Bußgelder in Europa – Mit welchen Strafen müssen Sie rechnen?

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Sie haben im Ausland einen Verkehrsverstoß begangen? Das kann je nach Land und Art des Vergehens schnell teuer werden. Seit dem Jahr 2010 werden Bußgelder in der EU grenzüberschreitend vollstreckt, sobald der Betrag samt Verfahrenskosten die 70 Euro-Grenze übersteigt.

So beendete die EU das sorglose Fahrvergnügen im Ausland. Neben den wohl bekannten Regeln im Straßenverkehr, wollen wir Ihnen auch einige skurrile Vorschriften der einzelnen Länder näher bringen. Mit welchen Gebühren Sie rechnen müssen, erfahren Sie in unserer Zusammenfassung.

Geschwindigkeitsüberschreitung

Ganz im Gegensatz zu Deutschland reagieren unsere europäischen Nachbarn sehr drastisch auf zu hohe Geschwindigkeiten. Aus aktuellen Bußgeldrechnern geht hervor, dass Großbritannien zu den teuersten Ländern gehört. Wer mit mehr als 50 Stundenkilometer zu schnell erwischt wird, dem droht eine Strafe bis zu 2.860 Euro. Ähnlich teuer wird es in unserem Nachbarland Österreich. Hier werden für dieses Vergehen 2.180 Euro fällig. Teuer wird es auch für Autofahrer, die in Frankreich zu viel Gas geben. Ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 55 Kilometer zahlen Verkehrssünder 1.500 Euro Gebühren. In der Schweiz kann es zu besonders hohen Zahlungen kommen. Dies liegt an der Art der Geldbußen, denn die Höhe der Strafen wird über Tagessätze berechnet. Ganze 60 Tagessätze muss ein Verkehrssünder für zu schnelles Fahren blechen. Häufig reicht schon eine Limitüberschreitung von 20 km/h, um mit Strafen im Ausland rechnen zu müssen. In Norwegen zahlen Verkehrssünder hierfür mindestens 375 Euro.

Alkohol am Steuer

Alkohol am Steuer gehört zu den gefährlichsten Delikten im Straßenverkehr. Unfälle mit alkoholisierten Personen enden häufig mit Schwerverletzten oder Toten. Daher verstehen auch ausländische Polizisten hier keinen Spaß. Es winken zum Teil sehr hohe Strafen. In Großbritannien geht dies soweit, dass die Gebühren je nach Fall individuell festgelegt werden und so generell als „unbegrenzt“ gelten. In Schweden gilt eine Promillegrenze von 0,2. Wird diese überschritten, werden mindestens 40 Tagessätze fällig. Je nach Höhe des Einkommens werden auch hier hohe Summen abgerechnet. Die höchste feste Prämie in Europa finden wir in Malta. Autofahrer, welche die 0,8 Promillegrenze überschreiten, müssen mit mehr als 1.200 Euro Abmahnungsgebühr rechnen. Ähnlich teuer wird es in Ungarn. In dem osteuropäischen Land gilt die 0,0 Promillegrenze. Schon beim Nachweis geringer Spuren von Alkohol müssen umgerechnet bis zu 970 Euro beglichen werden. Im nordischen Inselstaat Island darf ein Wert von 0,5 Promille nicht überschritten werden, es droht ein Bußgeld über 560 Euro.

Kuriose Verkehrsregeln in Europa

Andere Länder, andere Sitten. Das gilt auch für einige Verkehrsregeln. Einige deutsche Autofahrer wissen gar nicht wie ihnen geschieht, wenn sie plötzlich ein Bußgeld für unbekannte Verkehrsregeln in der Hand halten. Hier präsentieren wir Ihnen einige Beispiele für kuriose Verkehrsregeln europäischen Länder. Wussten Sie beispielsweise, dass es in Griechenland verboten ist, im eigenen Fahrzeug zu Rauchen, wenn sich ein Kind unter 12 Jahren im Auto befindet? Bei Verstößen gegen diese Regelung müssen Sie ein Bußgeld von 1.500 Euro bezahlen. Wer in Österreich bei einem Unfall ohne Personenschaden die Polizei ruft, wird mit der sogenannten Blaulichtsteuer belegt. Diese verursacht Kosten in Höhe von 36 Euro. Eine verrückte Regelung gibt es auch in Frankreich: Autofahrer, die bei der Geschwindigkeitskontrolle mit Blitzer-Warn-Apps auf dem Smartphone oder Navi schummeln, kassieren 1.500 Euro Strafe. In Schweden ist es nicht erlaubt, länger als fünf aufeinanderfolgende Tage an öffentlichen Straßen und Plätzen zu parken.

PKW-Fahrer in Slowenien müssen vorsichtig sein, denn die Haltepflicht gilt auch bei einer gelben Ampel. Wer dagegen verstößt und nicht sofort bezahlt, dem droht die Beschlagnahmung des Wagens und unter Umständen sogar eine Freiheitsstrafe. Junge Fahrer dürfen in Bosnien-Herzegowina zwischen 23 und 5 Uhr morgens nicht mit dem Auto fahren. So sollen vor allem Unfälle unter Alkoholeinfluss vermieden werden. Eine wirklich verrückte Verkehrsregel finden wir in Dänemark: Vor jeder Autofahrt müssen Fahrzeugführer den PKW auf seine Fahrtüchtigkeit prüfen. Hierzu gehört auch, dass dänische Fahrer zunächst nachsehen müssen, ob nicht jemand unter ihrem Auto schläft. Damit holen sich die Dänen den ersten Platz, im Ranking der kuriosen Verkehrsregeln.

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