Solidarität mit Kleinbauern

Andreas Neuser, Horst Vetter, Matthias Krell, Joachim Mertes, Hermann Reeh, Günter Penno, Heinz Jahns und Rainer Müller (v.l.) werben für eine Wiederbelebung der Nicaragua-Solidaritätskampagne von 1980, die sie auch damals schon unterstützten.

"Mit dem Kauf von fair gehandeltem Kaffee haben Sie die einfachste Möglichkeit die Errungenschaften der Kaffeebauern in Nicaragua zu sichern und Solidarität zu zeigen", erklärte Joachim Mertes der Landtagspräsident von Rheinland-Pfalz auf dem Betzdorfer Wochenmarkt.

Schon vor dreißig Jahren, kurz nach dem Sturz des Diktators Somoza durch die Sandinisten, warb der Landtagspräsident für Solidarität mit den Menschen in dem mittelamerikanischen Land und verkaufte in SPD-Ortsvereinen die "Bohne der Revolution", ein Zeichen für solidarisches Verhalten.

Da von der Landreform in Nicaragua - Großgrundbesitzer wurden enteignet und das Land an Kleinbauern verteilt - auch US-amerikanische Agrarfirmen betroffen waren, verhängte die USA einen Wirtschaftsboykott und finanzierte später die Contras, die das Land mit einem zehnjährigen Bürgerkrieg überzogen und den Staat an den Rand des Ruins brachten.

Diese Politik der USA wek-kte die Gegenwehr vieler Menschen in Deutschland und ließ eine breite Solidaritätskampagne entstehen, die die Auswirkungen des Handelsboykotts mindern wollte und Kaffee, das Exportgut Nummer 1 Nicaraguas, zu fairen Preisen kauften und verkauften.

"Leider", so Hermann Reeh, vom Weltladen Betzdorf, "sind heute viele von dieser Solidaritätswelle abgesprungen, obwohl sie noch genauso notwendig ist, wie vor dreißig Jahren." Denn vor allen Dingen die Handelspartner des fairen Handels in Nicaragua verteidigen bis heute erfolgreich die Errungenschaften der damaligen Revolution - Landreform, Gesundheitszentren, Schulen - während das Land heute wieder zu den ärmsten Amerikas zählt. Die Kaffeekooperativen haben in der Zwischenzeit vollkommen auf ökologischen Landbau umgestellt. Ihre Mitglieder sind verpflichtet, die Kinder zur Schule zu schicken, landlose Männer und Frauen erhalten Kredite für Landkauf, es gibt Schulungsprogramme für Kinder und Jugendliche, eine Mädchengruppe für ökologischen Landbau, um die Landflucht zu verhindern. Möglich ist das alles nur durch den Mehrpreis, den der Faire Handel zahlt.

"Darum", so Joachim Mertes und Hermann Reeh, "ist es notwendig die Solidaritätskampagne von vor 30 Jahren neu zu beleben und mit neuem Elan für den Kauf der ,Bohne der Revolution' zu werben."

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