geschrieben. „Er ist gerade zu Promotionzwecken in Deutschland. Wenn er heute hier wäre, würde er Euch fürs Geld danken“, witzelt der Sänger.

Während des Songs wird auf der Videowand das dazugehörige Musikvideo gezeigt, in dem eine Schauspielerin auftritt. Seine Frau, die Argentinierin Luisana Lopilato, hasse den Clip, berichtet Bublé. „Als sie ihn das erste Mal sah, fragte sie mich: Wer ist die Schlampe da?“ und imitiert dabei grinsend einen spanischen Akzent. Überhaupt scheint der Künstler ein ziemlicher Familienmensch zu sein. Sein Opa sei sein Mentor gewesen und habe ihn Sunshine genannt, berichtet er. Zwischendurch holt Bublé seinen Sohn zu sich und tanzt mit ihm, ehe er ihn mit einem Küsschen verabschiedet.

Zum Ende hin formiert sich eine kleine Band auf der B-Stage, dem Kopf eines Stegs, der von der Bühne in den Innenraum ragt, An der Decke baumeln Lichter, die wie Edelsteine aussehen. Bublé singt das durch Louis Prima bekannt gewordene „Buona Sera“ und auch dessen „Just a Gigolo“/I Ain't Got Nobody“-Medley. Beim Chuck-Berry-Cover „You Never Can Tell“ tanzt er ausgelassen, die gesamte Band ist in Bewegung, ehe der Torch Song „Cry Me A River“ für viel Dramatik sorgt. In Bublés Variante hat das Stück alle Zutaten für einen James-Bond-Titelsong.

Für drei Zugaben kommt der Star des Abends zurück auf die Bühne. Da singt Bublé den Klassiker „Always on My Mind“, bei dem er sich noch einmal ordentlich feiern lässt. Der Sänger verspricht seinen Fans: „Wir werden so oft es geht wiederkommen!“ Das Karriereende wird noch etwas auf sich warten lassen.

Konzert von Michael Bublé in Köln

Quelle: wa.de

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