Neue CD: Alejandro Escovedo: Burn Something Beautiful

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Alejandro Escovedo: Burn Something Beautiful

Alejandro Escovedo: Burn Something Beautiful (Fantasy/inakustik). Dass er ein Lied betitelt „I Don’t Wanna Play Guitar Anymore“, meint Alejandro Escovedo natürlich nicht so. Auf seinem aktuellen Album, dem ersten seit fünf Jahren, spielt er viel Gitarre, lässt es herrlich dissonant krachen und knüpft an die lauten Zeiten von Punk und New Wave an.

Richtig berühmt ist das 66-jährige Rock-Urgestein nicht. Pop-Fans kennen vielleicht seinen Bruder Pete, Schlagzeuger bei Santana, und seine Nichte Sheila E. Dabei lässt Alejandro Escovedo es seit den 1970er Jahren krachen, trotz seinen mexikanischen Wurzeln nicht im Latin-Sound, sondern in den geerdeten, direkten Spielarten des Punk und Post-Punk. Das aktuelle Album wurde von Peter Buck (R.E.M.) und Scott McCaughey produziert, und es enthält ehrlichen Rock‘n‘Roll, der sich der Tradition bedient, ohne in Nostalgie zu verfallen. Die Rhythmusgitarre bei „Shave The Cat“ klingt wie von einem T. Rex-Album, aber das anarchische Saxophon von Steve Berlin (Los Lobos) zeigt, dass wir 40 Jahre weiter sind. Escovedo singt mit Understatement, einem leicht nölig-krächzenden Timbre. „Johnny Volume“ hat die Lässigkeit eines Lou-Reed-Songs, mit aufregend atonalen Gitarren, in denen die Wucht von Punk-Größen wie Richard Hell nachklingt. Aber er versteht sich auch auf entspannt swingende Melodik wie in „Farewell To The Good Times“ mit schrammelnden Akustikgitarren. Und in der pathetischen Ballade „Beauty And The Buzz“ bietet er Drama, Baby. 13 Songs abseits vom Durchschnittsrock, die zu Herzen gehen. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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