Das eigene Haus vor Einbrüchen sichern – so geht's effektiv

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Gerade über mangelhaft gesicherte Fenster verschaffen sich Einbrecher immer wieder schnellen Zugang ins Wohn- oder Schlafzimmer. Dabei lassen sich Haus und Wohnung eigentlich recht effektiv absichern.

Betrachtet man sich die Einbruchstatistiken der letzten Jahre, offenbart sich eigentlich ein eher positives Bild: Zumindest von 2015 bis 2017 lässt sich ein Rückgang der angezeigten Wohnraumeinbrüche verzeichnen.

Dennoch wird natürlich vielerorts eingebrochen und vor allem werden nur wenige Einbrüche aufgeklärt. Es gilt also vorzusorgen und das Haus oder die Wohnung einbruchsicherer zu machen. Das gelingt wiederum mittels einiger simpler und einiger etwas aufwändigerer, aber lohnender Methoden.

Wann und wie eingebrochen wird

Einbrüche in der dunklen Jahreszeit liegen noch immer im Trend. Bei vielen dieser Einbrüche entsteht ein hoher finanzieller Schaden – wie hoch der Wert ihres Eigentums war, erkennen die meisten Menschen erst, wenn es bereits zu spät ist. Hinzu kommt Schaden durch Vandalismus, wenn wahllos Privateigentum während der Einbrüche zerstört wird.

Übrigens sind zwei Drittel aller Einbrüche auf Spontantäter zurückzuführen. Wer sich also vorstellt, dass Einbrecher sich tage- oder gar wochenlang auf einen großen Einbruch vorbereiten, irrt gewaltig. Stattdessen kommen die Täter meist zufällig an einem Gebäude vorbei und beschließen dann, in dieses einzusteigen.

Mit kleinen, einfachen Maßnahmen vorsorgen

Gerade gegen diese Spontantäter lässt sich mit relativ einfachen, kleinen Maßnahmen oft schon effektiv schützen:

  • Auch wenn die Wohnung oder das Haus nur für einen ganz kurzen Gang zum Zigarettenautomaten oder sogar zum Nachbarn verlassen wird, sind alle Türen und Fenster gut zu verschließen. Nicht vergessen: Auch Balkontüren sind abzuschließen!
  • Ebenfalls sollten selbst bei kurzen Ausflügen keinesfalls die Hauschlüssel unter der Fußmatte oder hinter dem Blumentopf deponiert werden. Auch hier greifen Einbrecher oft hin und öfter, als man vermuten würde, haben sie dabei sogar Glück.
  • Jegliche Gegenstände, die Einbrechern bei ihrer Tat behilflich sein könnten, sind vorsorglich immer wegzuräumen. Dazu zählen unterschiedliche Dinge, wie natürlich Werkzeuge, aber auch Kisten, Leitern und Ähnliches.
  • Wer längere Zeit nicht Zuhause ist, sollte bestenfalls den Nachbarn Bescheid geben, dass diese immer wieder einmal nach dem Haus schauen, den Briefkasten leeren und eventuell sogar den Rasen mähen. Auch die Rollläden sollten nicht immer geschlossen sein. Denn Zeichen der Abwesenheit sind immer eine Einladung für Einbrecher.
  • Gute Außenbeleuchtung und übersichtliche Bepflanzungen machen es Einbrechern schwerer unbemerkt in eine Wohnung einzusteigen. Die Hemmschwelle, von Passanten oder Nachbarn gesehen zu werden, ist dann einfach zu groß.
  • Kommt es doch einmal zu einem Einbruch, obwohl eigentlich gut vorgesorgt wurde, wird der wertvolle Besitz von den Tätern meist schnell entdeckt, da diese sich oft auskennen und selbst unüblichere Verstecke ausfindig machen. Damit das Ärgernis nicht so groß ist, sollte ganz einfach vor allem nicht zu viel Bargeld Zuhause deponiert werden. Wer teuren Schmuck oder Ähnliches besitzt, sollte ernstlich darüber nachdenken, sich einen kleinen Tresor zuzulegen.

Typische Schwachstellen am, neben und ums Haus ausbessern

Die Garage

Garagen sind neben dem Haus selbst eines der häufigsten Ziele für Einbrecher, da sich darin oft Autos, aber auch andere teure Dinge, wie Fahrräder und einiges mehr befinden. Über viele Garagen lässt sich außerdem recht einfach durch einen ungesicherten Zugang ins Haus kommen. Die Garage einbruchsicher zu machen, lohnt sich also in jedem Fall.

