Treffen mit Ulrike Folkerts

Betzdorfer am Tatort-Set: Christian Stock wirkte als Komparse mit

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Christian Stock aus Betzdorf traf am Tatort-Set die Schauspielerinnen Ulrike Folkerts (links) und Lisa Bitter (re.). 

Betzdorf. „Kamera ab – und Action!“ hieß es jetzt für den Betzdorfer Christian Stock. Anstatt den „Tatort“ zu Hause vor dem Fernseher zu verfolgen, war er jetzt bei den Dreharbeiten live dabei – er wirkte als Komparse im Ludwigshafener Jubiläums-Tatort „Die Pfalz von oben“ mit Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) mit. Bei der Beerdigung eines Mordopfers durfte er einen Gast bei der Trauerzeremonie spielen. Seine Aufgabe war es, bei einem Trauermarsch mitzulaufen und Beerdigungsszenen auf einem Friedhof drehen.

Dieses zweitägige Erlebnis hatte der Berufssoldat bei einer SWR-Programmaktion gewonnen. Mit etwa 40 anderen Gewinnern reiste Christian Stock zunächst nach Baden-Baden, wo die Gruppe die SWR-Studios und das Tatort-Haus besichtigte, wo sich die Kulissen für die Tatorte Ludwigshafen, Stuttgart und Freiburg befinden – samt „Pathologie“ im Keller. Auch hier konnten sich die Besucher umschauen. „Das fand ich wirklich sehr interessant, das mal zu sehen“, erzählt Christian Stock.

Aber nicht nur das: Am Abend hatte er die Gelegenheit, die Schauspielstars Ulrike Folkerts, Lisa Bitter und Ben Becker kurz kennenzulernen. Auch der Tatort-Redaktionsleiter Ulrich Herrmann war dabei. „Für wirklich viel Small-Talk war da allerdings keine Zeit“, erinnert sich der Betzdorfer.

Am nächsten Tag war dann sein schauspielerisches Können gefragt, denn der Dreh der Tauerzeremonie stand auf dem Plan: „Wir wurden im Vorfeld informiert, dass wir schwarze Trauerkleidung mitbringen sollen“, erzählt Stock. In diese gehüllt spielten die Komparsen die Trauergemeinschaft bei einer Beerdigung inklusive Trauermarsch.

Dass auch eine solch vergleichbar kleine Sequenz nicht in fünf Minuten im Kasten ist, erklärt Christian Stock, der an diesem Tag die Drehabläufe genauer kennen lernen konnte, im Gespräch mit dem Kurier: „Für den Trauermarsch mussten wir einen Weg von etwa 150 Metern gehen.“ Diese Szene sei in eineinhalb Stunden 14 Mal gedreht worden. „Aber nicht, weil wir so schlecht waren“, schmunzelt der Betzdorfer, „sondern weil dafür eben viele unterschiedliche Kameraeinstellungen gedreht werden“ – das dauere eben seine Zeit.

Die Gewinner der Aktion hatten an diesem Tag auch die Gelegenheit, das Tatort-Set zu besuchen. „In einer Drehpause konnten wir dann alle mit den Schauspielern Fotos machen.“ „Schnappatmung“ habe er bei den beiden Begegnungen mit den Darstellern aber nicht bekommen, sagt Stock. „Ich war selbst überrascht, wie ruhig ich da geblieben bin.“ Auch der Produktionsleiter war Ansprechpartner für die Set-Besucher: „Ihn durften wir mit allen Fragen löchern, die wir hatten.“ Für ihn sei es toll gewesen, einen Einblick in die Abläufe des Drehs zu bekommen. Unter anderem erfuhr er, dass von den insgesamt 24 Drehtagen nur drei bis fünf Minuten Film-Material pro Tag letztendlich im Tatort zu sehen sind. Große schauspielerische Ambitionen hat der Betzdorfer aber nach dieser Erfahrung beim Fernsehen nicht. „Ich würde nicht nein sagen, aber es ist eher unwahrscheinlich“, schmunzelt er.

Ob er selbst im Bild zu sehen sein wird, erfährt er erst bei der Ausstrahlung, die für Ende September, Anfang Oktober geplant sei. Viele Szenen seien von oben gedreht worden und es habe auch einige Nahaufnahmen gegeben. „So groß war die Trauergemeinde eigentlich nicht, aber man weiß es letztendlich nicht. Ich bin gespannt.“

„Die Pfalz von oben“

Seit 30 Jahren jagt die TV-Kommissarin Lena Odenthal Mörderinnen und Mörder im „Tatort“. Ihr Jubiläumsfall führt sie ins ländliche Polizeirevier Zarten, wo ein junger Polizist ermordet wurde. Dort begegnet sie einem alten Bekannten: Der Leiter der örtlichen Dienststelle, dargestellt von Ben Becker, half Lena schon vor 30 Jahren bei den Ermittlungen zu ihrem ersten Fall („Tod im Häcksler“). Mittlerweile ist aus ihm ein gealterter Dorf-Sheriff mit dubiosen Zügen geworden. Hat er etwas mit dem Mord zu tun?

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