Neue CD: Rebecca Kilgore and Bernd Lhotzky: This and That

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Rebecca Kilgore and Bernd Lhotzky: This and That

Rebecca Kilgore and Bernd Lhotzky: This and That (Arbors Records). Ach, wie eitel könnte das klingen: „The Best Thing For You Would Be Me“, das Beste für dich wäre ich. Rebecca Kilgore trägt beim Flirt aber genau die richtige Dosis hintersinnige Unschuld auf, damit Irving Berlins Song als das frivole Spiel rüberkommt, als das der Komponist ihn gedacht hat.

Und in der Überleitung deutet Bernd Lhotzky ein Funk-Riff an, swingt dann aber mit perfektem Stride-Piano weiter. Auf diesem Duo-Album bieten die Sängerin aus Oregon und ihr Begleiter aus München 15 eher weniger bekannte Kostbarkeiten aus dem American Songbook. Kilgore lässt sich auf die Miniatur-Kunstwerke ein. Man muss das auskosten, einen Reim hinzubiegen wie „Rio“ und „Sea-oh“ oder „Fellow“ und „Propeller“ in „Flying Down To Rio“, die Wort-Wiederholungen als Steigerung auffassen wie in „Do-do-do“ und jedes „Done“ von „Done, done, done“ wie eine lustvolle Erinnerung klingen zu lassen. Die Gershwins, Irving Berlin und die anderen kamen aus der europäischen Kulturtradition, „By Strauss“ zum Beispiel verweist auf den Walzerkönig, wenn auch ironisiert. In den 1950ern gab es schon hippe Sängerinnen wie Blossom Dearie, die Songs so aufführten. Kilgore hat einen ähnlichen Ansatz, freilich mit dem früheren Jazz der Swing-Ära. Ellingtons „Grievin’“ hat bei ihr wundervolles Blues-Feeling, „Sweet And Lovely“ taumelt rumbamäßig daher, und Lhotzky spielt am Klavier alles, was man braucht, manchmal sogar noch etwas mehr, wie in der langen Einleitung zu Ellingtons „Star Crossed Lovers“. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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