Ernährung früher und heute

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Die Geschichte unserer Ernährung ist spannend und stark von den jeweiligen Lebensumständen geprägt.

Wo im Mittelalter oder zur Kriegszeit nur wenig Essen auf den Tisch kam, können wir heute zwischen den unterschiedlichsten Gerichten wählen. Unsere Ernährung passt sich verschiedenen Gegebenheiten an und verändert sich dadurch stetig. Hier werfen wir einen Blick in die Vergangenheit unserer Esskultur.

Ernährung heute

Im modernen Europa verfügen wir über Essen im Überschuss. Unsere Lebensmittel sind vielfältig wie nie und meist bereits praktisch verarbeitet. Durch unsere Transport- und Konservierungsmöglichkeiten ist es uns möglich, nahezu jede Speise ganzjährig zu genießen. Dabei sollen die Gerichte nicht nur satt machen, sondern auch appetitlich aussehen, duften und gut schmecken. Die Zubereitung soll schnell und einfach sein. Die Ernährung des modernen Menschen klingt also zunächst einmal sehr vielseitig und damit gesund. Doch der Essensüberfluss hat auch seine Schattenseiten: Zwei Drittel der deutschen Männer und die Hälfte der Frauen sind mittlerweile übergewichtig. Ganze 25 Prozent der Männer und Frauen gelten sogar als adipös und müssen mit teils schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen rechnen.

Ernährung früher

In der Steinzeit ernährte sich der Mensch vorwiegend von rohen Pflanzenteilen, Wildgemüse und Obst. Vor circa 1,5 Millionen Jahren wurden wir zu Jägern, womit erstmals auch Fleisch und Fisch auf den Speiseplan rückten. Mit Beginn der Sesshaftigkeit, begannen Bauern mit dem Anbau von Getreide. Mit dem Ackerbau wurde das Brot zum Hauptnahrungsmittel der damaligen Bevölkerung. Dabei war die Ernährung der Bauern weit weniger vielseitig, als die der ersten Jäger und Sammler. Ab dem 15. Jahrhundert traten viele Veränderungen in das einfache Leben. Entdeckungsfahrten nach Indien und Amerika brachten neue Nutzpflanzen nach Europa. Besonders wichtig und beliebt wurde die Kartoffel. Diese wurde zunächst nur als Zierpflanze verwendet. Wenig später wurde jedoch der Nutzwert der Kartoffel erkannt, womit sie Brot als Grundnahrungsmittel ersetzte. Zu dieser Zeit brachten Entdecker auch erste Genussmittel wie Zucker, Tabak oder Kaffee aus den neuen Welten nach Europa.

Mit dem Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert veränderte sich die Demographie Europas. Die Bevölkerung stieg rasant, wobei die Lebensmittelversorgung nicht mithalten konnte. Daher litt ein Großteil der Population Hunger. Viele Bauern reagierten und fokussierten sich auf den Anbau von sättigenden Lebensmitteln wie Mais, Reis und Kartoffeln. Erst ab dem 19. Jahrhundert mit dem Fortschreiten der technologischen Entwicklung wurde es möglich, Lebensmittel luftdicht zu verpacken und zu kühlen. Diese technischen Errungenschaften ermöglichten ein neues Verständnis der Ernährung und bilden sozusagen die Anfänge unserer modernen Essgewohnheiten.

Vom 20. Jahrhundert bis heute

Wer jetzt denkt, man müsse weit in der Zeit zurückgehen, um Veränderungen unserer Ernährung zu erkennen, der irrt sich. Noch in den 1960er Jahren kamen andere Speisen auf den Tisch als heute. Es war völlig normal, dass die Frau nicht arbeitet und zu Hause bleibt. Damit stand täglich viel Zeit für Haushalt und Küche zur Verfügung. Die Kochkompetenz war dementsprechend hoch und die Hausfrauen zauberten aus wenigen und Zutaten köstliche Mahlzeiten. Heute ist es selbstverständlich, dass auch Frauen einen Beruf ausüben. Durch die zeitliche Auslastung im Arbeitsleben bleibt wenig Zeit zum Kochen. Dies schlägt sich natürlich in den Essgewohnheiten nieder: Fast Food und Fertigprodukte sind beliebt wie nie zuvor. Gleichzeitig wächst aber auch das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung, die nicht unbedingt mit viel Aufwand verbunden sein muss. Zahlreiche Hersteller haben sich auf die Produktion von hochwertigen und schnell zubereiteten Essen spezialisiert. Ob Suppen, Curry oder Nudelgerichte, Speisen aus aller Welt können verzehrfertig gekauft werden. Viele Hersteller bemühen sich, die Zutaten schonend zu verarbeiten und auf den Einsatz von künstlichen Zusätzen zu verzichten. So lässt sich mittlerweile ein Trend zu schenellen Gerichten feststellen, die vielfältig und gesund sind.

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