Projekt läuft weiter

Die Schüler überreichten Franz Hucklenbruch eine Spende in Höhe von 2000 Euro für das Straßenkinderprojekt 'Casa Alianza'.

"Casa Alianza war tot - Es lebe Casa Alianza!" Dieses Fazit zog Franz Hucklenbruch in seinen Vorträgen über die Situation von Kindern und Jugendlichen in Guatemala City und das Straßenkinder-Projekt "Casa Alianza". Bereits zum achten Mal informierte der Mitarbeiter der Casa-Alianza-Kinderhilfe Guatemala alle neuen Klassen 7 am Freiherr-vom-Stein Gymnasium Betzdorf über das von der Schule seit langen Jahren unterstützte Unesco-Projekt.

"In Guatemala gibt es Superreiche und ganz Arme, dazwischen gibt es nichts. Guatemala City, die Hauptstadt, ist gefährlicher als Bagdad, es werden täglich im Durchschnitt 45 Menschen ermordet", erklärte Hucklenbruch. Gerade Straßenkinder werden beim geringsten Vergehen erschossen oder fallen in der Nacht marodierenden Banden zum Opfer. Neben den Straßenkindern gibt es die "Müllkinder", die vom und im Müll der großen Kippen am Rande der Stadt leben.

Viele dieser Kinder sind schwer krank, sie haben chronische Atemwegserkrankungen und Erkrankungen des Verdauungssystems durch ihre Mangel- und Fehlernährung. "Unser Ziel muss es sein, dass Kinder und Jugendliche nicht nur überleben, sondern glücklich leben."

Mit Spannung wurden Hucklenbruchs neue Informationen über das Weiterleben des Projekts erwartet - zumindest von allen, die zu Beginn des vorigen Jahres von der Hiobsbotschaft der Schließung der "Casa Alianza" aufgrund des Börsencrashs tief getroffen worden waren. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Projekt nur zu zwanzig Prozent von Deutschland aus finanziert. Spenden amerikanischer Großsponsoren, bis dato regelmäßig eingegangen, fielen durch die Umstände mit einem Male weg.

Erlös zahlreicher Aktionen

Doch Hucklenbruch und seine Mitstreiter rangen um eine Lösung. Auch am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium war man sich einig, das Projekt nach so vielen Jahren der Zusammenarbeit nicht einfach fallen zu lassen. Und offenbar hat sich das Durchhaltevermögen ausgezahlt: Es zeigt sich - auch durch das Engagement der Projektangestellten vor Ort - dass Casa Alianza weiterlebt. Von Deutschland aus arbeitet man nun mit den beiden Projekten "Gaudium Paidos" und "Refugio de la Ninez" zusammen. Diese Projekte nehmen in Guatemala City zum Teil mit den alten Mitarbeitern der "Casa Alianza" deren Ansatz wieder auf und setzen die Arbeit in ihrem Sinne fort. Beide Projekte wurden von Misereor und dem Kinderhilfswerk geprüft und als förderungswürdig eingestuft.

"Wir sind nach der unfreiwilligen Landung wieder gestartet, haben aber noch einen weiten Weg vor uns", fasst Hucklenbruch den Stand der Dinge zusammen. Umso erfreuter war er, eine Spende von 2000 Euro entgegennehmen zu können, die ihm symbolisch per Riesenscheck nach seinem Vortrag überreicht wurde. Die Spendengelder waren im vergangenen Jahr zusammengekommen aus so unterschiedlichen Aktionen wie dem Fairen Pausenverkauf, mehreren Bücherbasaren, dem Weihnachtsbasar, dem Imbiss- und Getränkeverkauf an verschiedenen Schulveranstaltungen, dem Erlös des Kunstkalenders 2010 oder Spenden aus einzelnen Klassen oder Kursen. Hier ist besonders die Aktion Tagwerk der 6d hervorzuheben. Hucklenbruch lobte die Kinder und Jugendlichen für ihr langjähriges, nachhaltiges Engagement.

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