Tabu?

Das droht Autofahrern, die ihre Zigarettenkippen aus dem Fenster werfen

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Die Kippe aus dem Autofenster zu werfen, kann dem Fahrer teuer zu stehen kommen.

Im Straßenverkehr ist es häufig zu beobachten - Autofahrer werfen ihre Zigarettenkippen unbedacht aus dem Fenster. Aber ist das überhaupt erlaubt?

Es ist zwar eine bequeme Möglichkeit Abfall loszuwerden, doch kann Autofahrer teuer zu stehen kommen - das Entsorgen von Zigarettenkippen aus dem Fenster.

Während der Fahrt: Das droht Ihnen beim Wegwerfen der Kippen

Es ist Autofahrern zwar nicht verboten am Steuer zu rauchen, allerdings dürfen die verbrauchten Glimmstängel nicht einfach auf die Straße geworfen werden. Denn dadurch wird die Umwelt verschmutzt und somit eine Geldstrafe fällig. Dabei handelt es sich um nicht zu knappe 20 bis 50 Euro Verwarnungsgeld, wie der ADAC informiert.

So gefährlich ist das Entsorgen der Zigaretten

Zudem warnt der Automobilclub vor Unfällen, die infolge passieren können: So könnte der Glimmstängel einem Motorradfahrer vors Visier fliegen und für einen Schreckmoment sorgen. Sollte er dadurch stürzen und sich verletzen, hat sich der Raucher einer fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht. Auch andere Verkehrsteilnehmer könnten dadurch irritiert und in einen Unfall verwickelt werden.

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Besonders gefährlich ist das Entsorgen der Kippen während heißer Sommertage. Sie können nämlich im schlimmsten Fall Waldbrände verursachen - was sogar als fahrlässige Tötung bestraft werden kann.

Fällt der Glimmstängel während der Fahrt in den Fußraum und lenkt den Fahrer ab, weil er nach der Kippe greift, handelt er zudem "grob fahrlässig". Sollte es dadurch zum Unfall kommen, erlischt oft der Versicherungsschutz und weitere Strafen können folgen.

Lieber eine Raucherpause

"Wer auf einer Autofahrt gar nicht darauf verzichten kann, sollte besser eine Raucherpause einlegen und die Gelegenheit nutzen, sich dabei auch die Beine zu vertreten", rät Anja Smetanin vom Auto Club Europa (ACE). Alternativ bieten sich bei langen Strecken Nikotinpflaster oder -kaugummis an. Doch die Ablenkung ist nicht der einzige Aspekt, warum Experten vom Qualmen hinterm Steuer abraten.

"Das Gesundheitsrisiko vor allem auch für Mitfahrer ist auf so einem engen Raum natürlich noch deutlich höher einzuschätzen", sagt Graw. Die Gefahr eines Bronchialkarzinoms sei bei Passivrauchern erwiesenermaßen erhöht. Der Verkehrsmediziner plädiert daher für ein generelles Rauchverbot in Autos. Dem schließt sich der ACE an. "In einigen Ländern in der EU ist das Rauchen hinterm Steuer bereits verboten. Es wäre begrüßenswert, wenn Deutschland sich da anschließen würde", fordert Smetanin.

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Auch E-Zigaretten lenken ab

Auch bei der E-Zigarette droht die Gefahr der Ablenkung. "Gerade dann, wenn zum Beispiel der Tank leer ist", sagt Smetanin. Zudem sei auch der Qualm einer E-Zigarette nicht unbedenklich. "Bei einer E-Zigarette werden durch den Dampf die Stoffe Acetaldehyd und Acrolein verbreitet, die die Haut sowie die Atemwege reizen. "Kinder sind dafür natürlich besonders anfällig – gerade dann, wenn während der Fahrt nicht einmal das Fenster geöffnet wird", so Smetanin.

Wertverlust durch Zigarettenrauch

Wer Qualm im Auto zulässt, muss beim Verkauf einen Wertverlust einkalkulieren. "Der liegt im Schnitt bei 1.500 Euro", sagt Markus Herrmann vom Bundesverband Fahrzeugaufbereitung. "Mit einem Duftbaum und dem oberflächlichen Reinigen der Glas- und Kunststoffteile ist es nicht getan, damit lässt sich der Rauchgeruch nicht beseitigen." Er rät zur professionellen Reinigung. Verdampfer mit einem speziellen Reinigungsfluid, das die Kohlenstoffverbindungen zerstört, seien erfolgversprechender.

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Mit Material von dpa

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