Neue CD: Rolf Kühn: Spotlights

+
Rolf Kühn: Spotlights

Rolf Kühn: Spotlights (MPS/Edel). Bei „X-Ray“ grunzt Ed Motta einen fetten, funky Basslauf. Mit Drummer Christian Lillinger, Pianist Joachim Kühn und der Cellistin Asja Valcic erlaubt sich der Klarinettist Rolf Kühn dazu ein mitreißendes kleines Jazzrockspäßchen.

Ganz anders sieht die Sache aus, wenn Rolf Kühn mit dem brasilianischen Bandolim-Virtuosen Hamilton de Holanda improvisiert. Bei aller Leichtigkeit und bei aller vordergründigen Folklore-Schlichtheit verlangen sich die Duo-Partner alles ab. Und so geht es in allen 13 „Spotlights“ des Albums, das Kühn sich und uns zu seinem 87. Geburtstag schenkt. Der Mann ist eine Legende des deutschen Jazz – und stellt sich der Herausforderung wechselnder Partner und krasser stilistischer Sprünge. Wer einmal wirkliches Crossover, die Begegnung zwischen Musikern unterschiedlicher Genres hören will, der ist hier richtig. Da markiert in „Don’t forget“ Kühns Bruder Joachim ein rockiges Pianomotiv. Aber nach drei Minuten sind wir in freier Improvisation. Im Duo mit Asja Valcic bekommen Kühns Linien kammermusikalische Eleganz, und „Broken City“ verweist eher auf Bartok und Schostakowitsch. Und der Oboist Albrecht Mayer spielt nach einem postromantischen Intro „Laura“ (aus dem gleichnamigen Film) ein Balladenthema, das Bassist Oliver Potratz dezent swingen lässt. Muss man sagen, dass Rolf Kühn souverän und kraftvoll wie ein Jungspund spielt? Aber sicher! Große Musik in kleinen Besetzungen. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare