Wann bekomme ich Punkte in Flensburg?

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Wir alle kennen und fürchten sie, die berüchtigten Punkte in Flensburg. Das Kraftfahrtbundesamt betreibt das Fahreignungsregister bereits seit 1958.

Seit seiner Einführung ist die Zahl der tödlichen Unfälle im Straßenverkehr deutlich gesunken. Doch wissen Sie überhaupt, für welche Vergehen Sie mit Punkten rechnen müssen? Haben die ersten Punkte bereits ernsthafte Konsequenzen? Und wie lassen sie sich wieder abbauen? Wir haben die wichtigsten Informationen rund um dieses Thema für Sie zusammengefasst.

Wussten Sie, dass es bereits ab einem Alter von 12 Jahren möglich ist, Punkte zu sammeln? Anfangs ist das natürlich noch nicht problematisch. Besitzen Sie jedoch zu viele Punkte, kann Ihre Beantragung der Fahrerlaubnis abgelehnt werden. Dadurch kann die Punktekartei bereits früh Einfluss auf unser Leben nehmen.

Wer zu schnell gefahren ist, ärgert sich zunächst über den Bußgeldbescheid. Abgesehen von der Gebühr müssen Sie bei kleinen Vergehen allerdings mit keinen weiteren Konsequenzen rechnen. Bei anderen Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten sieht dies anders aus: Zu den Gebühren kommen Strafpunkte im Register des Kraftfahrtbundesamts, umgangssprachlich einfach „Punkte in Flensburg“ genannt. Am ersten Mai 2014 trat ein neues Punktsystem in Kraft. Anstatt von maximal 18 Punkten können Sie mittlerweile nur noch 8 Punkte sammeln, bis Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen wird. Bei den ersten drei Punkten erhalten Sie eine Vormerkung, bis zum fünften Punkt eine Ermahnung, bei den nächsten beiden Punkten eine Verwarnung und erst mit dem achten Punkt wird Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen.

Doch für welche Vergehen müssen Sie überhaupt mit Punkten rechnen? Allgemein lässt sich sagen, dass erst ab einem Bußgeld von mindestens 60 Euro Punkte hinzukommen. Für leichte Vergehen wie Falschparken oder der Missachtung der Vorfahrt, werden Sie also nicht sofort in der Verkehrssünderkartei vermerkt. Grobe Verstöße oder Straftaten werden dagegen mitunter hart bestraft. Ihren Punktestand können Sie übrigens jederzeit über das Internet abfragen. Hierzu benötigen Sie lediglich einen Personalausweis mit Online-Ausweisfunktion. Alternativ können Sie den Punktestand aber auch per Post abfragen. Dafür benötigen Sie indessen eine amtlich beglaubigte Unterschrift, sowie die Kopie Ihres Personalausweises.

Können Sie Punkte abbauen? Das geht tatsächlich, indem Sie an einem Fahreignungsseminar teilnehmen. Dies besteht aus verkehrspädagogischen Unterreicht und verschiedenen Praxiseinheiten. Der Preis für das Seminar hat es allerdings in sich. Ganze 400 Euro kostet der Abbau eines einzigen Punkts. Zudem kann nicht jeder an einem solchen Unterricht teilnehmen. Sie dürfen zum Zeitpunkt Ihrer Anmeldung nicht mehr als fünf Punkte besitzen und das Seminar nur einmal jährlich belegen. Haben Sie mehr Punkte, müssen Sie auf die Verjährung warten. Diese fällt je nach Schwere des Vergehens unterschiedlich lang aus.

Erhalten Sie beispielsweise einen Punkt, weil Sie mit dem Handy am Steuer erwischt wurden, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Diese wird zu den schwächeren Vergehen gezählt und verjährt schon nach zweieinhalb Jahren. Bei einer Verkehrsgefährdung unter Alkoholeinfluss oder Verstößen gegen Fahrverbote erhalten Sie zwei Punkte, welche erst nach fünf Jahren verjähren. Schlimmere Straftaten mit Fahrerlaubnisentzug generieren drei bis fünf Punkte, welche zehn Jahre auf Ihrem Konto gespeichert bleiben. Je schwerer das Vergehen, desto länger sind Sie also in der Verkehrssünderkartei vermerkt.

Warum gibt es die Punkte überhaupt? Das Punktesystem in Flensburg soll als Erziehungsmethode für Verkehrsteilnehmer dienen. Der Entzug der Fahrerlaubnis wirkt als abschreckende Maßnahme. Schon ab einem Punktestand von 4 Punkten, werden Sie zusätzlich zum Bußgeld für die Eintragung zur Kasse gebeten. Erreichen Sie 6 Punkte erhalten Sie erneut eine schriftliche Benachrichtigung, welche ebenfalls kostenpflichtig ist. So haben die Punkte nicht erst ab dem Entzug der Fahrerlaubnis Konsequenzen für Sie. Auch wenn Sie sich über Ihre Punkte ärgern, sollten Sie daran denken, dass diese der allgemeinen Verkehrssicherheit dienen. Wiederholungstätern kann so leichter die Fahrerlaubnis entzogen werden, womit andere Verkehrsteilnehmer geschützt werden.

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