„Red Nose Day, actually“

Fortsetzung von „Tatsächlich...Liebe“: Das ist aus den Liebespaaren geworden 

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Sind der Premierminister (Hugh Grant) und Natalie noch zusammen?

London - „Tatsächlich...Liebe“, die beliebte Komödie aus dem Jahr 2003, hat eine Fortsetzung bekommen. Wir verraten, was aus den Charakteren geworden ist.

„Tatsächlich...Liebe“ rangiert bei den besten Weihnachtsfilmen aller Zeiten ganz oben: 2003 verzauberte Regisseur Richard Curtis mit dem Episodenfilm weltweit sein Publikum. Gezeigt wurden die Liebesgeschichten von verschiedenen Protagonisten, die sich um die Weihnachtszeit herum entwickeln. Unvergessen bis heute bleiben beispielsweise der tanzende Premierminister David (Hugh Grant), der verrückte Rockstar Billy (Bill Nighy) und der kleine Sam (Thomas Sangster), der die Sicherheitskontrollen am Flughafen durchbricht, um Joanna (Olivia Olson) vor ihrer Abreise seine Liebe zu gestehen.

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Nach 14 Jahren dürfen Fans nun erfahren, wie sich das Leben der liebgewonnenen Charaktere weiterentwickelt hat. Der Hintergrund: Die Zuschauer sollen zum Spenden animiert werden. Passenderweise spielt die Fortsetzung nicht an Weihnachten, sondern am Red Nose Day, also am 24. März. Das ist ein Spendentag, der von der Hilfsorganisation Comic Relief ins Leben gerufen wurde. Der Film will diese Aktion unterstützen.

Es gibt aber einen Haken: Bei der Fortsetzung handelt es sich lediglich um einen ungefähr zehnminütigen Kurzfilm. Außerdem konnte dieser bisher nur bei dem britischen Sender BBC One und dem US-Kanal NBC verfolgt werden. Deutsche Fans müssen sich wohl noch gedulden, bis sie die Fortsetzung des Klassikers im Fernsehen ansehen können: Derzeit steht noch kein Sendetermin fest.

Achtung, Spoiler: So geht es den Charakteren aus „Tatsächlich...Liebe“ heute

Doch ist inzwischen die Handlung des Kurzfilms mit dem Namen „Red Nose Day, actually“ durchgesickert. Zuvor war nur der Trailer des Kurzfilms bekannt. Wie Buzzfeed berichtet, beginnt die Fortsetzung vor der Haustür von Peter (Chiwetel Ejiofor) und Juliet (Keira Knightley). Im ersten Teil ereignete sich an demselben Ort die einprägsame Szene, bei der Mark (Andrew Lincoln) der verheirateten Juliet stumm mithilfe von großen Plakaten seine Liebe gestand. In der Fortsetzung klingelt Mark erneut mit großen Karten an der Tür des Ehepaars. Ist er etwa immer noch unglücklich in die schöne Juliet verliebt? Nein, bei diesem Besuch hat er seine Ehefrau dabei - das Supermodel Kate Moss. Im ersten Teil von vor 14 Jahren hatte er noch angekündigt, ebendiese zu heiraten. 

Derweil ist David (Hugh Grant) immer noch Premierminister von Großbritannien. Und: Er tanzt immer noch - dieses Mal jedoch zu „Hotline Bling“. Doch nicht nur sein Musikgeschmack hat sich offensichtlich verändert, er ist auch um einige Jahre gealtert. Deshalb fällt er bei seiner Tanzeinlage die Treppen herunter und verletzt sich. Nathalie (Martine McCutcheon) - nach wie vor in einer Beziehung mit dem Premierminister - rüffelt ihn sofort dafür. Später hält er als britischer Premierminister noch eine rührende Rede.

Apropos gealtert: Kaum wiederzuerkennen ist Sam, der in „Tatsächlich...Liebe“ als 12-Jähriger unsterblich in die Amerikanerin Joanna verliebt war. Wie wir nun erfahren, war der herzzerreißende Abschied am Flughafen nicht für immer. Sam ist nach New York gezogen, wo er seine Joanna wiedergefunden hat. Nun will das junge Paar heiraten. 

Kaum verändert hat sich dagegen der alternde Rockstar Billy. Die traurige Nachricht: Sein übergewichtiger Manager Joe (Gregor Fisher), mit dem er sich am Ende des ersten Films noch ausgesöhnt hatte, ist inzwischen an einem Herzinfarkt gestorben. Das erzählt der Musiker in „Red Nose Day, actually“ im Radio.

