Komet 2I/Borisov

„Hubble“ macht schärfste Aufnahme des interstellaren Kometen „Borisov“

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Das bisher schärfste Bild vom interstellaren Kometen 2I/Borisov wurde vom Weltraumteleskop „Hubble“ gemacht.

Der Komet 2I/Borisov ist der zweite interstellare Himmelskörper, der je in unserem Sonnensystem entdeckt wurde. Nun haben Forscher Erstaunliches herausgefunden.

Update, 17.10.2019: Der zweite interstellare Himmelskörper, der durchs Sonnensystem reist, ist ein Fall für „Hubble“. Das Weltraumteleskop hat den Kometen 2I/Borisov am 12. Oktober aus einer Entfernung von 260 Millionen Kilometern fotografiert. Die bislang schärfste Aufnahme des Kometen wurde nun veröffentlicht. Darauf zu sehen ist, dass sich Staub rund um den Nukleus (Kern) des Kometen konzentriert. Den Nukleus selbst kann man auf dem Bild nicht sehen, da er zu klein ist.

Die Forscher sind sehr erstaunt darüber, dass 2I/Borisov Kometen aus unserem Sonnensystem ähnelt - obwohl er aus einem anderen Sonnensystem stammt. Vor 2I/Borisov stammten alle Kometen in unserem Sonnensystem entweder aus dem Kuipergürtel oder aus der Oortschen Wolke.

Komet 2I/Borisov kommt von außerhalb des Sonnensystems - und ist sonst eher gewöhnlich

Update, 15.10.2019: Der Komet 2I/Borisov ist ein Besucher von außerhalb unseres Sonnensystems - und abgesehen davon offenbar ein ziemlich normaler Komet. Das berichten zumindest Forscher um Piotr Guzik (Universität Krakau) im Fachmagazin „Nature Astronomy“. Das Forscherteam hat Teleskopaufnahmen ausgewertet und berechnet, dass der Kometenkern einen Durchmesser von etwa einem Kilometer hat. Komet 2I/Borisov sei rötlich, seine Oberfläche sei staubig. „Auf Basis dieser ersten Charakterisierung scheint sich das Objekt nicht von Kometen zu unterscheiden, die es in unserem Sonnensystem gibt“, so Guzik.

Nur seine Flugbahn deutet demnach darauf hin, dass 2I/Borisov aus den Tiefen des Universums stammt und nicht aus unserem Sonnensystem kommt. Forscher vermuten, dass Kometen in anderen Sonnensystemen auf ähnliche Art entstehen wie in unserem. 2I/Borisov scheint das zu bestätigen.

Weltraumteleskop „Hubble“ blickt auf interstellaren Kometen 2I/Borisov

Update, 14.10.2019: Das Weltraumteleskop „Hubble“ hat den interstellaren Kometen 2I/Borisov ins Visier genommen und wird das weiterhin tun, während sich der interstellare Komet seinem Perihel nähert. Als Perihel bezeichnet man die größte Annäherung an die Sonne. „Hubble“-Aufnahmen sollen zeigen, ob sich der Kern des Kometen verändert, wenn er sich der Sonne nähert. Die größte Annäherung an die Sonne haben Forscher für den 8. Dezember berechnet. Dann nähert sich 2I/Borisov dem Stern bis auf etwa 300 Millionen Kilometer.

Die Forscher interessieren sich jedoch nicht nur dafür, wie sich der Komet in der Nähe der Sonne verhält, sondern auch, woher er eigentlich stammt: Polnische Forscher haben den Pfad des Kometen zurückverfolgt und sind dabei auf das Doppelstern-System Kruger 60 gestoßen. Das befindet sich etwa 13 Lichtjahre von der Erde entfernt. Nach Angaben der Forscher hat sich 2I/Borisov vor etwa einer Million Jahre nur 5,7 Lichtjahre vom Zentrum von Kruger 60 entfernt bewegt. Damals habe er sich mit einer Geschwindigkeit von nur 3,43 Kilometern pro Sekunde bewegt. Doch mit dieser Geschwindigkeit hätte sich der Komet nicht aus der Schwerkraft des Sterns lösen können - woraus die Forscher schließen, dass Kruger 60 das System ist, aus dem 2I/Borsiov stammt.

Interstellarer Besucher heißt jetzt 2I/Borisov

Update, 26.09.2019: Ende August wurde das zweite interstellare Objekt, das ins Sonnensystem eingedrungen ist, entdeckt, nun hat es auch einen entsprechenden Namen bekommen: 2I/Borisov heißt der Komet, der zuvor übergangsweise den Namen C/2019 Q4 hatte und der damit nach seinem Entdecker, dem Amateurastronom Gennadij Borisov benannt wurde.

