Sprachförderung und Schulsozialarbeit sollen ausgebaut werden

Bertha-von-Suttner-Realschule in Betzdorf wendet sich mit Problemanzeige ans Bildungsministerium

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Betzdorf - An der Bertha-von-Suttner-Realschule plus in Betzdorf gibt es offenbar massive Probleme. So massiv sogar, dass sich die Schule jetzt mit einer Problemanzeige an Bildungsministerin Stefanie Hubig gewandt hat. Das bestätigte Henning Henn, Pressesprecher des Ministeriums, auf Nachfrage. Die Problemanzeige habe das Ministerium für Bildung am 2. Dezember erreicht. "Es geht dabei vor allem um Fragen der schulischen Inklusion und den Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit fehlenden Sprachkenntnissen", so Henn. 

Henn: "Wir nehmen jeden Einzelfall ernst und kümmern und umgehend". So auch im Fall der Betzdorfer Realschule: Unmittelbar nach Eingang der Problemanzeige, am 12. Dezember , habe ein Gespräch vor Ort stattgefunden, bei dem das zuständige Referat des Bildungsministeriums, die Schulaufsicht der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), die Schulleitung und das Kollegium der Realschule plus Betzdorf vertreten waren. "Auch über dieses Gespräch hinaus wird die Schule weiter eng von der Schulaufsicht begleitet und bei der Erarbeitung von Lösungsmöglichkeiten unterstützt." Es seien konkrete Vorschläge gemacht und Wege zur Verbesserung der Situation aufgezeigt worden. " Es wird nicht bei diesem Gespräch bleiben. Die Schule wird kontinuierlich begleitet und unterstützt. Es gilt dabei das hohe Engagement der Schulleitung und der Lehrkräfte zu unterstützen und die Schule zu stärken. Dafür wird bereits ein Maßnahmenpaket entwickelt, das kurz-, mittel- und langfristig wirkt. Noch im Dezember wurde der nächste Termin an der Schule vereinbart", so der Pressesprecher.

Zudem sei es wichtig, dass in der Öffentlichkeit nicht der Anschein erweckt wird, die Bertha-von-Suttner Realschule plus sei eine schlechte Schule. "Das ist nicht der Fall. Die Lehrkräfte und das Schulleitungsteam sind sehr engagiert und es ist gut, dass sie um Unterstützung gebeten haben, um die Situation vor Ort zu verbessern. Daran arbeiten wir jetzt gemeinsam", so Henn abschließend. Man solle nie einer ganzen Schule einen Stempel aufdrücken, denn damit tue man den Lehrkräften sowie den Schülerinnen und Schülern Unrecht. Ein solches Zerrbild könne den Schülerinnen und Schülern außerdem beim Übergang in Ausbildung und Beruf schaden. "Parteipolitisch motivierte Spielchen dürfen nicht auf dem Rücken junger Menschen ausgetragen werden. Es geht um konkrete Hilfe vor Ort - und darum kümmern wir uns bereits und werden das weiterhin tun."

Landrat sichert Unterstützung zu

„Es geht jetzt darum, gemeinsam die Probleme zu lösen“, sagt auch Landrat Dr. Peter Enders mit Blick auf die Situation an der Bertha-von-Suttner-Realschule Plus in Betzdorf. Nach Gesprächen mit Bildungsministerin Stefanie Hubig und einem Besuch an der Schule in der vergangenen Woche, bei denen auch der für die Schulen zuständige Erste Kreisbeigeordnete Tobias Gerhardus dabei war, macht Enders deutlich, dass es nicht um Schuldzuweisungen und markige Schlagzeilen geht. „Ich bitte ausdrücklich alle Eltern, Ruhe zu bewahren und zur Bertha-von-Suttner-Schule zu stehen. Dort wird gute Arbeit geleistet.“ Es gelte nun, die Akzeptanz für die „Bertha“ zu verbessern, dabei seien Schule, Land und Kreis, aber auch viele Akteure darüber hinaus gefragt. Es gebe hier „weder schlechte Lehrer noch schlechte Schüler, im Gegenteil: Wir wollen gemeinsam das engagierte Schulleitungsteam und das Kollegium unterstützen“, unterstreicht der Landrat. 

Besuch der Ministerin

Im Austausch mit Ministerin Hubig begrüßte er deren Ansinnen, kurzfristig mehr für die Sprachförderung zu tun und personell aufzustocken. „Wenn zu viele Schülerinnen und Schüler die Sprache nicht beherrschen, ohne dass Schule und Schulträger dafür Verantwortung tragen, können auch Sozialarbeiter zunächst nicht viel ausrichten.“ Daher müsse man hier verstärkt Grundlagen schaffen. Aber es gebe noch mehr zu tun. Daher will er in Abstimmung mit der Ministerin am Montag mit dem erweiterten Kreisvorstand aus Kreisbeigeordneten und Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen über eine personelle Erweiterung der Schulsozialarbeit an der „Bertha“ sprechen, die dann auch konzeptionell integriert werden soll. Die Schulleitung um Rektor Thomas Giehl könne sich der Kreis-Unterstützung sicher sein.

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