Ein Ort der Begegnung für alle

Förderverein Kinderzuhause will inklusiven Aktivpark errichten

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So sieht der Plan für das Gelände unterhalb des Hauses Burgweg aus. Großzügig soll es umgestaltet werden. 

Burbach. Besonderer Besuch weilte am Dienstagnachmittag im Haus Burgweg in Burbach: Andreas Pletziger, Dezernent für ländliche Entwicklung der Bezirksregierung Arnsberg, war in der Bethel-Einrichtung zu Gast.

Und er hatte auch ein besonderes „Geschenk“ mitgebracht: Den Bewilligungsbescheid für LEADER-Fördermittel in Höhe von rund 236.700 Euro. Mit dem Geld möchte der Förderverein „Kinderzuhause Burbach“ unterhalb der Wohnanlage einen generationenübergreifenden und inklusiven Aktivpark errichten.

„Treffpunkt Leben“ soll der heißen und als Begegnungsstätte soll er fungieren. „Mein Traum ist es, dass dort junge und alte, behinderte und gesunde Menschen miteinander in Kontakt kommen, sich kennenlernen und eine schöne Zeit zusammen verbringen“, beschreibt Friedhelm Jung, Vorsitzender des Fördervereins, die Vision. Auf dem 1200 Quadratmeter großen Gelände mitten in Burbach werden dafür viele Spiel- und Sportstationen errichtet. Geplant sind zum Beispiel eine Kombinationsspielanlage, eine Slackline, ein Kletterparcours, fest installierte Fitnessgeräte, eine Netzschaukel, Trampoline, eine Netzachterbahn, Spielbords und ein Karussell. Die Geräte werden überwiegend barrierefrei beziehungsweise barrierearm sein, sodass sie auch von Rollstuhlfahrern, Menschen mit Behinderung und Senioren ohne Probleme genutzt werden können. Daneben sind Ruhezonen wie Sitzbänke und ein Picknick-Platz mit angeschlossenem Sandkasten angedacht. Das derzeit noch etwas unwegsame da am Hang gelegene Gelände soll vom Parkplatz aus über eine Rampe barrierefrei erschlossen werden.

Die Planungen für die Umgestaltung des Areals hat das Landschaftsarchitekturbüro Laufenburg aus Wilnsdorf übernommen. „Schon der erste Entwurf war einfach spitze und hat uns total begeistert. Da passte fast alles“, berichtet Friedhelm Jung.

Rund 364.000 Euro wird die Maßnahme kosten, die nach Aussage von Jung ohne die LEADER-Förderung (65 Prozent) nicht umsetzbar gewesen wäre. Andreas Pletziger hatte für die Übergabe des Bewilligungsbescheides gerne die „weite Reise von Arnsberg nach Burbach“ auf sich genommen: „Ich finde die Idee toll. Das ist es, was LEADER ausmacht. Projekte entwickeln mit Menschen für Menschen nach dem Bottom-Up-Prinzip“, so der Dezernent.

Friedhelm Jung freute sich ebenso wie seine Vorstandskolleginnen Heike Löcker (2. Vorsitzende) und Carmen Schneider (Schatzmeisterin) über den Umschlag: „Ich freue mich vor allem für die, die Nutznießer des ‘Treffpunkts Leben’ sein werden: Für die Bewohner des Hauses Burgweg, für ihre Eltern, für die Angestellten, und für alle anderen Burbacher und Besucher Burbachs. Heute ist für uns der Abschluss eines weiten Weges der Planung, der ohne die tatkräftige Hilfe der beiden Regionalmanagerinnen Anne-Kathrin Hoß und Stefanie Wiegel nicht möglich gewesen wäre“, sagte Jung.

Andreas Pletziger von der Bezirksregierung Arnsberg (4.v.l.) übergab den Bewilligungsbescheid an Schatzmeisterin Carmen Schneider (4.v.r.). Das freute auch Dr. Gerhard Zoubek (Vorsitzender Regionalverein), Friedhelm Jung und Heike Löcker (Förderverein Kinderzuhause), Bürgermeister Christoph Ewers und die Regionalmanagerinnen Stefanie Wiegel und Anne-Kathrin Hoß (v.l.). 

Schon lange hatte der Förderverein überlegt, wie er das Gelände unterhalb des Hauses sinnvoll nutzen könnte. „Ideen gab es viele. Aber keine haben wir verfolgt, denn sie waren alle zu unausgereift“, erklärte Schatzmeisterin Carmen Schneider. Im vergangenen Jahr entstand schließlich der Gedanke eines inklusiven Spielplatzes. Bürgermeister Christoph Ewers, ebenfalls Vorstandsmitglied des Fördervereins, schlug vor, das Gelände nicht nur für die Bewohner umzugestalten, sondern für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und ein LEADER-Projekt daraus zu entwickeln. „Ein großartiger Einfall“, lobte Anja Hillebrand, Regionalleiterin von Bethel.regional. „Das ist genau das, was unsere Bewohner brauchen. Wir wollen nicht isoliert sein, Kontakt nach außen ist für unsere Bewohner ganz wichtig.“ Auch Christoph Ewers selbst ist von dem Konzept nach wie vor überzeugt: „Ich bin doppelt begeistert, einmal als Vorstandsmitglied und einmal als Bürgermeister. Das wird ein tolles Projekt für eine große Gruppe von Menschen. Es setzt die Arbeit der Einrichtung und des Fördervereins, das Haus nach außen zu öffnen, fort. Und das ist ein ganz wichtiger und auch toller Prozess.“

Wann genau die Baumaßnahmen beginnen werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest: „Am 7. Juni ist Submissionstermin, danach geht es los“, so Friedhelm Jung. Einen Termin für die späteste Fertigstellung hingegen gibt es schon: „Wir müssen spätestens am 20. November fertig sein, denn das soll das Projekt abgerechnet werden.“

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