Neue CD: Eva Klesse Quartett: Obenland

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Eva Klesse Quartett: Obenland

Eva Klesse Quartett: Obenland (Enja/Soulfood). Das Quartett der in Werl geborenen, in Leipzig lebenden Schlagzeugerin Eva Klesse gehört zu den Shootingstars der Jazzszene.

Für ihr Debüt „Xenon“ erhielten die Musiker einen Echo Jazz, gerade wurde ihr der Westfalen Jazz Preis zugesprochen. Das aktuelle Album entwickelt das Bandkonzept überzeugend weiter: In den Stücken steckt eine gehörige Portion Romantik, man höre nur den behutsam atmenden Auftakt zur Ballade mit dem bezeichnenden Titel „Erdweben“. Oder die sachte pulsierenden Akkorde, mit denen Pianist Philip Frischkorn das Stück „Descend and Resurface“ einleitet. Aber man greift auch in die Jazzgeschichte, zitiert an einer Stelle zum Beispiel Thelonious Monk. Bassist Robert Lucaciu streicht das Thema von „Petite Chambre à Montmartre“, ein kammermusikalischer Auftritt, bis Evgeny Ring übernimmt. Der Saxophonist hat einen zupackenden, intensiven Ton, der an die großen skandinavischen Elegiker erinnert. Klesse gibt nicht einfach den Takt vor, sondern umspielt den Groove, setzt souverän Klangfarben und Dynamik ein, lässt es aber manchmal auch richtig krachen. Denn das 2013 gegründete, perfekt harmonisierende Ensemble kann auch große Wucht entfalten, und die oft langen Kompositionen zeichnen sich durch ekstatische Höhepunkte aus, mal mit hymnischen Themen, mal mit freien, brachialen Klangclustern. Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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