Neue CD: Eric Schaefer: Kyoto Mon Amour

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Eric Schaefer: Kyoto Mon Amour

Eric Schaefer: Kyoto Mon Amour (Act). Der Schlagzeuger Eric Schaefer, 1976 in Frankfurt geboren, hat sich von Hardcore-Punk bis zu moderner E-Musik in zahlreichen Genres versucht.

In den letzten Jahren hörte man ihn oft mit dem Pianisten Michael Wollny. Seit Jahren fasziniert ihn die fernöstliche Kultur. Auf „Kyoto Mon Amour“ erkundet er mit dem Bassisten John Eckhardt, Naoko Kikuchi an der japanischen Harfe Koto und dem Klarinettisten Kazutoki Umezu eine Klangwelt zwischen West und Ost. Er ist ja nicht der erste, wie man bei der Version des Themas von Alain Resnais‘ Filmklassiker „Hiroshima Mon Amour“ erkennt, das sie zunächst ganz notengetreu interpretieren, was in dieser Besetzung freilich faszinierend fragil und emotional klingt. Nach zwei Minuten beginnen sie zu improvisieren, und die Musik löst sich in atmosphärische Klänge auf. Der Komposition „Kussa Karu Otome“ des Koto-Virtuosen Hiromu Handa unterlegen sie einen beinahe rockigen Beat. Meistens aber haben die Stücke einen langen Atem, strahlen große Ruhe aus, versenken sich (zum Beispiel in „Rokudan“) in jede einzelne Note. Bei „Kansai-Two-Face“ ist der Titel geradezu Programm: Eine lange Koto-Passage geht über in einen bewegten, modernen Puls der Rhythmus-Gruppe mit expressiven Klarinettenlinien. Als kleine Zugabe gibt es Ravels „Pavane de la Belle au bois dormant“, womit das Quartett eine impressionistische Musik aufgreift, die schon ein Jahrhundert früher den Brückenschlag zwischen den Kulturen versuchte. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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