Rainchen im Blick

Masterplan Betzdorf 2020: Team informierte über Umsetzung

Im Zuge der Renaturierung soll auch das Rainchen neu gestaltet werden. Foto: Gaby Wertebach

Betzdorf. Der Weg ist ja bekanntlich das Ziel – und da befindet sich das Projektteam „Masterplan Betzdorf 2020“ fünf Jahre nach dem Start auf einem guten. Werner Schmitt und Hubert Rataiczak vom Masterplan-Team stellten jetzt gemeinsam mit Bürgermeister Bernd Brato vor, wie es um die Realisierung der einzelnen Projekte steht.

Der Masterplan 2020 umfasst die Themenfelder Wirtschaft, Dienstleistung/Einzelhandel, Mobilität, Natur, Attraktivität, Kultur und Tradition. Dadurch sollte Betzdorf zukunftsfähig aufgestellt werden und an Attraktivität gewinnen. „Wichtig war uns immer, dass die Bürger in das Projekt und in die Umsetzung mit eingebunden sind“, so Werner Schmitt. „Einige Punkte von der Agenda sind bis heute umgesetzt worden“, so Bürgermeister Brato, „aber natürlich nicht alles.“ Schmitt: „Ich denke wir sind auf einem guten Weg.“

Wirtschaft: Die Breitbandversorgung, die „Digitalen Dörfer“ und der Umbau und die Neugestaltung des Lampertz-Geländes seien bereits erfolgreich umgesetzt worden, führte Schmitt aus. Auch die Vermarktung der Bahnflächen unterhalb der Schäfer-Werke (Gewerbepark an der Bahn) sei auf einem guten Weg. Offen ist dagegen die Vermarktung des Geländes entlang der Bahngleise gegenüber dem Bahnhof Betzdorf.

In diesem Zusammenhang sprach Brato auch über das Gewerbegebiet in Dauersberg: „Wenn es nach mir ginge, könnten wir sofort anfangen zu erschließen“, so Brato. Allerdings gebe es derzeit für dieses Vorhaben keine Mehrheit im Stadtrat. Dabei seien laut Brato viele Firmen an dem Standort interessiert.

Mobilität: Hier sind sich die Projektmitglieder und auch Bernd Brato einig, dass der Verkehr im wahrsten Sinne des Wortes erst dann rund laufe, wenn alle geplanten Kreisel realisiert wurden, was bisher noch nicht der Fall ist. Die Planfeststellung für den Hellerkreisel könne bis 2018/19 erfolgen. Dann werde vermutlich auch der Struthof etwas entlastet, für den im Masterplan eigentlich auch ein Kreisel vorgesehen war.

Offen sei dagegen der Verlauf des Siegtalradweges in Betzdorf entlang der Sieg. Die Pläne wurden jetzt im Kreishaus vorgestellt (wir berichteten) . Demnach soll der Radweg entlang der B62 verlaufen. „Es besteht aber nach wie vor die Möglichkeit, dass die Kommunen ein eigenes Konzept erstellen dürfen. Deshalb werden wir die Planung nicht aus den Augen lassen“, so Brato, der sich von der Streckenführung durch Betzdorf einen „enormen Erholungswert“ für die Bürger verspricht.

Natur: Ein weiteres Ziel des Masterplans war es, das Wasser der Sieg und Heller durch die Schaffung von Blauen Gärten wieder erlebbar zu machen. Die Rathausterrasse sei bereits realisiert worden und die Treppengestaltung zur Sieg hin am Klosterhof stehe kurz vor dem Abschluss. Hier wünschten sich Schmitt und Rataiczak allerdings mehr Leben in Form von Gastronomie. Auch das Rainchen kam bei dem Wasserstandsbericht auf den Tisch: Das Gewässer werde in großen Teilen renaturiert, so Bernd Brato. Hier sei ein großer Zuschuss in Aussicht. In diesem Zuge werde die Kommune auch das Thema Rainchen in Angriff nehmen. Geplant ist eine Gestaltung, die das Gewässer dort zugänglich und erlebbar macht, deshalb sollen Bachlauf und Wegenetz an dieser Stelle komplett erneuert werden. Einige Bäume am Rainchen müssten auf jeden Fall gefällt werden, so Brato, auch wenn die Untere Naturschutzbehörde da anderer Meinung sei. Auch ein Platz für Veranstaltungen sei denkbar.

Attraktivität: Ein Dauerbrenner-Thema ist nach wie vor altersgerechtes Wohnen im Stadtkern. Dieser Plan soll nun durch Baumaßnahmen Ecke Schützenstraße/Martin-Luther-Straße verwirklicht werden.

Ein Dorn im Auge sind dem Masterplan-Team die verdreckten Straßenschilder in Betzdorf. Um diese wieder gut sichtbar zu machen, wird das Bauamt die Schilder reinigen und zum Teil auch komplett ersetzen. Auch die Grafittis an den Stromversorgungskästen sollen verschwinden. Schmitt und Rataiczak schlugen außerdem vor, den Fahrradtourismus in Betzdorf durch einen Verleih direkt am Bahnhof vorantreiben. Außerdem gebe es Pläne, so Brato, die Tourismus-Förderung auf Ebene der Verbandsgemeinde zu heben und dafür bis zu zwei Vollzeitstellen zu schaffen.

Tradition: Seinerzeit hatten die Initiatoren angedacht, die Schienen und alten Waggons für kulturelle Angebote wie Musik, Theater oder auch für mobile Gastronomie zu nutzen – diese Pläne hätten aber bisher nicht umgesetzt werden können.

Einzelhandel: Der Wochenmarkt in Betzdorf habe sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Auch mit Hilfe der Stadtfeste und der verkaufsoffenen Sonntage sei es gelungen, die „Marke Betzdorf“ nach außen zu tragen.

Akzeptanz/Transparenz: Mit dem Bericht wollten die Organisatoren das Thema Masterplan Betzdorf 2020 noch einmal ins Gedächtnis der Bürger rufen und neue Mitstreiter zu gewinnen. Um dazu beizutragen, dass die Betzdorfer ihre Gedanken und Ideen für die Zukunft der Stadt noch mehr einbringen, ist außerdem ein Ehrenamtstag angedacht, an dem sich die Vereine und die Initiative „Ich bin dabei“ beteiligen.

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