Programm des 27. Kinofest Lünen

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Das Foto von 1932 zeigt Schüler der israelitischen Volksschule in Lünen. Der Film „Kinder der Turnstunde“ thematisiert jüdisches Leben in Lünen und läuft zum Auftakt dess. Kinofest

LÜNEN - Mit dem Film „Fritz Lang“ eröffnet das Kinofest Lünen seine 27. Spielzeit am Donnerstag, 10. November. Bis 13. November sind rund 60 Spiel- und Dokumentarfilmen zu sehen. Dabei will das Festival mit „Fritz Lang“, den Heino Ferch spielt, Berlin und seinen Feierlichkeiten nicht vorgreifen. Die UFA, die Langs Filme in den 20/30er Jahren produziert hatte, wird 2017 100 Jahre alt. Da die Dreharbeiten zu „Fritz Lang“ zu einem großen Teil in Düsseldorf stattgefunden haben, passt die S/W-Produktion zu dem NRW-Kinofestival.

Gordian Maugg (Regie/Drehbuch) will Fritz Lang privat zeigen. Die Ehe des Regisseurs mit seiner zweiten Frau Thea von Harbou steht vor dem Ende. Und nach Düsseldorf ist er gekommen, um für seinen ersten Tonfilm zu recherchieren „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“. Dabei geht es 1930 um die Ermittlungen zu dem Serienmörder Peter Kürten. Kriminalrat Gennat (Thomas Thieme) unterstützt Lang bei der Arbeit.

Das Kinofest breitet wieder ein vielfältiges Programm aus und unterstreicht seine Verbundenheit mit der Region. Bereits am 9. November wird zum Auftakt eine lokale Geschichte bebildert. Michael Kupczyk, Lüner Filmregisseur, hat „Die Kinder der Turnstunde“ gedreht, und ist jüdischem Leben in der Lippestadt nachgegangen. Die Kinder der israelitischen Volksschule, die ein Foto von 1932 zeigt, sind 1945 nicht mehr in Lünen: geflohen, verschleppt, ermordet.

Der Film „Radio Heimat“ ist dagegen typische Ruhrpott-Unterhaltung, wie sie nach Frank-Goosen-Motiven von Regisseur Matthias Kutschmann („Geierabend“) erzählt wird. Der Abschlussfilm fokussiert auf vier Jungs, die in den 80er Jahren erwachsen werden und erleben, was beim Pilstrinken, Pöhlen und bei Pommes Rot-Weiß so alles abgeht. Von Jochen Nickel bis Uwe Lyko, von Ralf Richter bis Peter Lohmeyer sind alle dabei, die dem Revier ihre Stimme geben, also auch Elke Heidenreich, Hans-Werner Olm, Willi Thomczyk... ab 17. November im Kino.

„Hart aber herzlich. Kinofest“ ist der neue Slogan in Lünen. Es gibt zwei neue Trailer für die Sektionen und das „Rakete“-Kinder-Programm. Das Preisgeld für den Wettbewerb „Erster Gang“ (für mittellange Filme) ist auf 2800 Euro erhöht worden. Neben Sektionen für Fernsehen, Musik, Welt, Kurzfilmen und elf Lünen-Premieren ist „Extra Koproduktionen“ dazugekommen. Festivalleiter Michael Wiedemann folgt damit der Entwicklung, dass immer mehr europäische Produktionen mit deutscher Beteiligung wirklich stringente Filme ermöglichen. „Frantz“ von François Ozon zählt dazu, wie „Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki“ von Juho Kuosmanen (Finnland).

Im Wettbewerb um die Lüdia – 35 300 Euro Preisgelder werden ausgelobt – treffen acht fiktionale Filme auf zwei Dokus. Im Heimatfilm „Die Einsiedler“ verzichtet Regisseur Ronny Trocker beispielsweise auf Filmmusik.

www.kinofest-luenen.de

Vorverkauf ab Donnerstag,

12 Uhr; www.cineworld-

luenen.de; Tel. 01805/24 63 96 (14 Cent aus Festnetz)

Quelle: wa.de

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