Ideen für die Bahnbrache

Die Jury, hier mit dem Konzept der Klasse 10mn des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, gab die Gewinner des Ideenwettbewerbs 'Masterplan 2020' gekannt. Fotos: Nicola Brüser

Eine leichte Entscheidung war es sicherlich nicht. Zwei Tage lang beriet und diskutierte die Jury, doch schließlich war man sich einig: Der Ideenwettbewerbs "Masterplan Betzdorf 2020" hat sechs Gewinner - und wer das ist und wie die Vorschläge für ein schöneres Leben in Betzdorf aussehen, wurde jetzt verkündet.

56 Vorschläge wurden im Rahmen des Ideenwettbewerbs eingereicht, 24 davon stammten von Privatpersonen. "Darüber freue ich mich besonders", erklärte Bürgermeister Bernd Brato. Zudem kamen 20 Ideen von gewerblichen oder freiberuflichen Teilnehmern und 12 von Schülern und Studenten. Eine Jury, die aus Mitgliedern der Verwaltung und der Politik sowie einem freien Beirat bestand, kürte in diesen drei Kategorien sechs Gewinner.

1. Platz Privatpersonen

Sinje Beck und Roger Fiedler aus Betzdorf analysieren in ihrem Beitrag auf rund 60 Seiten die gegenwärtige Situation Betzdorfs und zeigen anhand verschiedener Szenarien mögliche Gegebenheiten im Jahr 2020 auf. Sie stellen Betzdorfs Vernetzungsstruktur in den Mittelpunkt und liefern viele Beispiele für eine zukünftige Nutzung beispielsweise der Bahnbrachen oder der Sieg. Beck und Fiedler erhalten als Preisgeld 2500 Euro.

2. Platz Privatpersonen

Wolfgang Molzberger aus Betzdorf hat in seinem Vorschlag eine neue Freizeitmöglichkeit ausgearbeitet: den "Bahnweg", einen Rundparcours, der entlang der Bahnbrache nach Bruche und Wallmenroth führen soll. Die Idee sieht unter anderem das Befahren des Rangierberges mit einer Draisine, einen ausrangierten Bahnwaggon als Café und einen "Seniorenspielplatz" mit Ausrichtung auf Fitness, Mobilität, Motorik und Geschicklichkeit vor. Molzberger bekommt 500 Euro.

1. Platz Schüler/Studenten

Im Erdkundeunterricht beschäftigten sich zehn Schüler der Klasse 10mn des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Betzdorf unter Lehrerin Alexandra Bones-Winter mit dem "Masterplan" und überlegten sich Gestaltungsmöglichkeiten für die Bahnbrache im Bereich der Ladestraße. Unter anderem könnten sie sich einen japanischen Garten oder ein Museumscafé vorstellen. Für ihre Kreativität werden sie mit 3000 Euro belohnt.

Ausstellung in der Stadthalle

1. Platz gewerbliche/freiberufliche Teilnehmer

Dr. Monika Nadrowska aus Weyme will in ihrem Entwurf "Uferpark" anhand von 19 "Blauen Gärten" Gestaltungsräume mit Zugang zum Wasser schaffen. Außerdem soll die Bahnbrache zu einer grünen Mitte werden samt einem Aktionsplatz für Feste. Sie erhält 5000 Euro Preisgeld.

2. Platz gewerbliche/freiberufliche Teilnehmer

Die Idee der Arbeitsgemeinschaft "Nraum" aus Hannover sieht eine "Mobile Workstation" vor. Auf dem brach liegenden Gleisareal sollen Waggons Raum für Unternehmen, Selbstständige, soziale und kulturelle Einrichtungen bieten. Das Preisgeld: 3500 Euro.

3. Platz gewerbliche/freiberufliche Teilnehmer

Auch der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft "Kulturbogen" aus Freiburg will die Bahnbrachen neu nutzen, unter anderem durch Gewerbe und Freizeitmöglichkeiten. Zudem soll es einen Baumkronenpfad geben und die Sieg soll im Bereich des Konrad-Adenauer-Platzes freigelegt werden. Die Arbeitsgemeinschaft bekommt 2500 Euro.

"Der Masterplan ist ein Wettbewerb, der Betzdorf weit über die Grenzen der Verbandsgemeinde bekannt gemacht hat", ist sich Bürgermeister Brato sicher. Nun soll aufgrund der sechs Gewinner-Arbeiten ein Strategiepapier entwickelt werden, das nach und nach umgesetzt wird.

Alle Entwürfe werden ab Montag, 26. April, 19 Uhr in der Stadthalle ausgestellt; bis 30. April sind sie von 10 bis 16 Uhr zu sehen. Am Dienstag, 4. Mai, ab 19 Uhr findet dann ebenfalls in der Stadthalle eine Podiumsdiskussion mit den Preisträgern statt.

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