Strafttaten in der "Notaufnahmeeinrichtung Burbach" in den Jahren 2013 und 2014

32 Angeklagte, 54 Fälle: Mammut-Prozess beginnt am 8. November in der Siegerlandhalle

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Siegen/Burbach. In insgesamt 54 Fällen soll es in den Jahren 2013 und 2014 in der Notaufnahmeeinrichtung Burbach zu verschiedenen Straftaten gegen Flüchtlinge gekommen sein. Jetzt steht der Prozessauftakt an.

In Bezug auf 32 der insgesamt 38 Angeklagten hat die 1. große Strafkammer des Landgerichts Siegen nunmehr das Hauptverfahren eröffnet. Prozessauftakt wird am Donnerstag, 8. November, im Hüttensaal in der Siegerlandhalle sein. Insgesamt sind zunächst 16 Termine bis Mai 2019 anberaumt. Das Verfahren gegen einen geständigen Angeklagten aus den Reihen der Heimleitung ist ebenso abgetrennt worden, wie das Verfahren gegen fünf weitere geständige Angeklagte. Prozessauftakt in diesen beiden Verfahren wird laut Landgericht voraussichtlich Anfang des Jahres 2019 sein.

Gegenstand des jetzt beginnenden Prozesses ist die Aufarbeitung von insgesamt 54 Fällen. So sollen Bewohner bei Verstößen gegen die Hausordnung ihrer Freiheit beraubt worden sein. Dazu sollen sie teilweise für mehrere Tage in „Problemzimmern“ eingesperrt worden sein (der SiegerlandKurier berichtete seinerzeit exklusiv). Außerdem geht es um mögliche Körperverletzungen sowie Nötigungen und Diebstähle.

Die meisten Straftaten sollen die mit der Heimleitung und der Teamleitung der Sozialbetreuer betrauten Personen verübt haben. Zwei Mitarbeitern der Bezirksregierung Arnsberg wird zudem Freiheitsberaubung durch Unterlassen vorgeworfen, da sie Kenntnis vom Betrieb der „Problemzimmer“ gehabt haben sollen. Die weiteren Angeschuldigten stammen aus dem Kreis des in Burbach eingesetzten Wachdienstes.

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