Neue CD: Nick Waterhouse: Never Twice

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Nick Waterhouse: Never Twice

Nick Waterhouse: Never Twice (Innovative Leisure/Groove Attack). Auf „Straight Love Affair“ hört sich Nick Waterhouse an, als hetzten ihn 100 000 Höllenhunde, atemlos, getrieben vom wilden Groove der Hammondorgel, ein Sound wie aus einem Beat-Keller der 1960er.

Auch wenn er da von Liebe singt, hört man ihm schon den nahenden Nervenzusammenbruch an. Alles auf höchster Temperatur. Dies ist das dritte Album des 1986 geborenen Kaliforniers, der auf dem Cover so brav-nerdig posiert mit seiner dicken Brille vor dem Bücherregal. Zehn Stücke mit viel Retro-Atmosphäre, eine Songperle folgt der nächsten, stimmungsvoll, wie im jazzigen „Stanyan Street“ mit seinen ausladenden Soli an Saxophon und Piano, dem dann ein federnder Boogaloo folgt mit „The Old Place“. Bei „Tracy“ swingt er ganz im Ray-Charles-Modus über eine absteigende Akkordfolge. Kurz: eine feine Mischung aus Jazz, Soul, Beat, stilsicher dargeboten. Und dieser Stimme hört man an, dass es hier um Leben und Tod geht, nicht weniger, und dann spielt wieder die Band in einem wunderbaren New-Orleans-Shuffle, und er singt: „I Had Some Money (But I Spent It)“ – ich hatte Geld, aber hab’s ausgegeben. Ganz nah am Leben. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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