Nach einwöchigen Beobachtungen durch Amateur- und Profiastronomen in aller Welt konnte das „Minor Planet Center“ der Internationalen Astronomischen Union (IAU) nach eigenen Angaben einen vorläufigen Orbit des Kometen berechnen - der darauf hinwies, dass der Komet interstellar ist. Das heißt: Er stammt nicht aus unserem Sonnensystem und umkreist nicht unsere Sonne. Er durchfliegt unser Sonnensystem und wird es wieder verlassen.

2I/Borisov ist erst das zweite interstellare Objekt, das in unserem Sonnensystem entdeckt wurde (dafür steht „2I“ im Namen des Kometen). Nummer eins war ein Himmelskörper namens „Oumuamua“, der im Jahr 2017 beim Verlassen des Sonnensystems gesichtet wurde. Weil er sich damals schon wieder entfernte, konnte man nicht viele Daten über „Oumuamua“ sammeln. Das ist bei 2I/Borisov anders: Er ist gerade erst auf dem Weg ins Sonnensystem hinein, am 7. Dezember 2019 soll er seine sonnennächste Position (Perihel) erreichen. Im Dezember und Januar sollte er am hellsten leuchten, bevor er sich wieder aus dem Sonnensystem zurückzieht - möglicherweise für immer.

Die Größe des Kometen ist nach Angaben des IAU schwer einzuschätzen. Sie gehen derzeit davon aus, dass er einen Durchmesser von „einigen Kilometern“ hat.

Interstellarer Komet rast mit 150.000 km/h durchs Sonnensystem

Update vom 13.09.2019, 12.45 Uhr: Nach aktuellen Berechnungen ist der Komet C/2019 Q4 derzeit etwa 420 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt und wird sich ihr am 8. Dezember bis auf 300 Millionen Kilometer nähern. „Die aktuelle Geschwindigkeit des Kometen ist hoch, etwa 150.000 km/h, was deutlich mehr ist als die Geschwindigkeit von Objekten, die die Sonne in dieser Entfernung umkreisen“, erklärt Davide Farnocchia vom Nasa-Zentrum für die Erforschung von erdnahen Objekten. „Die hohe Geschwindigkeit zeigt nicht nur, dass das Objekt sehr wahrscheinlich von außerhalb unseres Sonnensystems kommt, sondern auch, dass es unser Sonnensystem wieder verlassen wird.“

Beobachtungen, die ein Team von der Universität von Hawaii gemacht haben, geben einen ersten Hinweis auf die Größe des Kometen: Er hat einen Durchmesser von zwei bis 16 Kilometer. Auf einem Bild des Kometen, das es mittlerweile gibt, kann man außerdem erkennen, dass sich ein leichter Schweif des Kometen ausgebildet hat.

Interstellarer Besucher im Sonnensystem entdeckt

Erstmeldung vom 12.09.2019: Hat ein Amateur-Astronom einen zweiten interstellaren Besucher in unserem Sonnensystem entdeckt? Seit Ende August beobachten Forscher einen Kometen, dem sie zuerst den provisorischen Namen gb00234 gegeben haben und der mittlerweile den Namen C/2019 Q4 (Borisov) trägt. Da man den Kometen erst seit kurzer Zeit beobachtet, weiß man noch nicht besonders viel über ihn. Es könnte sich jedoch um einen Kometen handeln, der von außerhalb unseres Sonnensystems stammt, der also interstellar ist.

Erste Berechnungen zeigen, dass der Komet wohl aus der Richtung des Sternbilds Cassiopeia kommt. Er dürfte der Sonne auf seiner Flugbahn etwa so nahe kommen wie der Mars. Von der Erde bleibt er nach diesen Berechnungen etwas weiter entfernt als die Sonne. Anschließend sollte es den Kometen wieder hinaus in die Weiten des Weltalls ziehen.

Sind die Berechnungen für Komet C/2019 Q4 korrekt?

Bisher ist noch nicht klar, wie genau die Beobachtungen und die darauf basierenden Berechnungen sind, da noch nicht viele Beobachtungsdaten vorliegen. Sind die Berechnungen korrekt, erreicht der Komet sein Perihel – die größte Annäherung an die Sonne – im Dezember 2019 oder Januar 2020. Offenbar hat der Komet eine hyperbolische Bahn: Er umkreist nicht die Sonne, sondern wird von ihrer Schwerkraft auf dem Weg hinaus aus dem Sonnensystem nur etwas abgelenkt.

Der Komet C/2019 Q4 (Borisov), aufgenommen vom Canada-France-Hawaii-Teleskop am 10. September 2019. Mittlerweile hat der Komet einen endgültigen Namen: 2I/Borisov.

