Fünf Teams sind heute unterwegs

"Nikolaus, komm in unser Haus" - Jugendfeuerwehr Burbach hilft dem Mann mit dem weißen Bart

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Roter Mantel statt Einsatzkleidung: Der Nikolaus der Feuerwehr mit einem Wichtel. 

Burbach - Der Nikolaus besucht am heutigen Nikolaustag wieder zahlreiche Familien und Kinder. In der Gemeinde Burbach helfen ihm die Nikolaus-Teams der Jugendfeuerwehr Burbach bereits seit fast drei Jahrzehnten dabei.

Der Nikolaus ist heute ein vielbeschäftigter und gefragter Mann, doch am Nikolaustag kann er natürlich auch nicht alle Kinder persönlich besuchen – so schnell ist sicher nur der Weihnachtsmann oder das Christkind.

Daher bekommt er gelegentlich Unterstützung durch fleißige Helfer, wie von den Mitgliedern der Feuerwehr und Jugendfeuerwehr aus Burbach. Auch in diesem Jahr sind sie am heutigen 6. Dezember wieder als Nikolaus und Wichtel verkleidet unterwegs, um Kinderaugen zum Strahlen zu bringen.

Der Anfang

1990 hat diese traditionelle Nikolaus-Hilfe im Hotel Oderbein in Weidenau angefangen. Horst Moroziuk und Christoph Dielmann haben damals als Nikolaus und Knecht Ruprecht verschiedenen Veranstaltungen besucht. Statt dafür Geld zu verlangen, baten sie darum, einen Betrag für die Jugendfeuerwehrarbeit in Burbach zu spenden.

So sah der Nikolaus der Jugendfeuerwehr früher aus. 

„Das kam sehr gut an“, erklärt Hanah Reuter, Helferin bei der Jugendfeuerwehr Burbach, im Vorfeld der diesjährigen Aktion im Gespräch mit dem SiegerlandKurier. Über den Schwiegervater von Horst Moroziuk sei die Aktion dann in den Hickengrund gekommen, indem sich die Jugendfeuerwehr dazu entschied, diese auch in Burbach anzubieten. Mit Erfolg.

Die Akteure

„Die Aktion hat einen guten Ruf, sonst würde sie nicht so lange bestehen“, sagt Reuter. In den letzten drei Dekaden haben schon viele Feuerwehrkameraden aus Burbach den weißen Bart und das rote Kostüm des Nikolaus getragen. Die Rolle des Wichtels übernimmt traditionell ein Mitglied der Jugendfeuerwehr. Ein Fahrer – diese Rolle übernimmt unter anderem auch Hanah Reuter seit drei Jahren – komplettiert das Dreierteam. Insgesamt fünf davon sind am heutigen Nikolaustag im Einsatz und werden in der Zeit von 17 bis 20 Uhr Termine in der Gemeinde Burbach (19), in Neunkirchen (11) und sogar ausnahmsweise in Daaden (1) wahrnehmen.

Die Organisation

Dies bedeutet Stress und eine gute Organisation. Im Vorfeld musste bei der Planung geprüft werden, dass den Kindern der Nikolaus-Darsteller nicht bekannt ist und es keine bösen Überraschungen gibt. Außerdem müssen die Termine so geplant werden, damit der Nikolaus auch zum vereinbarten Zeitpunkt bei den Familien ankommt. Dies klappe nicht immer, sagt Reuter. Mal mache der Verkehr einen Strich durch die Rechnung oder man halte sich zu lange bei einer Familie auf, weil der Nikolaus beispielsweise noch Kekse essen soll. „Dann muss man sagen, dass der Nikolaus noch andere Kinder besuchen muss“, so Reuter. „Aber man nimmt sich auch die Zeit dafür.“

Die Durchführung

Reuter ist als Fahrerin bei den Besuchen des Nikolaus in den Privathäusern nicht selbst dabei. Ihre Aufgabe ist es, im Vorfeld einen Zettel bei den Eltern an der Haustür zu holen. 

Ob die Kinder brav oder ungezogen waren, hat der Nikolaus in seinem goldenem Buch notiert.

Auf diesem haben sie notiert, was die Kinder im vergangenem Jahr gut oder schlecht gemacht haben. Der Nikolaus heftet sich das Papier dann vor seinem wenig später stattfindenden Besuch in ein goldenes Buch aus dem der ablesen kann. „Damit der Nikolaus auch etwas zum Schimpfen hat“, sagt Reuter.

Die Motivation

Für die Nikoläuse der Feuerwehr Burbach sei es motivierend, wenn sie die Ehrfurcht der Kinder vor dem Mann mit dem weißem Bart sehen, aber auch nachher das Glück der Kinder bei der Vergabe der Geschenke. Die Herausforderung für die Laiendarsteller, die von Jahr zu Jahr in der Regel wechseln, sei es, dass sie ein „gutes Schauspiel“ abliefern und dabei authentisch sind. Sie sollen aber nicht „Angst und Schrecken“ verbreiten, betont Reuter – auch wenn der Wichtel ab und zu mal seine Rute hebe, um Respekt und Eindruck zu schinden. Die Herangehensweise des Nikolaus sei von der Persönlichkeit der Kinder abhängig, erklärt Reuter. „Kleine Kinder fangen schon mal an zu weinen und haben Angst.“

Die Bestellung

Für viele Familien ist das Nikolaus-Angebot der Jugendfeuerwehr aus Burbach ein fester Bestandteil der vorweihnachtlichen Tradition geworden. Den Auftritt haben sie an zwei Terminen im November telefonisch bei der Jugendfeuerwehr bestellt. „Viele Kinder, die damals vom Nikolaus besucht worden sind, haben heute Kinder. Für diese bestellen sie jetzt selbst den Nikolaus“, sagt Hanah Reuter abschließend.

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