Schönere Nachrichten kommen derweil von Jamie (Colin Firth) und seiner portugiesischen Frau Aurelia (Lucia Moniz). Sie sind immer noch verliebt und haben drei Kinder. Wie die Portugiesin dem Schriftsteller in „Red Nose Day, actually“ gesteht, ist sie darüber hinaus mit einem vierten Kind schwanger.

Rufus (Rowan Atkinson), der unglaublich genaue und langsame Schmuck-Verkäufer aus dem ersten Teil, sorgt auch in der Fortsetzung für Lacher. Inzwischen arbeitet er im Supermarkt - und die Kunden stehen aufgrund seiner Langsamkeit bis vor die Ladentüre an.

Reaktionen auf die Fortsetzung

Bis auf die Erheiterung durch Verkäufer Rufus mangelt es dem zweiten Teil der Komödie jedoch an Witz, wie unter anderem der Guardian kritisiert. Ein Beispiel: Die etwas misslungene „Pointe“, wenn Jamie seine portugiesische Frau Aurelia aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse immer noch nicht versteht, als diese ihm von ihrer vierten Schwangerschaft erzählt. Somit kommt die Fortsetzung wohl kaum an den ersten Teil heran - was aber vor allem auch daran liegt, dass einige Stars aus „Tatsächlich...Liebe“ nicht mehr dabei sind. 

Schmerzlich vermissen die Fans beispielsweise das Ehepaar Karen (Emma Thompson) und Harry (Alan Rickman). Harry hatte im ersten Teil seine Frau mit Mia (Heike Makatsch) betrogen, doch Karen verzieh dem Vater ihrer Kinder - zumindest vorzeitig. Harrys Schauspieler Alan Rickman ist im vergangenen Jahr gestorben, er war auch im realen Leben ein guter Freund von Emma Thompson. So wollte die Schauspielerin von Karen laut Telegraph die Geschichte ohne ihn nicht weiterentwickeln. Sie sagte, es sei „zu traurig“ und „zu früh“.

Auch Martin Freeman, der im ersten Teil John spielt, ein Lichtdouble für einen Pornofilm, und Kris Marshall, der als Colin nach Amerika aufbrach, sind bei der Fortsetzung nicht mehr dabei: Sie konnten den Dreh nicht in ihrem Terminkalender unterbringen. Laura Linney als Sarah, die ihren geistig behinderten Bruder pflegte und unsterblich in Carl (Rodrigo Santo) verliebt war, taucht in der britischen Fortsetzung ebenfalls nicht auf. Medienberichten zufolge soll es allerdings in der amerikanischen Version eine zusätzliche Szene geben, in der Sarah vorkommt. Ob sie ihre große Liebe Carl doch noch geheiratet hat? Emma Freud, Dramaturgin von „Tatsächlich...Liebe“, sagte laut OK!, dass dies „tragischerweise“ nicht der Fall sei. Die meisten „Tatsächlich...Liebe“-Stars zeigten sich begeistert von der Idee, eine Fortsetzung zu drehen.

Einen Großteil der britischen und amerikanischen Fans, die den zweiten Teil schon zu sehen bekommen haben, hat die Fortsetzung der romantischen Komödie ebenfalls überzeugt. Insbesondere die Rede des Premierministers David am Ende des Kurzfilms berührte die Zuschauer - David sagte: „Wo auch immer du Tragik siehst, siehst du auch Mut. Wo auch immer du normale Menschen in Not siehst, siehst du auch außergewöhnliche Menschen, die zur Hilfe kommen. Die meisten Menschen haben immer noch genug Liebe in ihren Herzen, um anderen Menschen in Not zu helfen, jeden Tag, überall. Das Gute wird gewinnen, da bin ich mir tatsächlich sicher.“ Angesichts des Terroranschlags in London wenige Tage vor der Ausstrahlung des Kurzfilms wirkten die Worte brandaktuell.

Obwohl die Fortsetzung vielleicht nicht so humorvoll wie das Original ist, hat „Red Nose Day, actually“ die meisten Fans nicht enttäuscht: Sie konnten sehen, was aus ihren Helden geworden ist (und warum „Tatsächlich...Liebe“ der beste Weihnachtsfilm ist, lesen Sie hier bei Merkur.de). Schließlich hatte der Kurzfilm auch noch einen karitativen Zweck und animierte laut BBC viele Menschen zum Spenden - so darf man sich gleich doppelt über die Fortsetzung freuen.

bau

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