Neue CD: Echoes Of Swing: Bix

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Echoes Of Swing: Bix – A Tribute To Bix Beiderbecke

Echoes Of Swing: Bix – A Tribute To Bix Beiderbecke (Act Music/Edel). Es liegt nahe, dass eine so traditionsbewusste Band wie die Echoes Of Swing Bix Beiderbecke eine Hommage widmen.

Der selbst unter Jazzfans wenig bekannte Kornettist, der 1931 im Alter von 28 Jahren starb, war der Antipode von Louis Armstrong, der Lyriker des frühen Jazz. Der Autodidakt mit deutschen Wurzeln verarbeitete Einflüsse impressionistischer Komponisten und wird als Vorläufer des Cool Jazz gesehen. Die Echoes spielen nicht einfach Bix’ Hits nach, sondern deuten die Klassiker neu – oder schreiben gleich neue Musik aus seinem Geist. Und sie haben Gäste eingeladen wie die Posaunistin Shannon Barnett, den Klarinettisten Mulo Francel von Quadro Nuevo, den Schlagzeuger Pete York. So unterstreicht jeder der 14 Titel die Aktualität von Bix. „At The Jazz Band Ball“ groovt wie eine Hard-Bop-Nummer. Bei „I’m Coming Virginia“ hat Pianist Bernd Lhotzky einen Fünf-Viertel-Takt unterlegt, und bevor Shannon Barnett ihren Chorus singt, zitiert er sogar Brubecks „Take Five“. In „At Children’s Corner“ überträgt Lhotzky Debussys Klavierstücke in das Idiom des frühen Jazz. Chris Hopkins arrangiert wiederum „Thou Swell“ für ein pianoloses Quartett, und Trompeter Colin T. Dawson zeigt, wieviel Chet Baker in Bix steckt. Sie schmuggeln das Bossa-Nova-Girl von Ipanema ein und lassen die „Happy Feet“ ganz schön funky abgehen. Wunderbar, wie der französische Avantgarde-Saxophonist Emile Parisien „Jazz Me Blues“ mit einem Sopransax-Solo veredelt.

Vorbildlich zudem, dass der Hörer auf einer zweiten CD zehn Klassiker von Beiderbecke selbst hören kann. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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