Handelt es sich um sehr alte Garagentore ist ein nachträglich einbruchsicherer Ausbau oftmals kaum noch möglich. Es sei denn, man hängt so sehr an seiner Garage, dass man den immensen Arbeits- und Kostenaufwand stemmen möchte, der beispielsweise für kopiergeschützte Schlosszylinder, einen Schutz gegen das Aufhebeln oder robustere Beschläge anfällt. Deutlich lohnender ist es allerdings, das Garagentor vollständig auszubauen und sich ein neues sowie stabiles Tor anzuschaffen. Maximalen Schutz bieten übrigens jene Tore, die folgende Komponenten enthalten:

  • Abgedeckte Laufschienen, Zugfederkästen und Laufrollen
  • Federbruchsicherung
  • Aufschiebeschutz
  • Hinderniserkennung
  • sowie Fingerklemmschutz

Türen und Fenster

Sowohl die Türen und vor allem auch die Fenster der Garage, als natürlich auch die der Wohnung oder des Hauses gehören häufig zu den vernachlässigten Schutzsystemen. Und das, obwohl sie die Eingänge zum Haus darstellen und Einbrecher sich durch sie mitunter innerhalb von wenigen Sekunden Zugang zum Haus verschaffen können. Aber wie lassen sie sich effektiv absichern?

Als erste Maßnahme sollten die leicht erreichbaren Fenster im Erdgeschoss mit einbruchhemmenden Beschlägen gesichert werden. Auch Garagen- und Kellerfenster oder Kellerschächte sind zusätzlich zu sichern. Je nach Vorliebe und Geschmack kann beispielsweise zwischen Sicherheitsriegeln oder Gitterstäben ausgewählt werden. Wer seine Garage vollständig umbaut, kann außerdem darauf achten, dass die Fenster nicht vom öffentlichen Bereich aus sichtbar sind. Terrassentüren oder Loggientüren sollten ebenfalls zusätzlich verriegelt werden. Gitterroste bei den Lichtschächten sind mit massiven Ketten zusätzlich zu fixieren.

Was die weiteren Türen angeht, gilt, dass diese bestenfalls DIN-NORM-geprüft und registriert sind. Das lässt sich an der Prüfplakette ablesen. Nur Tore nach dieser Norm bieten einen ausreichenden Schutz. Empfehlenswert für die Haustüren sind außerdem ein Schutzbeschlag, der mit dem Sicherheitszylinder bündig abschließt und von außen nicht abzuschrauben ist, aufbohrgeschützte Zylinder und Beschläge, die einen Kernziehschutz aufweisen und eine Zarge mit einer Materialstärke von mindestens 3 mm in den Verriegelungspunkten.

Das Grundstück

Damit Einbrecher sich dem Haus eventuell erst gar nicht nähern, kann das Grundstück mit einem Zaun, einer Mauer oder auch einfach einer (eventuell mit stacheligen Pflanzen versehenen) hohen Hecke gesichert werden. Außerdem schadet es nicht, wenn von der Haustüre aus Sichtkontakt zu Besuchern an der Gartentür besteht, damit sich Fremde eventuell schon von Weitem ausfindig machen lassen können.

Damit Polizei oder Feuerwehr im Fall eines Einbruchs und Notrufs (der entweder von einem selbst oder auch von Nachbarn abgegeben wird) schnell das Haus finden kann, ist es wichtig, dass die Hausnummer gut lesbar und beleuchtet ist – ein kleines Detail, an das die wenigsten denken.

Einfache Schilder und Warnhinweise – egal, ob sie der Wahrheit entsprechen oder nicht – schrecken viele Einbrecher ebenfalls ab. „Alarmgesichert“ oder „Achtung, bissiger Hund!“ sind Klassiker, die meistens ihre Wirkung zeigen.

Moderne Technik gegen Einbrecher

Zum Standard bei der Hausüberwachung zum Schutz gegen Einbrecher gehören heute wohl Bewegungsmelder mit Alarmanlagen sowie Überwachungskameras. Mit Hilfe Letzterer lassen sich auch während der Abwesenheit der Eigentümer manchmal noch deutliche Hinweise auf die Täter ablesen, um den Einbruch im Nachhinein aufklären zu können – wenngleich die Kameras hin und wieder auch anderes Schauriges aufzeichnen.

Ansonsten gibt es inzwischen auch diverse smarte Lösungen und Systeme, die etwa als „virtuelle Bewohner“ die Anwesenheit der Mieter oder Eigentümer simulieren, indem sie diverse Prozesse steuern und Überwachung von unterwegs ermöglichen. Man hat mit derlei SmartHome-Systemen mitunter die Möglichkeit, Lampen und Rollläden automatisch steuern zu lassen. Morgens gehen beispielsweise die Läden hoch, abends ein oder zwei ausgewählte Lampen an – so, dass es aussieht, als wäre die ganze Zeit jemand Zuhause. Mittels Sensoren an Türen und Fenstern, die über magnetische Kontakte arbeiten, lässt sich weiterhin per App prüfen, ob diese geschlossen sind oder zu einer bestimmten Zeit geöffnet wurden. Diese und einige weitere Funktionen smarter Technologie ermöglichen heute eine maximale Überwachung des Hauses.

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