Vom Minor Planet Center der Internationalen Astronomischen Union (IAU) wurde der Himmelskörper mittlerweile als C/2019 Q4 (Borisov) registriert. Der Amateurastronom Gennadij Borisov hatte den Himmelskörper mit einem Teleskop von der Halbinsel Krim aus aufgespürt.

Handelt es sich bei C/2019 Q4 tatsächlich um einen interstellaren Kometen, wäre es bereits der zweite Besucher von außerhalb unseres Sonnensystems, der jemals entdeckt wurde. Den ersten interstellaren Himmelskörper entdeckten Astronomen im Oktober 2017 mit dem Teleskop PanSTARRS-1 auf Hawaii. Sie gaben ihm den Namen „Oumuamua“, der hawaiianische Begriff für „Kundschafter“.

Komet C/2019 Q4 wäre der zweite interstellare Himmelskörper im Sonnensystem

„Oumuamua“ war nur kurze Zeit mit Teleskopen zu beobachten und Forscher sind sich bis heute nicht ganz sicher, worum es sich bei dem Himmelskörper handelte: Ist es ein Komet? Oder ein Asteroid? Eine - eher unwahrscheinliche - Interpretation des Chefastronomen der Harvard-Universität schließen sie jedoch aus: Bei „Oumuamua“ handelt es sich wohl nicht um den Boten einer unbekannten Zivilisation. Auch die Theorie eines Alien-Raumschiffs wiesen sie zurück*. Eine wahrscheinlichere Theorie der Forscher ist, dass „Oumuamua“ aus einem anderen Sonnensystem stammt und der Anziehung seines Sterns entkommen ist.

Während die Astronomen sich bei „Oumuamua“ mit den Daten zufriedengeben müssen, die beim Vorbeiflug des Himmelskörpers im Jahr 2017 gesammelt wurden, dürfen sie bei C/2019 Q4 noch auf viele neue Daten hoffen. Der neu entdeckte Himmelskörper ist deutlich größer und heller als „Oumuamua“ - und dadurch besser zu beobachten. Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, sollte der Komet „mindestens ein Jahr lang“ beobachtbar sein, heißt es vom Minor Planet Center.

Astronomen sind perplex: Was hat es mit Komet C/2019 Q4 auf sich?

Astronomen sind angesichts der neuen Entdeckung aufgeregt. Handelt es sich tatsächlich um einen weiteren interstellaren Besucher unseres Sonnensystems? Ein Astronom schreibt in einer Asteroiden-Gruppe auf Yahoo, er sei perplex, denn alle drei möglichen Erklärungen, die er habe, seien sehr schwer zu glauben. Doch die kommenden Tage und Wochen werden neue Beobachtungen von C/2019 Q4 bringen und das Mysterium vielleicht etwas weniger rätselhaft machen.

Ein weiterer Himmelskörper, über den Astronomen staunen, ist der Asteroid (6478 Gault). Erst entwickelte er - sehr unüblich für einen Asteroiden - zwei Schweife, dann änderte er vor den Augen der beobachtenden Forscher seine Farbe von rot zu blau. In der Nacht auf Sonntag (15.9.) rast ein riesiger Asteroid an der Erde* vorbei. Zwar ist der Abstand sehr groß, doch der Asteroid ist so groß, dass er mit Teleskopen zu sehen sein wird.

Auch über den Exoplaneten K2-18b sind Wissenschaftler erstaunt: In seiner Atmosphäre haben sie Wasserdampf entdeckt. K2-18b könnte damit der erste Planet außerhalb unseres Sonnensystems sein, der sich in der bewohnbaren Zone eines Sterns bewegt und Wasser in der Atmosphäre hat.

Ein weiteres Rätsel, über das sich Experten den Kopf zerbrechen ist die mysteriöse Substanz, die der chinesische Rover „Yutu-2“ offenbar auf dem Mond entdeckt hat. Und auch das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße* fasziniert die Forschung: Es scheint hungriger zu werden. Außerdem haben Forscher ein besonders seltenes Phänomen entdeckt: Gleich drei schwarze Löcher sind in einem Galaxien-System auf Kollisionskurs.

Was passiert eigentlich, wenn Forscher irgendwann Leben auf dem Mars entdecken? Das könnte bald passieren - und wir sind nicht darauf vorbereitet, sagt der Nasa-Chefwissenschaftler Jim Green.

Von Tanja Banner

Die Mondlandung
Es war die größte Reise des Jahrtausends: Im Juli 1969 machten sich erstmals Menschen auf den Weg zum Mond. Das Multimedia-Web-Special der FR erzählt die Geschichte der Mission Apollo 11, ihrer Pannen und Probleme - und die der Frauen und Männer, die sie zu lösen wussten.

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