Das sollten Sie über deutsches Leitungswasser wissen - Unser Ratgeber!

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Zahlreiche Verbraucher sind derzeit verunsichert, seit durch Prüfungen unabhängiger Institute eine hohe Chlorbelastung im Trinkwasser festgestellt wurde. In den meisten deutschen Haushalten wird gechlortes Wasser nicht nur zum Waschen genutzt, sondern auch zum Kochen oder für die Zubereitung von Getränken.

Wie gefährlich ist Chlor im Trinkwasser?

Chlor nicht automatisch gefährlich für den Menschen. Die chemische Substanz wird dem Leitungswasser zur Desinfektion auf künstlichem Weg beigesetzt. Zwar findet man Chlor in bestimmten Verbindungen und Mineralien ebenfalls in der Natur, allerdings besitzt Chlor in verschiedenen Formen unterschiedliche Wirkungen. Gechlortes Wasser ist demnach nicht unbedingt gefährlich für die Gesundheit. Es wird in diesem Zusammenhang zur Reinigung und Desinfektion eingesetzt und soll Kolibakterien abtöten und die Wasserqualität gewährleisten. Chlor im Trinkwasser kann deshalb bedenkenlos getrunken werden, es sei denn, die Richtlinien des örtlichen Wasserversorgers empfehlen dies nicht. Vor allem für schwangere Frauen und Säuglinge ist Leitungswasser, das über einen langen Zeitraum gechlort wird, nicht ungefährlich. 

Deutsche Trinkwasserverordnung legt Grenzwerte fest

Die deutsche Trinkwasserverordnung setzt für Chlor einen Grenzwert von 0,3 Milliliter pro Liter Trinkwasser fest. Bereits seit vielen Jahren wird Chlor zur Aufbereitung des Trinkwassers genutzt. Manche Verbraucher mögen das Wasser nicht, wenn es den Geruch von Chlor aufweist und greifen auf andere Alternativen, wie Mineralwasser aus der Flasche zurück. Dies führt allerdings zu hohen Kosten, wenn Mineralwasser nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Kochen genutzt wird. Ist das wirklich notwendig und kann gechlortes Wasser gefahrlos getrunken werden? Wer möchte, kann das Leitungswasser untersuchen lassen. Dafür werden den Verbrauchern verschiedene Testmöglichkeiten angeboten. Die örtlichen Wasserversorger sind verpflichtet, die Verbraucher über den Chlorgehalt im Leitungswasser zu informieren, wenn Grenzwerte überschritten werden. Liegt keine anders lautende Information vor, kann das Leitungswasser gefahrlos getrunken werden. Allerdings hat gechlortes Trinkwasser durchaus Auswirkungen auf die Gesundheit, wenn es langfristig und in hoher Dosierung konsumiert wird. 

Bakterien im Trinkwasser stellen hohes Gesundheitsrisiko dar

Die Wasserversorger unternahmen in letzter Zeit ihr Möglichstes, um eine Verunreinigung des Trinkwassers ebenso zu verhindern wie eine zu hohe Chlorbelastung. Eine Chlorung des Trinkwasser ist dennoch unvermeidbar, wenn ein Bakterienbefall sicher vermieden werden soll. Denn Bakterien im Trinkwasser stellen ein deutlich höheres Gesundheitsrisiko dar als gechlortes Wasser. Wer empfindlich reagiert, kann auf Mineralwasser aus dem Supermarkt zurückgreifen. Dies ist vor allem für die Zubereitung von Babynahrung empfehlenswert. Auch Schwangere sollten beim Umgang mit gechlortem Trinkwasser vorsichtig sein, denn Experten können die Wirkung des Chlors auf das ungeborene Kind nicht sicher abschätzen.

In der Vergangenheit wurden Gesundheitsschädigungen bei Säuglingen festgestellt, die sich jedoch nicht sicher auf die Wirkung gechlorten Trinkwassers zurückführen ließen. Deutsche Trinkwasserversorger halten sich genau an die Vorschriften, um die Grenzwerte nicht zu überschreiten. Eine Verunreinigung durch Keime und Bakterien im Trinkwasser stellen ein Problem dar. Vor allem in öffentlichen Gebäuden kommen immer wieder Fälle von Verkeimung des Trinkwassers vor. Die Wasserversorger sind verpflichtet, ihre Trinkwasseranlage alle drei Jahre auf Verunreinigungen überprüfen zu lassen. Dabei wird ebenfalls kontrolliert, ob den Wasserabnehmern gesundes Trinkwasser ohne Bakterien und Keime zur Verfügung steht.

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