Neue CD: Strings & Bass

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Strings & Bass - Foto: pr

Strings & Bass (Gramola). Ein knackiges Bluesrock-Riff an der akustischen Bassgitarre, dann einige ekstatische Rufe, und dann sägen sie los, zwei Geiger und ein Cellist erzeugen Hochspannung, Dissonanzen, dann wieder scheinen sie in die Harmonie einzuschwenken, um gleich wieder in höchsten Tönen zu fiedeln, dass sich beim Hörer die Plomben lockern.

Strings & Bass (Gramola). Ein knackiges Bluesrock-Riff an der akustischen Bassgitarre, dann einige ekstatische Rufe, und dann sägen sie los, zwei Geiger und ein Cellist erzeugen Hochspannung, Dissonanzen, dann wieder scheinen sie in die Harmonie einzuschwenken, um gleich wieder in höchsten Tönen zu fiedeln, dass sich beim Hörer die Plomben lockern.

Hätte Jimi Hendrix das gekannt, er wäre Geiger geworden. Selten hatte man mehr Spaß daran, dass einem die Hörnerven lang gezogen wurden.

Doch der Herausforderung in „Kreizal“ folgt gleich der spätromantische Wohlklang in der „Impresione #3“. Bei Streichquartett denkt der Musikfreund sofort an klassische Musik. Aber gerade in Österreich hält man sich nicht an solche Grenzen. Das radio.string.quartet.vienna hat zum Beispiel die Musik von Weather Report und dem Mahavishnu Orchestra neu interpretiert.

„Strings & Bass“ wiederum verstößt gegen die Regeln schon in der Besetzung, weil statt einer Bratsche ein Kontrabass (und zweimal die Bassgitarre) mitwirkt, bedient von Georg Breinschmid, der von den Wiener Philharmonikern zum Vienna Art Orchestra wechselte. Auch die Geiger Florian Willeitner und Johannes Dickbauer und Cellist Matthias Bartolomey sind virtuose Grenzgänger zwischen Klassik und Jazz. Die Platte erkundet lustvollst unbekannte musikalische Gefilde. Das Eröffnungsstück „O(s)siris“ treibt den spröden kammermusikalischen Duktus der zweiten Wiener Schule immer wieder in Ausbrüche mit schroffer Rhythmik. Und das hinreißende „Valentinair“ treibt wilden Schabernack mit allerlei Variationen auf irische Folklore. Aber immer, wenn das Tanzbein zuckt, springen sie in neue Rhythmen oder lassen den Teufelsgeiger von der Kette. - Ralf Stiftel

Quelle: wa.de

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