Für 280.000 Euro

Neues Einsatzfahrzeug: „Kater Burbach“ jetzt offiziell übergeben

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Die speziell für das Dekon-P-Fahrzeug geschulten Feuerwehrleute freuen sich über die offizielle Übergabe von „Kater Burbach 9 GW Dekon-P“.

Würgendorf. Endlich dürfen die Wehrleute des Löschzugs Würgendorf einen Gerätewagen Dekon-P (Dekontamination von Personen) auch offiziell ihr Eigen nennen. Landrat Andreas Müller überreichte im Feuerwehrgerätehaus die Fahrzeugschlüssel für das vom Land Nordrhein-Westfalen angeschaffte rund 280.000 Euro teure Fahrzeug.

Der Gerätewagen, der allerdings schon bereits seit Januar 2018 in Würgendorf beheimatet ist, trägt den Funkrufnamen „Kater Burbach 9 GW Dekon-P“ und ist mit einem Freytag-Aufbau auf MAN 18.340 und 340 PS unter der Haube ausgestattet. Er bietet Platz für sechs Einsatzkräfte, ist Teil des Landeskonzeptes ABC und damit des Katastrophenschutzes. Bei diesem Landeskonzept handelt es sich um vorgeplante überörtliche Hilfen in NRW. Dazu gehören auch die roten Feuerwehrbereitschaften oder die weißen Bereitschaften, wie beispielsweise die Behandlungsplatzbereitschaft. 

Das jetzt offiziell übergebende Fahrzeug ist für das P-Dekon 10- beziehungsweise 30-Konzept vorgesehen. Das bedeutet, dass das allradangetriebene Fahrzeug die technischen Mittel mitbringt, um zehn Einsatzkräfte pro Stunde dekontaminieren zu können, schilderte Müller. Im Zusammenspiel mit dem Abrollbehälter Dekon-V (Dekontamination Verletzter), der im Kreis ebenfalls zur Verfügung steht, können bis zu 30 Einsatzkräfte pro Stunde dekontaminiert werden. Über eine Ladebordwand werden Ausrüstungsgegenstände beziehungsweise Einsatzmittel entnommen, die in Rollcontainern untergebracht sind. Im Bedarfsfall rücken extra für das Spezialfahrzeug ausgebildete Kräfte (insgesamt sind es in Würgendorf 18) zu Einsätzen über die Gemeinde- und Kreisgrenzen hinaus aus. 

„Das Jahr hat uns ganz gut getan"

Einen echten Einsatz gab es für die Südsiegerländer seit der inoffiziellen Übernahme des Gefährts im Januar 2018 noch nicht. Laut Wehrleiter Schwarze, der ob der äußerst umfangreichen Ausrüstung - darunter auch Schnellzellte - an Bord sogar „ins Schwitzen“ kam, hätten die Florianer aber seitdem schon „mehrere hundert Stunden Ausbildung“, auch bei Fortbildungen am Institut der Feuerwehr in Münster teilgenommen und schaffen es, bereits in 15 Minuten eine Erst-Dekon durchzuführen. „Das Jahr hat uns ganz gut getan. Wir können jetzt an den Start gehen“, so Scholl, der das neue Gefährt als „multikulturelles Fahrzeug, was man überall einsetzen“ könne, bezeichnete. Neben diesem Fahrzeug sind in Würgendorf außerdem noch ein Hilfeleistungslöschfahrzeug 20, ein Mittleres Löschfahrzeug sowie ein Gerätewagen Absicherung stationiert. Mit dieser Ausstattung in unmittelbarer Nähe zur A45 wird der Löschzug regelmäßig zu Einsätzen auf der Autobahn gerufen.

 Im ersten Quartal dieses Jahres bewältigte die Einheit insgesamt 23 Einsätze, sechs davon in Zusammenhang mit einem ABC-Alarm. Im Januar war ein Tanklastwagen auf der schneebedeckten A45 umgestürzt. Ende Februar waren die Feuerwehrleute beim Unfall im Kreisverkehr Holzhausen gefordert. Bei diesem Unfall wurden zwei Menschen in ihrem Auto eingeklemmt und schwer verletzt. Dank dem Einsatz der Feuerwehr konnten sie befreit und dem Rettungspersonal übergeben werden. Landrat Andreas Müller: „Sie haben schon richtig was zu tun. Ich hoffe, dass durch den neuen Lkw, gerade auch mit Blick auf die überörtliche Hilfe, nicht allzu viel dazu kommt. Danke für die Bereitschaft, dieses Fahrzeug im Rahmen des ABC-Konzeptes des Landes zu übernehmen.“

Kreisbrandmeister Bernd Schneider betonte im Beisein des Burbacher Bundestagsabgeordneten Volkmar Klein, dass es wichtig gewesen sei, ein solches Einsatzmittel möglichst nah an der Autobahn zu stationieren. Bürgermeister Ewers sprach von einer Entscheidung, die „in wenigen Minuten gefallen“ sei. Die Stationierung in Würgendorf „sei nur möglich, wenn man ein solches Gerätehaus hat“. Bereits beim Bau des im Dezember 2007 fertiggestellten Gebäudes an der Dillenburger Straße habe man „Weitsicht bewiesen“ und auf eine entsprechende Deckenhöhe Wert gelegt, um auch größere Fahrzeuge unterstellen zu können. Mit dem neuen Fahrzeug könnten die ehrenamtlichen Kräfte jetzt „Einsätze, die mit besonderen Herausforderungen gemeistert werden müssen“, absolvieren.

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