Region unter Hochspannung

Im Betzdorfer RWE-Umspannwerk Dauersberg soll die neue Hochspannungsleitung enden. Foto: Christian Janusch

Die Planungen für den Bau einer neuen Höchstspannungsfreileitung zwischen Dortmund und Betzdorf- Dauersberg beginnen in diesen Tagen mit einem ersten wesentlichen Verfahrensabschnitt, dem Raumordnungsverfahren.

Es wird von der Bezirksregierung Arnsberg für den nordrhein-westfälischen Teil der Leitung federführend koordiniert. Die insgesamt 116 Kilometer lange Trasse verläuft von Dortmund über Hagen, Lüdenscheid, Herscheid, Attendorn, Kreuztal und Siegen bis nach Dauersberg und soll von der Amprion GmbH, einer Tochtergesellschaft des RWE-Konzern gebaut werden. Sie wird eine bereits bestehende 220 Kilovolt-Höchstspannungsleitung und eine 110 Kilovolt- Hochspannungsleitung der RWE und der Deutschen Bahn ersetzen. Die neue 110-/380-Kilovolt-Höchstspannungsfreileitung von Dortmund nach Betzdorf-Dauersberg ist Bestandteil des europäischen Höchstspannungsnetzes und soll den zunehmend umweltfreundlich erzeugten Strom aus den Windparks im Norden in die Verbraucherschwerpunkte im Süden Deutschlands transportieren.

Die neuen Leitungskapazitäten sollen möglichen Übertragungsengpässen entgegenwirken. Das Leitungsprojekt ist entsprechend den Vorgaben des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG) als vordringlicher Bedarf und damit als energiewirtschaftlich notwendig eingestuft worden. Das EnLAG dient der Beschleunigung des Ausbaus des Höchstspannungsnetzes und folgt sowohl der europäischen als auch der bundesdeutschen Energiepolitik, das Leitungsnetz zukunftssicher zu machen und für eine leistungsfähige Integration des Stroms aus erneuerbaren Energien in die Netzinfrastruktur zu sorgen.

Alternativen werden überprüft

Das nun anstehende Raumordnungsverfahren (ROV) ist der erste Schritt in dem zweistufigen Zulassungsverfahren. In dem Verfahren wird die Trasse unter überörtlichen Gesichtspunkten auf ihre räumliche Verträglichkeit sowie die Vereinbarkeit mit anderen raumbedeutsamen Planungen überprüft. Dies schließt auch die Überprüfung von Trassenalternativen ein. Ziel ist es, das gesetzlich festgeschriebene Vorhaben möglichst verträglich umzusetzen. Grundsätzlich soll die vorhandene Trasse der bestehenden 220-Kilovolt-Leitung genutzt werden. Wo es jedoch raumordnerisch und versorgungstechnisch sinnvoll erscheint, werden Trassenvarianten geprüft. Dabei gilt es, durch Bündelung von Infrastruktur neue Betroffenheiten möglichst gering zu halten. Im Raumordnungsverfahren besteht für den Bürger die Möglichkeit, sich eingehend über das Vorhaben zu informieren. Gleichzeitig bietet dieses Verfahren die erste Möglichkeit, grundsätzliche Anregungen zum groben Trassenverlauf vorzubringen. Danach folgt in einem zweiten Planungsschritt die detaillierte Festlegung des Leitungsprojektes.

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